#1

THE ROAD BROTHERS mit Country & Western in DRESDEN

in Off-Topic 18.01.2010 17:46
von HH aus EE (gelöscht)
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ROAD BROTHERS, Country-Feeling & „Winterdienst” in Dresden

Schmuddelwetter, kalt, Spurrinnen auf den Straßen und unter dem Schnee ist es glatt. Es regnet leicht, Rutschgefahr! Da sollte man in meinem Alter zu Hause hocken, so ein Klischee aus meinen Jugendtagen. Doch wenn es um Musik geht, haben mich Klischees noch nie interessiert, gleich gar nicht solche, die eines vom Alter bedienen. Schnee von gestern!

Musik ist ein Jungbrunnen und wer’s nicht glaubt, sollte sich mal Willie Nelson, den alten Country-Barden zu Gemüte führen und weil der Typ mit dem ellenlangen grauen Haar und der unkaputtbaren Wandergitarre nicht selbst nach Dresden kommt, erfreue ich mich an den Klängen der Sächsischen ROAD BROTHERS, die der Musik von Nelson (plus, Jennings, Kristofferson & Cash = HIGHWAYMEN) eng verbunden sind.
Vor Jahresfrist hatte ich den Jungs meinen Besuch schriftlich und in Berichtform angeboten und nun war die Gelegenheit gekommen, die Ankündigung wahr zu machen. Damals hatten sie in Lauchhammer den REAL MUSIC CLUB schockartig aufgemischt und den Amerikanern BLUE MOUNTAIN ziemlich ungeniert und respektlos (beinahe) die Show gestohlen. So ein Erlebnis kann prägend und wegweisend sein. Jedenfalls für mich und der Weg nach Dresden „Zum Gerücht“ ist auch gut zu finden, dachte ich.

Nah an der Elbe finde ich die kleine Kneipe „Zum Gerücht“, zwar nicht auf einer „Old’n’Dusty Road“, so die neue Scheibe der ROAD BROTHERS, aber vom Schnee durchweichte, enge und regen(arsch)glatte Straßen führen auch in Dresden „back to the roots“, also zur Kneipe und auf einen Parkplatz, ein wenig abfallend und gefährlich nahe am Wasser gelegen. Im Hintergrund das dunkle Band der Elbe. Das sollte sich später noch als nachteilig erweisen.

Das „Gerücht“ hatte ich mir anders vorgestellt, aber mit den engen und verwinkelten Räumen war ich sofort per Du. Die kleine Hütte hat etwas sehr gemütliches und freundlich nostalgisches, etwas schräges und einladendes. Das Schmuddelwetter war vergessen und die drei Jungs von den ROAD BROTHERS nahmen mich herzlich in ihre Runde auf. Wir saßen eine Treppenkurve höher, wo die alten Balken ein paar noch ältere Bretter tragen, mit ihnen gemeinsam leise knarren und wo außerdem noch Löcher vorhanden sind, groß genug, um einen umfassenden Blick nach unten in den Schankraum zu haben. Das funktioniert übrigens auch in die andere Richtung, denn wenn man unten steht, sieht man da oben die vielen Plakate von Künstlern, die hier schon zu Gast waren. Darunter auch durchaus bekannte Gesichter und Namen.

Die Aktionsstätte der ROAD BROTHERS ist ein länglicher Raum mit einem Tresen, Sitzmöglichkeiten an den Wänden und einem Klavier irgendwo am Ende Richtung Örtchen. Gemütliche Western-Atmosphäre in Sachsen.
„Old’n’Dusty Road“ war dann auch der Opener des Abends: Banjo, Gitarre plus „Oma“. Von nun an lag Musik in der verrauchten Kneipenluft, Geschichten aus dem Wilden Westen, von Liebe und von Sehnsucht und Schmerz. „Sittin’ Here And Crying“ ist so ein Thema oder der „Worried Man Blues“. Wer die BEACH BOYS in den 60ern mit „Cottonfields“ (Baumwollfelder) in Erinnerung hatte, konnte die kraftvolle Version von Alex, Chris und Sebastian bewundern und mittanzen, so wie ein nett beschwipster Herr neben dem Ausschank mit einem Unikum von Wirt dahinter, immer ein Lächeln im Gesicht. Da bleibt auch nicht aus, dass schnell ungezwungene Konversation mit den Gästen entsteht, wenn Alex in seinem lockeren Säx’sch durch die alten Songs plaudert.

