#1

Eine Mail und ein Buch

in Off-Topic 30.10.2008 20:10
von Wodka (gelöscht)
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Wenn eine Mail mit Absender Anwalt im Eingang ist, dann schmeißt man die am besten gleich in den Lokus! Ich habe es diesmal nicht gemacht, blos gut.

Ich kann das Buch noch nicht empfehlen, denn ich kenne es auch noch nicht! Aber es klingt interessant!

1. Ein Brief

Rechtsanwalt Joacim Behl
Hauptstr. 24
23996 Bad Kleinen

Buch „Washington, wir haben ein Problem: Lennon“

Hallo, liebe Fans der Beatlesmusik!

Ich bin Rechtsanwalt in Mecklenburg, der sich seit Jugendjahren für die Geschichte des Rock ’n’ Rolls interessiert, vor allem für politisch handelnde Künstler. Und ich möchte Euch ein Buch vorstellen, das ich in Eigenverlag in diesem Monat herausgebracht habe (verkaufe es auch über meine Kanzlei). Das Buch erzählt die Geschichte des Rock ’n’ Rolls, angebunden an die Figur John Lennon und seinen Beatles. Es (400 Seiten, A-5-Format) hat die ISBN: 978-3-937431-54-3, ist mit einem Festpreis von 14,90 € gezeichnet und vorerst in den Weiland-Buchhandlungen und im Beatles Museum Halle erhältlich. Ihr findet alle wichtigen Rock- und Popmusiker (auch wichtigsten Rockereignisse) der 50er bis 70er Jahre in dem Buch vertreten, mit denen Lennon auch persönlich zu tun hatte (was interessante Geschichten über das Zusammentreffen dieser Stars hergibt). Es ist zugleich ein politisches Buch, das die Auseinandersetzungen von prominenten Künstlern gegen Bevormundung und Verfolgung, für soziale Gerechtigkeit und Frieden in den USA und Westeuropa darstellt, angefangen bei Marlene Dietrich, Charlie Chaplin oder Humphrey Bogart in der McCarthy-Ära der 50er Jahre, über Pete Segers oder Bob Dylans Wirken gegen den Vietnamkrieg, über die „Street Fighting Man“-Zeit von Mick Jagger Ende der 60er Jahre bis hin zum Engagement amerikanischer Künstler wie Warren Beatty, Barbra Streisand oder Paul Newman gegen die Nixon-Regierung in den 70er Jahren. Die politischen Gegenparts dieser Künstler sind in den USA McCarthy, die Präsidenten Johnson und Nixon, Sicherheitsberater Kissinger, Gouverneur Reagan u.a, die ich durch eigene Zitate zu Wort kommen lasse. Brisantes politisches Thema der 60er und 70er Jahre ist der Vietnamkrieg. Ich stelle Praktiken von CIA, FBI oder sogar der Cosa Nostra (Stichwort Frank Sinatra und Rat Pack) gegenüber Künstlern in den USA vor. Lennon interessierte sich für Kennedy (den er aber nicht zu sehr vertraute), Martin Luther King oder Angela Davis, deren Wirken ich in kurzen eigenen Kapiteln beschreibe. Weitere Informationen zum Buch findet Ihr im „Statt-Vorwort“ und auf der Hülle des Buches.

Als geborener DDR-Bürger zeige ich auch die Behandlung des Rock ’n’ Rolls in der DDR immer wieder kurz auf, was nicht nur die „Ossis“ interessieren dürfte zum Kennenlernen der DDR-Geschichte. Vielleicht kann ich auch Euer Interesse am Buch wecken, bei mir erhältlich für 14,90 € für ein Buch und für 10,70 € ab Abnahme von mehreren Büchern, der Versandpreis über Deutsche Post ist eingeschlossen. Es ist schon schwer, ein eigenes Buch selber zu verlegen. Schwerer ist es, als unabhängiger Verleger ein bisschen Werbung zu machen. Ich versuche es einfach und verspreche, kein Dauermailer zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Joachim Behl



2. Das Vorwort des Buches

Statt Vorwort – Brief an HG

Ich kenne HG nur aus den öffentlichen Medien, kann also schlecht behaupten, ihn richtig zu kennen. Das ist nicht schlimm. Die Erde ist voll von Menschen, die ich nicht mal vom Namen her kenne. Schlimm wäre es für mich, die Menschen nicht zu kennen, die ich liebe. Ich bin aber voller Achtung vor dem Menschen HG, wie er sich öffentlich gibt. Und er tut nicht nur mir gut.

