#1

OSTENde in Dresden bei Tante Ju

in Konzertberichte Ostrock allgemein 13.12.2009 13:31
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Ostende in Dresden
So richtig war ich gestern nicht von meinem Tun überzeugt, als ich mich auf den Weg zur Tante Ju machte, aber es siegte doch wieder mal die Neugier auf eine Bandzusammenstellung, die ich so noch nicht gesehen hatte. IC und Zöllner kannte ich bisher nur mit Soloprogrammen.
Wenn ich nicht wieder nette „Mitgehpartner“ wie Mary und Claudi gehabt hätte, wär ich auch hinter dem warmen Ofen im Striegistal geblieben.
Hab es aber keinesfalls bereut, mich auf den Weg nach Dresden gemacht zu haben.
Es ging gleich mit einer netten Einlage los. Nach den ersten Tönen versuchte hinter uns jemand einen klassischen Durchbruch in die erste Reihe. Ich kam mir schon vor, wie auf einem Puhdyskonzert und fluchte innerlich, dass das auch noch so ein groß gewachsener Fan war. Zum Glück machte er bei uns nur Zwischenstation, es war der Herr Zöllner auf dem Weg zur Bühne. Als dann stolperte er noch über das Bierglas von Mary, was dann umfiel. Sie wird ihm großmütig vergeben, denn wir lieben besonders die Bands, wo man sein Bier auf der Bühne abstellen kann und keine Security kommt und meckert.
Das Programm könnte man mit folgenden Schlagwörtern kurz und knapp beschreiben:
1. Interpretieren
2. Parodieren
3. Ignorieren
Sie sagten selbst, dass sie hier keinen „Fasching“ machen, da viele Bands, die sie heute hier covern, ja noch selbst aktiv sind. Die Titel wurden in den Falkenberg/Zöllner Stil transferiert und so neu aufgepeppt.
Nicht jeder Titel gefiel mir so, aber die meisten schon. Als ich es bei MySpace gehört hatte, war mir Vieles zu elektronisch, live hatte ich diesen Eindruck überhaupt nicht. Lag sicher auch an der super Begleitband, große Freude meinerseits, dass Helge Marx von den Toten Dichtern auferstanden ist, seine Gags machen das Ganze erst rund.
Für mich das Highlight war auf jeden Fall „Als ich wie ein Vogel war“, der Song hat mich wirklich erreicht. Auch der „Reichtum der Welt“ war im Programm und das Duo Zöllner/ IC trat den Beweis an, dass man diesen, an sich sehr schönen Titel, auch ohne weinerliches Gehabe eindrucksvoll an den Mann oder die Frau bringen kann.
Parodiert haben sie ganz genial Karat. Hier hatten sie den „König der Welt“ und den „Blauen Planeten“ im Visier, schade, dass sie nicht noch Händchen gehalten haben. Das Ostrock Klassik erfahrene Publikum hätte sich tot gelacht.
Auch im Ignorieren waren sie stark, das Flaggschiff des Ostrock kam nicht vor. Trotzdem hätte ich gern wissen wollen, ob sie die alten Herren interpretieren oder parodieren würden.
Die Zeit verging wie im Fluge, da beide starke Entertainer sind, und sehr kurzweilig plaudern können. Da ich nun schon einige Ostrockcoverprojekte gesehen habe, fällt mir die Entscheidung nicht schwer, dieses war das Beste.


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zuletzt bearbeitet 13.12.2009 19:36 | nach oben springen

#2

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju

in Konzertberichte Ostrock allgemein 13.12.2009 14:50
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

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#3

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju

in Konzertberichte Ostrock allgemein 13.12.2009 19:19
von Mary (gelöscht)
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Ich hatte gaaaaaaanz lieben Besuch aus Bayern, soeben hab ich ihn verabschiedet und kann endlich Petra "unterstützen", zumindest per Bild. Das "Wort" dauert noch etwas...
Nur noch soviel..., nicht Scholle fiel auf die Bühne, sondern mein noch genügend gefülltes Bierglas... - Dirk "stolperte" nur etwas, aber ich habe ihn wirklich nach Kräften versucht auf die Bühne zu schieben...

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#4

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju 12.12.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.12.2009 21:32
von Mary (gelöscht)
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OSTENde, das sind IC Falkenberg und Dirk Zöllner, die „fast versunkene Schätze“ der Rockszene des Ostens heben, polieren und aufmöbeln und sie dann „jugendlich frisch“ wieder auftischen…

Ich bin ehrlich, die Geburt von Ostende im Jahre 2002 habe ich verschlafen…, erst durch die Neuauflage gleichnamiger CD 2008 und die folgende Konzerttour wurde ich aufmerksam.
Ich liebe meine Jugendmusik über alles, ohne zu den „verstaubten Nostalgikern“ zu gehören und da ich mir bis heute eine gewisse Neugier bewahrt habe, war klar, Ostende in „Tante Ju“ in Dresden wird nicht ohne mich stattfinden.
Zöllner und Falkenberg, ich mag beide, habe ich schon in vielen Konzerten erlebt, aber gemeinsam auf einer Bühne, gemeinsam in einem Projekt, das ein Teilen der Präsenz voraussetzt, konnte ich mir sie nicht richtig vorstellen. Im Film nennt man sie wohl Diva, die hochkarätige Darstellerin der Hauptrolle…, was aber passiert, wenn zwei „Diven“ des Ostrock aufeinander treffen?!
IC und auch „Scholle“ stecken voller Energie und Selbstbewusstsein, gehen seit Jahren ihren Weg im Musikgeschäft (getrennt) bergauf, sind Persönlichkeiten mit einem hohen „Ich-Anspruch“ und wissen nicht zuletzt selbst, was sie können. Aber, sie sind auch Freunde… und das lässt solch ein Experiment zu – denk ich.