Im zweiten Block gab’s haufenweise flinkes Fingerpicking von Sebastian bei einem „Banjo-Medley“. Ist schon bewundernswert, das so aus der Nähe zu betrachten. Beim „Redemption Song“ sorgte Christian’s Bob Marley – Nummer für Gelächter und mit „I Walk The Line“ wurden Erinnerungen an JOHNNY CASH wach und auch hier wieder eine munter Säx’sche Erläuterung zum Gesangsstil der Amis, die es bekanntlich nur mit einer Zigarette im Mundwinkel tun, jedenfalls was das Singen betrifft.
THE ROAD BROTHERS spielen die alten Sachen in ihrer Weise, mit Achtung, Respekt aber Gott sei Dank auch mit einer gehörigen Portion Humor angereichert. Sie liefern den Beweis, dass Country, Punk und Grunge eigentlich nur ein paar Millimeter weit voneinander entfernt liegen und EMINEM nie etwas anderes als Bluesgrass im Hinterkopf hatte. Hipp Hopp ist Country-Music der Großstadthinterhöfe. Bei den ROAD BROTHERS werden lustig Musikstile und Musizierweisen durcheinander gewirbelt, dass kein Augen trocken bleiben und kein Fuß still stehen muss. Den alten Klassiker „Will The Circle Be Unbrocken“ hab’ ich dann folgerichtig auch leise mitgesungen und der nette Herr, nun vor mir setzend, schaffte es im seltenen „Angel-Säx’sch“ und alkoholgetränkt auch etwas lauter.

So eine geballte Ladung Country & Bluegrass aus dem Amerikanischen Süden in einer Sächsischen Kneipe macht schlicht Spaß und Songs wie „Ring Of Fire“ kennt nahezu jeder. Wäre es Sommer und angenehm warm gewesen, hätte es sicher auch jemanden gegeben, der bei „Down By The Riverside“ runter zur Elbe getanzt wäre. Bei „If I Had A Hammer“ ist allerdings auch niemand auf die Idee gekommen, den Songtext gar zu wörtlich zu nehmen. Die Mischung aus bekannten Traditionals und eher unbekannten Perlen macht den Zauber aus, der von diesen drei Jungs, auch bekannt als Alex Black, Strawberry Claw & Francis Kyoto, ausgeht und Songs wie „Swing Low Sweet Chariot“ laden förmlich zum Mitsummen, Wippen und Bier trinken ein.

THE ROAD BROTHERS sind in diesen Tagen und Wochen unterwegs, um ihr auf CD gepresstes Country-Feeling unter’s „Folk“ zu bringen. Die „Old’n’Dusty Road“ sind es wert, sowohl in der Kneipe um die Ecke als auch als Konserve entdeckt zu werden. Mehr dazu etwas später an gleicher Stelle.
Ich werde die alten und verstaubten Landstraßen zu den drei Sächsischen STRAßENBRÜDERN auf jeden Fall wieder befahren, wenn der Schnee getaut und das Eis geschmolzen sind und bei Glatteis sollte man niemals in einer Schräglage nahe dem Wasser parken. Wieder was gelernt, einen tollen Abend verbracht und die erste Sehnsucht nach alten und verstaubten Landstraßen im Sommer war spätestens auf der Heimfahrt im Schnee- und Regentreiben allgegenwärtig.

http://www.myspace.com/roadbrothers

http://www.zum-geruecht.de/

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 18.01.2010 17:52 | nach oben springen

#2

RE: THE ROAD BROTHERS mit Country & Western in DRESDEN

in Off-Topic 18.01.2010 18:24
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Die sind ja noch ganz jung - staun- , die Truppe merk ich mir .


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