Ich bin heute Rechtsanwalt in einem kleinen mecklenburgischen Dorf am Schweriner See, bin nicht überlastet von Arbeit und Geld, trotzdem mehr glücklich und zufrieden als unglücklich und unzufrieden. Der Kampf um das innere Gleichgewicht sieht mich bisher als Sieger. Ich hatte Eltern, die mich zu Liebe und Achtung vor dem Leben erzogen. Meine Mutter war Neulehrerin nach dem Krieg in der DDR (natürlich die beste). Sie verstarb vor zwei Jahren an Krebs. Mein Vater war Förster (er liebt die Natur wie kein zweiter), der sich langsam von mir verabschiedet mit seiner Alzheimerkrankheit. Ich habe die liebste Frau, die mich vom Himmel holt, sollte ich zu hoch schweben, vom Boden aufhilft, sollte ich nicht alleine hoch schaffen. Ich habe die liebsten zwei Kinder, die ihren eigenen Weg gehen, von mir (hoffentlich) unsichtbar umsorgt.

Mich interessieren schon immer mehr lebende Menschen in all ihren Facetten (den inneren wie äußeren) als tote Materie. Deshalb liebe ich meinen Beruf und hoffe, ihn noch lange ausüben zu können. Mich interessiert das Handeln und Tun von Menschen, das mein eigenes Leben beeinflusst. Großvater hatte mir als Kind ein Buch geschenkt über einen deutschen Wehrmachtsoberst in der Schlacht von Stalingrad. Noch heute lese ich Bücher von Menschen, die an dieser Tragödie beteiligt waren, von deutschen wie von russischen Menschen. Mich interessiert, wie ihr Leben durch dieses Trauma beeinflusst wurde.

In meiner Kinder- und Jugendzeit hat mich tief beeindruckt, wie Menschen sich so etwas antun können wie den Vietnamkrieg, obwohl ich Jahrgang 1959 bin. Es gab in der DDR vorgegebene Antworten, die mich aber nicht befriedigten. Ich mag keine Antworten, die sich einzig auf irgendwelche Ismen beziehen, obwohl Menschen verantwortlich sind. Für viele Jugendliche in der DDR war der Film „Blutige Erdbeeren“ eine Offenbarung, zum einen die Geschichte über aufmüpfige Studenten und zum anderen diese einmalige Musik. Ich war begeistert vom Titel „Give Peace A Chance“ von John Lennon, der mich erstmals auf politische Rockmusik stießen ließ. Ich wollte wissen, was für ein Mensch John Lennon ist, der so eine Musik wagt aufzuführen. Ich war mir sicher, dass er sich damit nicht nur Freunde machte.

Mein Interesse an die Person John Lennon war geweckt, wobei mich vor allem seine öffentlich geäußerten Ansichten über seine Zeit interessierten, an denen man sich so gut reiben konnte. Der Mann war in keinen ideologischen Schubladen pressbar, was die Sache für mich gerade in der denkbevormundenden DDR so reizvoll machte. Natürlich stieß ich auf die Beatlesgeschichte, aber vor allem wollte ich mir auch ein Bild machen von den Menschen, die Lennon umgaben, von den Zeitgeschehnissen, die ihn beeinflussten. Vor allem das ist es, was mich heute noch zu Dokumentationen über Lennons Zeit greifen lässt.

Ich habe erstmals im Jahre 2000 ein Buch über Lennon veröffentlicht mit vielen Einzelgeschichten über die Kultur- und Kunstszene der 60er und 70er Jahre. Der Verleger hatte gleich 1500 Bücher drucken lassen, weil er selber über das Buchthema begeistert war. Wir haben es gemeinsam finanziert. Aber es wurde, glaube ich, mehr als ein weiteres Beatlesbuch von jährlich Hunderten neuen Beatlesbüchern gesehen. 300 Bücher habe ich der Bundeswehr geschenkt, als sie in Afghanistan einzog. Ich dachte, Lennon kann denen gar nicht schaden. Weitere Bücher erscheinen über das Beatlesmuseum Halle. Und weitere verschenke ich als Dankeschön an die Mandanten, die mich mit ihrer anwaltlichen Hilfe beauftragen. Bei fast 250 Anwälten allein im kleinen Schwerin kann das nicht schaden.

