Dr. Kinski’s Schocktherapie gibt es leider (noch;-)) nicht auf Rezept, obwohl die heilsame Wirkung dieser Therapie zumindest bei mir und einigen Freuden unumstritten ist. Egal wie schlecht ich drauf bin, nach einer Dr. Kinski – Mugge geht es mir immer wieder gut.Gestern hatte Dr. Kinski im „E – Werk“ Zossen wieder eine öffentliche Sprechstunde Lissi, Tina, Eddy und ich bildeten eine Therapiegruppe und gemeinsam machten wir uns auf den Weg ins Brandenburgische. Weit vor der Zeit kamen wir am „E – Werk“ an. Zuerst beschnupperten wir erstmal den Laden. Nachdem wir auch das musik-medizinische Personal begrüßt hatten, machten wir uns noch einmal auf in den Ort zwecks Nahrungssuche. Bei einem China – Imbiss wurden wir fündig. Nachdem wir gestärkt und gesättigt waren, ging es zurück ins E – Werk. Dort herrschte mittlerweile schon ein ganz schöner Trubel, der Laden war also nun sehr gut gefüllt und wir warteten auf den Beginn der Show. Von oben her wurde es uns ganz warm, denn an der Decke hingen zwei riesige Heizstrahler, die fleißig Hitze produzierten. Aber das Raumklima pegelte sich im Laufe des Abends ein.
Den musikalischen Reigen eröffnete die Band Feuerball(http://www.myspace.com/feuerballmusik) aus Berlin. Die 4 Herren gingen mächtig zur Sache legten eine flotte musikalische Schwermetall-Mugge hin. Starke Einflüsse von AC / DC bis ZZ Top waren in ihrer Musik deutlich zu erkennen. Das ist ja nichts Schlechtes und genau auch mein Ding. Noch dazu handelte es sich um eigene Titel und das dazu mit deutschen Texten. Feuerball gibt es seit dem Jahre 2006 und mir ist völlig unverständlich, wie mir die Band bis gestern entgehen konnte. Die Titel wie „Geradeaus“ „Lady Whisky“ „made in Berlin“ knallten wirklich ordentlich rein. Obwohl Sänger Alex Schmidt nach eigenen Angaben mit den Nachwehen einer Erkältung zu kämpfen hatte, röhrte er doch heftig gut ins Mikro. Wie klingt der Mann dann erst, wenn er „richtig“ bei Stimme ist? Das kurze, aber knackige Set von Feuerball brachte die Massen jedenfalls schon ordentlich in Stimmung und der Boden war also bestens bereitet für den Hauptact.
Nach einer kurzen Umbaupause hüllte Bühnennebel die Bühne ein und Dr. Kinski eroffnete die Therapie – Stunde mit „Hells Bells“. Sänger Lars Sens verwandelte sich für die folgenden Stunden wieder in den „irren“ Dr. Kinski und seine „Schwestern“ Stefan Schirmacher, Michael Linke, Dicki Grimm und Holly Burnette bereiteten dem Meister den musikalischen Teppich auf dem sich der Doc austoben konnte. Dicki Grimm spielte zum Auftakt mit aufgesetzer Schutzmask. Kinski forderte uns „wahnsinnige Patienten” in seiner charmanten;-) Art und Weise von Anfang an auf näher an die Bühne zu kommen und immer schön die Patschhändchen hochzunehmen. Besonders wenn die Bühne in rotes Licht getaucht war und der Bühnenebel dazu kam, sah es aus, als wenn Dr. Kinski geradewegs der Rock’n Roll – Hölle enstiegen wäre, um uns alle zu missionieren.
Der Sound war an diesem Abend richtig fett und die Musiker hatten auch ihren Spass an der Mugge.Die Gitarristen Lefty und Schirmchen lieferten sich so manches scharfe Gitarrenduell und sie trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen. Kinski besah sich das Ganze natürlich mit einem höllischen Grinsen. Die Grimassen, die er während der Show so schneidet, sind eigentlich schon alleine den Besuch einer Mugge wert. Natürlich gibt es bei Dr. Kinski – Konzerten auch sehr viel fürs Auge vom feuerspuckenden Gehilfen, über Dicki Grimm’s brennende Drumsticks bis hin zu dem vom Doktor höchstselbst mittels Abfeuern einer Panzerfaust erzeugten Papierschnippsel – Regen.
Bei Krachern wie „Sin City“, „Thunderstruck“oder„Back in Black“ brauchte man sich um gute Stimmung im Saal keine Sorgen zu machen.Headbanger und mitzappelnde Fans gab es reichlich und man sah auch auf der Bühne deutlich, dass Rock’n Roll eine schweißtreibende Angelegenheit ist.
Dem Rhythmus vom diensthabenden Tieftöner Holly Burnette und dem Gewitter von Dicki Grimm’s Schlagzeug kann man sich einfach nicht entziehen. Dr. Kinski spielten die Songs wieder hart am Original und die extravagante Show des Frontmannes setzte dem Ganzen wieder die Krone der Unverwechselbarkeit auf. Der musikalische Fünfer spielte diesen Abend übrigens ohne die sonst bei ihnen übliche Pause durch. „For those about to Rock“(„ we salute you“) kündigte das nahe Ende der Sprechstunde an, doch das begeisterte Publikum erkämpfte sich tapfer noch ein paar Zugaben. Die Intensiv – Therapie von Dr. Kinski hatte gestern mal wieder seine Wirkung bei uns und dem Großteil des Publikums nicht verfehlt. Zum Ausklang gab es noch den einen oder anderen Plausch und dann ging es heiter und beschwingt auf die Piste Richtung Heimat.
Gruß Kundi