Hi Folks,
wie vor einigen Monaten bereits angekündigt, möchte ich euch heute einen kleinen persönlichen Konzerteindruck vom Roger Waters Gig, am Mittwoch dieser Woche in der Spark Arena von Auckland liefern, den meine Madame und ich Dank eines technisches Problems, oder tatsächlich durch einen (Internet) Betrug fast verpasst hätten.
Beim Einlass zur Spark Arena wurden wir nämlich gleich wieder um Auslass gebeten, weil unsere Tickets nicht eingescannt werden konnten. Lt. Security soll es sich bei unseren Eintrittskarten um Fälschungen gehandelt haben, die obendrein auch sofort von der Security eingezogen wurden!!! Das waren bezahlte Tickets, die von (über jeden Zweifel erhabene) Verwandschaft meiner Frau via eines Ticketportals, für uns vor langer Zeit schon bestellt wurden.
Nachdem der erste Schock verdaut war, habe ich an der Abendkasse (ohne große Hoffnung) gefragt, ob es für das eigentlich ausverkaufte Konzert, vielleicht noch ein paar Rückläufer gab, UND ES GAB SIE, nun stand dem lange geplanten Konzerterlebnis nichts mehr im Wege, zum Glück, denn es war optisch und akustisch ein absolutes Highlight.
Zunächst passierte in den ersten Minuten so gut wie gar nichts, außer das so etwas wie Entspannungs- /Einschlafmusik (vom Band?) lief, während auf einer Videoleinwand die rückwärtige Ansicht einer Frau am Strand zu sehen war, aber danach betrat endlich Roger Waters, ganz in schwarz gekleidet, die Bühne, untermalt von Bildern aus dem Weltraum, gab es vertraute Klänge vom Album THE DARK SIDE OF THE MOON.
Gleich Vorweg, Roger Waters präsentierte für mich die besten Songs der besten Alben von Pink Floyd, von MEDDLE bis THE WALL, untermalt von einer gigantischen Laser- und Videoshow:
ONE OF THESE DAYS folgte auf BREATHE, perfekt von Waters und seiner Band gespielt, die Leinwand zeigte Bilder vom Überfluss im Westen und die Armut in Afrika, Waters´politische Botschaften sollten uns den ganzen Abend begleiten, Hunger, Krieg, Flucht, Guantanamo, Drohnen, sowie das unverzichtbare Trump Bashing, selbst Israel blieb nicht verschont.
Wer ein Konzert von Roger Waters besucht, soll sich vermutlich dem Nachdenken über unsere Welt nicht entziehen können, weich gespülte Musik von musikalischen und menschlichen Nullen hat diese Welt mehr als genug zu bieten, wird sich Mr. Waters vielleicht denken, trotzdem betonte er ausdrücklich, keine politischen Absichten zu haben (?!), konnte sich während seiner Rede aber ein Lob für eine (mir gänzlich) unbekannte Sängerin (Lord oder so ähnlich) nicht verkneifen, die einen Auftritte in Israel boykottieren würde.
Zurück zur Musik, dort ging es wahrsten Sinne des Wortes Schlag auf Schlag weiter, ohrenbetäubende Wecker läuteten TIME ein, gefolgt von THE GREAT GIG IN THE SKY, (mit)performed von 2 blondierten Damen plus erneut wunderschönen Weltraumimpressionen im Hintergrund, WELCOME TO THE MASCHINE, wieder ein Pink Floyd Highlight gefolgt von einigen Songs, die aus der Solokarriere von Roger Waters stammten, die mir aber weder bekannt waren, noch sonderlich gefallen haben.
Mein Favorit war nun an der Reihe: WISH YOU WERE HERE, als Medley mit ANOTHER BRICK IN THE WALL, dem kommerziell sicherlich erfolgreichsten Song von Pink Floyd. Weiter ging es mit dem Album ANIMALS und einer riesigen Projektion des Kraftwerkes vom LP/CD-Cover, mit den Songs DOGS u. PIGS und was passte aus Sicht von Roger Waters zu Pigs, richtig, natürlich Donald Trump.
Zu PIGS flog ein riesiges Schwein über den Köpfen der Fans, und Roger Waters dankte ausdrücklich der DEUTSCHEN Ingenieurskunst dafür. Es folgten MONEY, und weiteren Songs von DARK SIDE OF THE MOON. Letzter Titel des grandiosen Konzerts war COMFORTABLY NUMB vom Album THE WALL mit dem besten Effekt der Show: Eine stilisierte Laserpyramide formte das DARK SIDE OF THE MOON Cover und explodierte zum Schluss in einem Konfettiregen, wow, was für für ein fantastisches Finale!
So, liebe Leute, ich hoffe, dass die Leser/Mitleser, die sich für Roger Waters interessieren, mit meinen kurzen, aber noch frischen Eindrücken etwas anfangen konnten. Erwartet bitte keine Fotos oder Videos von mir, wer mich kennt weiß genau, dass mache ich bei Konzerten nie, da mich so etwas zu sehr vom eigentlichen Anlass ablenken würde, ev. könnte ich das ein- oder andere Bild noch nachreichen, dass meine Madame mit ihrem Smartphone gemacht hat. Heute Abend geht es für uns erst einmal über L.A. wieder zurück in die Heimat.
Bis dahin sende ich euch allen herzliche Grüße vom anderen Ende der Welt
Tobi
P.S. Mit dem Tablet geschrieben, wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten :)