Ein Artikel in der "Freie Presse" vom 16.02.2026
Christian Schubert titelt
"Maschine mit 81: „Er ist eine Legende"
und schreibt:
"Ausverkauft war das Konzert von Musiker Dieter Maschine" Birr am Samstagabend im König- Albert-Theater Bad Elster. Eigene Lieder und die der Puhdys präsentierte er mit einem Streichquintett. Fans hatten bei der Auswahl der Lieder Mitspracherecht.
BAD ELSTER- Ex-Puhdys-Sänger Dieter Maschine Birr hat vergangenes Jahr mit 81 Jahren ein neues musikalisches Projekt gestartet: Seit September ist er mit einem Streichquintett auf Tour. Am Samstagabend machte er im ausverkauften König-Albert-Theater von Sachsens Staatsbad Bad Elster Station. Die Ostrocklegende präsentierte sich bestens gelaunt und mit musikalischer Spielfreude. Mit seinem Streichquintett, das er scherzhaft als meine Landstreicher bezeichnet, gab der Musiker bekannte Lieder der Puhdys und einige seiner eigenen Songs zum Besten. Dieses Mal aber nicht im bewährten Rocksound, sondern in einem klassischen Gewand. Dafür wurden Lieder wie Alt wie ein Baum", Geh zu ihr". Wenn ein Mensch lebt", "Das Buch", "Wenn Träume sterben" oder "Hiroshima" komplett neu arrangiert.
Im Publikum saß eine größere Gruppe des Dieter-Maschine-Birr-Fanclubs. Die Mitglieder besuchen fast jedes Konzert des Musikers. Bei der aktuellen Tour haben sie Mitspracherecht bekommen, welche Lieder bei den Konzerten gespielt werden sollen. Somit hatten sie auch Einfluss auf das Konzert in Bad Elster: "Noch bevor die Tour startete, durften wir Fanclubmitglieder bei der Durchlaufprobe dabei sein. Die Meinung seiner Fans ist Dieter immer sehr sehr wichtig, Er wollte wissen, was wir von der Setlist halten und welche Songs gut in diese besondere Form der Konzerte auf dieser Tournee passen", berichtet Fanclub-Leiter Oliver Nobis aus Oelsnitz im Erzgebirge.
"Generell habe "Maschine" ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Anhängern. Immer wenn er ein neues Album herausbringt, ist er bei einem Fanclubtreffen dabei und zeigt uns die Lieder, noch bevor sie veröffentlicht werden. Dazu erzählt er immer Hintergrundgeschichten zur Entstehung der Songs", so Oliver Nobis. Dass der Musiker immer noch so aktiv unterwegs ist, dazu sagt der 64-jährige: "Das ist nicht selbatverständlich. Manchmal hat man den Eindruck, dass er von der Bühne getragen werden muss. Dieter selbst meint aber, so lange er gesund ist und Spaß daran hat, macht er weiter".
Der Erzgebirger meint auch, dass viele Puhdys-Fans letztendlich auch den Soloprojekten von Dieter Birr treu geblieben sind. "Nach der Wende waren die Puhdys-Fans erst einmal weg, Sie sind aber wieder zurückgekommen. Das zeigten auch Platzierungen im oberen Bereich der Charts", so Nobis. Heute habe der Fanclub weltweit Mitglieder. Auch Thomas Buschbeck ist ein treuer Anhänger. "Ich habe die Puhdys das erste Mal erlebt, als ich zwölf Jahre alt war. Von 'Maschine' habe ich damals sein Gitarren-Plektrum geschenkt bekommen. Seitdem hat er und seine Musik mich nicht mehr losgelassen", erzählt Thomas Buschbeck.
Weiter sagt er: "Die Lieder sind aus dem Leben. Sie sind wie die eigenen Geschichte, nur gesungen. Seine eigenen Songs sind teilweise sogar noch besser als manche von den Puhdvs", findet Buschbeck. Seine Schwester Katrin meinte zum Konzert in Bad Elster: "Es ist immer ein Erlebnis, diesen Mann zu sehen. Er ist eine Legende."
Das Konzert im König-Albert-Theater zeigte, welches Potenzial in den Liedern steckt, die in Kombination mit Geige, Cello, Bratsche und Kontrabass nochmal auf ein ganz anderes Level gehoben wurden. Unterstützt wurde Dieter "Maschine" Birr von Marcus Gorstein, dem Sohn von Eva Fritzsch, die einst Sängerin in der DDR-Band Kreis war.
Die Musiker des Streichquintetts waren für die Arrangements verantwortlich. Sie spielen in der Regel in großen Orchesterkonzerten und treten weltweit auf. Vergangenes Jahr, zum Start der Tour, erzählte Birr in Interviews, dass er zwar selbst noch nie auf einem klassischen Saiteninstrument gespielt, aber die klassische Musik dadurch für sich wiederentdeckt habe." (cbert)