Inzwischen möchte ich eine neue kleine Ausgabe von diesmal nur 500 Büchern herausgeben. Ich habe die Geschichte Lennons nicht nur verbunden mit der Kunst- und Kulturszene seiner Zeit, sondern auch mit den politischen Ereignissen seiner Zeit, vor allem mit dem Verlauf des Vietnamkrieges aus der Sicht der beteiligten Kriegsgegner. Es ist beängstigend, wie aktuell die Sicht der Amerikaner damals ihre Sicht auf den Irak- oder Afghanistankrieg noch heute entspricht, wie sich Fehler wiederholen, die sich schon einmal als tragisch erwiesen. Aber nicht nur der Vietnamkrieg und die entsprechende Friedensbewegung vor allem in Amerika selbst habe ich versucht zu verarbeiten, sondern das amerikanische politische Klima nach Ende des zweiten Weltkriegs, mit dem auch Lennon bei seiner Übersiedlung in die USA in den 70er Jahren konfrontiert wurde. Seinem juristischen Sieg in seinem Rechtsstreit gegen die USA um seine Immigration verdankte Lennon einem Bundesrichter, der die Eheleute Rosenberg als russische Spione 1953 zum Tode verurteilte (Dylan schrieb den beiden den Titel „Julius & Ethel“). Die amerikanischen Politiker Nixon oder Reagan, mit denen sich Lennon auseinander setzte, begannen ihre politische Karriere zur unseligen Zeit des Kommunistenjägers McCarthy, der Künstler wie Pete Seeger oder Arthur Miller ins Gefängnis werfen lassen wollte. Es war Humphrey Bogart, der sich in Hollywood führend gegen McCarthy engagierte. Charlie Chaplin wurde die Einreise 1952 zurück in die USA verweigert wegen seinem sozialen Wirken. Der amerikanische Justizminister verfügte 1972 zeitgleich die Ausweisung Lennons wie den Einbruch ins Watergate-Hotel, der zu Nixons Ende als Präsident führte. Mich veranlasste die Skepsis von Lennon über Kennedy („Ich glaube nicht an Kennedy“) zu einem kurzen Abschnitt über diesen Präsidenten. Kurze Abschnitte schrieb ich auch über Martin Luther King oder Angela Davis, an die Lennon stark interessiert war. Es war Nixons Sicherheitsberater Henry Kissinger (maßgeblicher Vietnamkriegslenker), der den Streit zwischen der US-Regierung und Lennon im Immigrationsstreit entspannte. Natürlich habe ich auch die Studentenunruhen an der Berkeley-Universität im Mai 1969 näher beleuchtet, die den Regisseur Stuart Hagman unmittelbar zu seinem Film „Blutige Erdbeeren“ inspirierten. Es gibt zwei Titel „Sunday Bloody Sunday“ über die Bluttat in Nordirland 1972, einen von Lennon und einen von U2, die verschiedenen Lösungsansätze für den Nordirlandkonflikt anbieten.

Ich habe über das Verhältnis zwischen den DDR-Oberen und der Rockmusik in den 60er und 70er Jahren geschrieben. Das Buch enthält die Geschichte solcher Musiker wie natürlich die Beatles, Bob Dylan, Mick Jagger, Eric Clapton, Elvis Presley, Phil Spector, Elton John, David Bowie, die Beach Boys, Rolling Stones oder Led Zeppelin, über Lennons bekanntesten musikalischen Begleiter auf seinen Konzerten und Platten, eigentlich die Geschichte des Rock ’n’ Rolls.

O.K., ich schreibe deshalb soviel zum Inhalt, um etwas Interesse an das Buch zu wecken. Ich weiß natürlich, dass der Musiker HG sich stark politisch engagiert, auch für mich ein weiterer Grund, ihn zu verehren. Ich weiß nicht, ob er irgendeine innerliche Beziehung zu der Person John Lennons hat. Sollte es tatsächlich eine Beziehung geben, wäre es mir eine Ehre (und natürlich auch Hilfe), wenn er ein kurzes Vorwort zu diesem Buch schreiben würde über seine eigenen Gedanken zur Person von John Lennon. Er kann mir glauben, dass mir dieser Brief eine Menge Überwindung kostete zu schreiben, da ich um sein starkes soziales Engagement weiß, wohinter ich nur begrenzte Zeit für andere Projekte vermute. Aber meine Frau meinte, mehr als Nein kann er auch nicht sagen. Und vielleicht interessiert ihn ja das Thema. Mir ist es wichtig, die Erinnerungen wach zu halten an Persönlichkeiten wie Lennon, die einem noch heute Mut geben, sich mit gegen eine Entwicklung der Menschheit zu stemmen, die nicht nur die eigene Existenz in immer höheren Grade gefährdet. Ich bin zwar kein Pessimist, aber äußerst besorgt. Und ich bin äußerst unsicher, ob ich mit meinem Buch irgendetwas bewirken kann.