Wie immer war ich früh vor Ort. Ich liebe dieses Treiben vor den Veranstaltungen in „Tante Ju“ und man hat noch die Möglichkeit hier und da ins Gespräch zu kommen, was später kaum noch möglich ist. Die „Pausen-Füllmusik“ ist ziemlich laut. Die weit gereisteten Besucher kamen an jenem Abend aus München und das extra wegen OSTENDE!

Schon beim Einspiel des Intros verabschiedete ich mich von allen verstaubten Erwartungen…, ich wusste sofort, hier und heute würden die Songs meiner Jugend anders klingen. Aufgepeppt und voller Power wollten sie in jüngere Ohren und Herzen und klopften auch bei mir an, ob ich sie einlasse.
„Wir sind die Sonne“, mit diesem Titel freundete ich mich sofort an. Vielleicht kein Wunder, denn ab und zu hörte man hier, wenn auch anders, die Originalstimme von einst.
„Ich beobachte dich“ von Jessica, „Glastraum“ von City…, ich nahm auf, was die beiden da oben auf der Bühne sangen. Scholle (Dirk Zöllner) übernahm viele Ansagen, bewerkstelligte das locker, witzig und lustig. IC schien an jenem Abend eher der ruhige, gesetzte Pol zu sein, Scholle dagegen tanzwütig, immer in Bewegung. „Wind trägt alle Worte fort“, „Nach Süden“, „Mein Herz soll ein Wasser sein“, Titel von Lift, letzterer einst mit Stephan Trepte ließen mich besonders aufhorchen. Trepte, mein Favorit und Lift, eine meiner geliebten Heimatbands, wie sollte das klingen? Es klingt anders, ganz anders und doch öffnet sich mein Herz. Dieses Teilen der Songs, dieses abwechselnde Singen, diese Zwischenspiele…, hier muss ich sie endlich erwähnen, die Musiker, die noch auf der Bühne standen, den Keyboarder und Programmierer Frederik Sauer, Carl-Michael Grabinger am Schlagzeug und Helge Marx am Bass, klangen fremd und ungewohnt. Aber ich erkenne Song für Song, stimmlich haben sich hier zwei gefunden, die einfach zusammen passen.
Karatsongs klingen aufgepeppt nicht schlecht – eine „Spitze“ die neue Karat-CD betreffend fehlt auch hier nicht.
Alle genannten Songs, auch die von Renft, Silly, Biege, Paulke… erlebten hier eine Modernisierung. Ich wünsche allen, dass diese „Kur“ dazu führt, dass es nicht zum OstENDE der Musik meiner Jugendzeit kommt, sondern dass man sie unter OSTENde finden kann…!
Für meine Generation klingen die so aufgemöbelten Songs „gewöhnungsbedürftig“, doch was hindert uns daran, uns „reinzuhören“, neu zu entdecken?
Zum Mitsingen und die Vergangenheit feiern gibt es „noch“ die Konzerte der „Originale“. Aber hier stehen zwei auf der Bühne, die sich Gedanken um unser „Liedgut“ machen, die erkannt haben, wie wertvoll es ist, die versuchen, unsere Musik dem Anspruch der Zeit auf den Präsentierteller zu legen, die damit versuchen, jüngere Herzen zu erreichen. Ich gehöre zu den „Alten“, mag die Songs meiner Zeit im Original, aber ich lasse Veränderungen zu, höre mich rein, akzeptiere… und baue hier in Gedanken eine Brücke. Ich denke an ein ähnliches Projekt, „Stern akustisch“, wo alte Songs aufgepeppt in die nächste Generation getragen werden sollten.
Wir müssen uns entscheiden, lassen wir nichts Neues zu, stirbt unsere geniale Musik mit unserer Generation. Wollen wir das wirklich?
Ich nicht.

Die zwei „Diven“ haben sich zusammengerauft, sicher, „Scholle“ hätte den Text besser lernen sollen. Wobei ich das, durch meine Gespräche mit ihm vor und nach dem Konzert, aus anderen Augen sehe…, danach sage ich mir, live ist eben live…, wer es perfekt will, sollte lieber nur DVD’s konsumieren.

OSTENde…, sehens- und hörenswert, wenn man sich von allen verstaubten Erwartungen frei machen kann.

Angefügte Bilder:
Der Veranstalter _Hassel.jpg
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zuletzt bearbeitet 17.12.2009 22:36 | nach oben springen

#5

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju 12.12.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 16.12.2009 10:36
von Mary (gelöscht)
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"Scholles" Bauchlandung...

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#6

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju 12.12.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 16.12.2009 20:11
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Hier noch das bewegt, was mich bewegt hat:


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#7

RE: OSTENde in Dresden bei Tante Ju 12.12.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 16.12.2009 20:36
von HH aus EE (gelöscht)
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Mein lieber Mann – oder sollte ich lieber FRAU schreiben – nach meinem Gefühl und Verständnis hast Du, Mary, gerade Deinen „Meisterbrief“ in’s Forum geschrieben! Glückwunsch, ein wirklich sehr emotionaler, bildhafter und ehrlicher Bericht. Da bleibt kein Wunsch offen!

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