#1

Karat zum Stadtfest in Cottbus 20.6.2010

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2010 19:30
von toms-daddy | 73 Beiträge | 98 Punkte

Karat in Cottbus

Stadtfeste haben ja ihre eigenen Gesetze und die Veranstalter sind immer in der Zwickmühle, mit dem vorhandenen Budget möglichst viel Publikum zu ziehen. Seit einigen Jahren machen sie, mit tatkräftiger Unterstützung der auflagestärksten Regionalzeitung, alles richtig, indem sie am Sonntagabend vor dem abschließenden Feuerwerk auf der Bühne im Puschkinpark Bands auftreten lassen „aus dem kleine Land, in dem wir aufgewachsen sind, das es nun aber nicht mehr gibt“ ( Zitat IC Falkenberg ) . Nachdem ich dort schon Stern Meissen, electra oder Veronika Fischer erleben durfte gab es diesmal also nun Karat.
„ Ich werde in diesem Jahr 40 Jahre alt und die Band wird 35 - das ist schon irgendwie komisch, stimmts ?“ - so Claudius Dreilich. Ja, kann man so sehen, muss man aber nicht.
Wir erlebten bestens gelaunte Musiker, die ohne Firlefanz, dafür mit sichtbarer Freude, die ständig wachsende Zahl der Zuschauer in ihren Bann zog.
Ehrlich Leute - schmeißt die Vorurteile über Bord, und geht mal wieder hin ! Der Junge macht es gut, ohne lange rumzulabern, ohne Anbiedern, so als wäre er schon immer dabei. Ich habe nichts von einstudierten Gesten gesehen - und jeder, der schon einmal ernsthaft auf der Bühne gearbeitet hat, weiß, dass vieles aus der Situation entsteht, dass man als Sänger instinktiv die Augen schließt, um sich zu konzentrieren oder einfach nur den Moment zu genießen.
Nach wenigen Sekunden waren die Bass-Drums und die Bassgitarre in Sound und Druck entschärft, und es war immer noch eine Rock-, keine Schlagermugge. Geht doch !
Na klar gabs die Standarts, aber eben auch einige neue Songs, die mir live wesentlich besser gefallen als vom Silberling.
„Opa“ Römer spielte mit einem Pflaster am Zeigefinger der Griffhand, blöder Zustand für einen Gitarristen, aber Bernd hat sich das Handicap nicht weiter anmerken lassen. Augenzwinkern, Situationskomik, herzliche Worte und Gesten auf der Bühne - jeder war immer irgendwie in Bewegung, Martin verließ seine ( verkleinerte ? ) Keyboardstation, die Meister der Saitenfraktion wechselten ständig die Position vor ihren seltsam weiß verkleideten Boxen, selbst Micha kam mal nach vorn ( für mich an einer dramaturgisch allerdings unglücklichen Stelle, denn es nimmt dem Lied den Charakter ).
Gibts was zu meckern ? Naja .... also beim „Narrenschiff“ und ( ausgerechnet !! ) beim „Albatros“ haben die Arrangements „Löcher“, und bei den „Mondscheinkindern“ hätte ich schon gern mal über Martins Schultern gesehen, ob die Spanish guitar am Anfang von den Keys kamen oder anderswie eingeflogen wurden, denn es holperte doch hörbar im Gesamtbild. Ach ja, Martin, du kannst die Jacke beim Mundi-Solo ruhig anbehalten, ehe du dich wieder verhedderst ;-))
Aber insgesamt gesehen war es ein erfreulich frischer Auftritt, Claudius hat die Bandmitglieder sehr originell vorgestellt und sich nicht ohne Grund am Ende bei allen Beteiligten ( incl. den Leuten von Licht, Ton, Merchandising ) bedankt.
Also ich hab mir das Cottbus-Gastspiel im November vorgemerkt - so, das habt ihr nun davon !

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#2

RE: Karat zum Stadtfest in Cottbus 20.6.2010

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2010 20:52
von Peg (gelöscht)
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Hallo Toms-Daddy!

Freut mich, dass Du, rückblickend auf das Stadtfest Cottbus 2010, ein insgesamt tolles Abschlussabend-Konzert-Erlebnis in Erinnerung behalten wirst. Danke, dass Du Deine Eindrücke über den Auftritt von KARAT hier hinterlassen hast!

"Mondscheinkinder"? Kannst Du zu dem Lied noch was schreiben? In welche musikalische Richtung geht das? Eher etwas Stilles in der Art von "Kleine Nachtmusik"? Das scheint dann eines der neuen Lieder zu sein, die leider keinen Platz auf "Weitergeh'n" gefunden haben... Bin gespannt, ob sie das Lied dann bei der Herbst/Winter-Tour auch noch spielen, hoffentlich!!!

Ich war ja am 10.04. - wie ich hier an anderer Stelle ausführlich berichtet habe - beim Jubiläums-Konzert in Erfurt. Und das, was sie dort, jeder auf seine eigene Art und auch alle zusammen, live abgelifert haben - da wiederhole ich mich sehr gern - war wirklich Klasse und überzeugend! Soll heißen: Ich brauche in der Hinsicht keine Nachhilfe mehr... ;-)))

Ich bin Deiner Meinung: Mir gefallen die neuen KARAT-Lieder in der Bühnenvariante auch viel besser als die aus der Konserve!!!

Wobei ich aber auch ehrlich zugeben muss: In die "Weitergeh'n"-CD musste ich mich ein bisschen "reinfinden". Doch mit jedem Mal hören fand ich sie besser (und sie gefällt mir nach wie vor richtig gut!!!)

Freue mich auf die Dezember-Konzerte in Dresden und Leipzig (04. und 06.12.) und hoffe, dass sich vorher vielleicht auch nochmal eine Möglichkeit ergibt, Claudius und Co. live zu erleben.

Beste Grüße - Peggy (mit Ellchen)

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#3

RE: Karat zum Stadtfest in Cottbus 20.6.2010

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2010 21:41
von manu1947 | 255 Beiträge | 309 Punkte

hey peggy, das mit den mondscheinkindern betrifft die entstehung des songs kleine nachtmusik.
danke für deine ausführungen lieber toms-daddy. lg manu


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