Sollte es eine Möglichkeit geben, HG für ein Buch über John Lennon zu interessieren, bitte ich um Mitteilung, was ich dafür zu tun hätte. Ansonsten wünsche ich HG alles Gute für die Zukunft.

Joachim Behl

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#2

RE: Eine Mail und ein Buch

in Off-Topic 31.10.2008 18:36
von HH aus EE (gelöscht)
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Mein lieber Hans,

zunächst großen Dank, für die Mühe, die Du Dir wieder einmal gemacht hast. Ich finde es immer wieder anregend, wenn jemand aus meinem näheren Umfeld mich auf etwas besonderes aufmerksam machen möchte.

Also habe ich Deine Zeilen gelesen und das Vorwort auch. Dann habe ich das Vorwort noch einmal gelesen und vorhin gerade noch einmal. Dieser Herr Behl kommt mir vor wie jemand, der unbedingt und mit gutem Grund etwas mitteilen möchte. Das kommt mir, mich selbst betreffend, sehr bekannt vor.

Bei mir stehen mehrere Bücher unterschiedlicher Autoren über John Lennon. Außerdem mehrere Bücher über die Fab Four, eines mit persönlicher Widmung von einem älteren Dresdener Herrn, den ich Freund nennen durfte und von dem ich viel gelernt habe.
Ziemlich stolz bin ich auf die Englische Ausgabe von "Light My Fire" von Pamela des Barres. Also noch einmal Rock-Stars der 60er aus wieder einer ganz anderen Sicht.

Um es kurz zu machen: Es bleiben immer noch haufenweise Fragen, den Musiker und Menschen John Lennon betreffend - nur - so lange die mir keiner endgültig beantworten kann, bleibt der Mythos Lennon (plus Beatles) für mich auch wirklich interessant.
Es ist so schön, so einen Jugendmythos mit sich rumzutragen und sagen zu können: Der ist meine und keiner soll ihn mir erklären! Also bitte, laßt mir doch mein Geheimnis.

Ich lege mir nachher Vinyl auf und lasse John singen "Sitting on a cornflake -waiting for the van to come ... I am the eggman..." und wehe einer versucht mir zu erklären, was John da warum singt! Er tut es, fertig!

Lieber Hans, dieses Buch ist sicher nichts für mich, aber ich werde Dir auch in Zukunft für jeden ehrlich Tipp dankbar sein und ihn aufsaugen.

Und darauf freue ich mich ehrlichen Herzens immer wieder.

Hartmut
zuletzt bearbeitet 31.10.2008 18:37 | nach oben springen

#3

RE: Eine Mail und ein Buch

in Off-Topic 12.11.2008 21:26
von Sonny | 1.740 Beiträge | 2031 Punkte

Das ist heute mein Tag der Entdeckungen. Für mich sind sie von Bedeutung, und beide Male hat HH den Anstoß gegeben. Danke. Und vor allem Dank an Wodka. Werd mich mal im Beatlesmuseum nach diesem Buch umgucken.


*
Doch die Zeiten ändern sich. Ob wirs mögen oder nicht. Alles hat seine Zeit.

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#4

RE: Eine Mail und ein Buch

in Off-Topic 13.11.2008 12:53
von sweetconnolly (gelöscht)
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Erst einmal Danke an Wodka für die Mühe.
Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich solchen Dingen gegenüber skeptisch. Solche Mails werden bei mir sofort gelöscht.
Was soll man davon halten? Wenn dieses Buch über eine ISBN Nummer verfügt, könnte man es eigentlich in jedem Buchhandel bestellen.
Warum wird über Mail geworben? Komische Sache muss ich sagen.
Ich höre die Beatles zwischendurch sehr gerne und John Lennon faszinierte mich auch sehr.
Aber Bücher, die ich kaufe, muss ich meist vorher mal einen Blick hineinwerfen, ob es für mich interressant genug ist.
Den Inhalt kann jeder anderes darstellen.
Ich gehöre allerdings auch nicht zu den Leseratten, mache ich es so wie mein Vorschreiber " HHausEE " und höre mir lieber die Musik an.
Trotzdem waren diese Zeilen seht interressant zu lesen.
zuletzt bearbeitet 13.11.2008 12:54 | nach oben springen


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