Bericht Teil 2:
Kaum zu glauben, dass Egon noch im Jahr 2008 öffentlich(im Interview bei www.deutsche-mugge.de) ein Comeback von Transit nahezu ausschloss. Von Linde zu Lindenberg ist es nicht weit. Nicht nur, dass sich Egons Nachname in dem Wort Lindenberg wieder findet, auch seine Gesangsstimme erinnert in einigen Facetten stark an den Panikrocker. Diese Ähnlichkeit der Stimmen war für die Band früher sicher Segen und Fluch zu gleich. Doch auf dem Vergangenen liegt längst der Staub der Geschichte. Transit ist längst im Jahr 2010 angekommen und das mit einem Sack voll neuer Titel, die sich thematisch und musikalisch nahtlos in die Setlist einfügten.
Einer der Transit seit Bandgründung wesentlich mitprägte, ist Keyboarder Siggi Scholz. Daran hat sich bis heute nichts geändert .Scholz hat viele Lieder komponiert und auch die meisten Texte stammen aus seiner Feder. Sein dezentes Keyboardspiel trägt auch heute noch zum typischen Transit-Sound bei. Doch Siggi kann auch gut mit der Mundharmonika umgehen Davon konnten sich die Zuhörer in der Strandbar persönlich bei dem Lied „Der Junge sitzt am Ufer“ überzeugen. Die Sehnsucht des besungenen Jungen auf das Erwachsenwerden, auf Abenteuer und die Weite des Meeres schwang da förmlich in dieser Mundharmonika-Melodie mit. Auch beim von Transit vorgetragenen Ausschnitt aus der „Störtebecker-Suite“ kam die Munti zum Einsatz.
Natürlich freuten sich die Zuhörer besonders über die alten Schmuckstücke aus der Transit-Schatulle wie „Zelten“, „Bernsteinhexe“, „Winter an der See“ oder „Jona“. Doch auch die neuen Lieder wie „Vorbei an Dänemark“, „Vineta“ oder „Wandlungen“ kamen beim Publikum gut an. Eigentlich haben auch diese Titel das Zeug dazu Klassiker zu werden. Nur kennen wir alle ja das leidige Problem, dass gute Musik manchmal kaum den Weg ins TV oder ins Radio findet. Da bin ich schon ganz froh, dass die neuen Lieder demnächst auf CD erscheinen.
Transit war immer eine Band, die man nicht so einfach in eine Schublade stecken konnte. Wenn man so will, war das sogar ihr Qualitätsmerkmal bzw. Markenzeichen.
Warum das so war und auch noch ist, wurde wieder einmal bei diesem Konzert deutlich. Inhaltlich war die Band nie nur auf ein Thema festgelegt. Sie spielten die Lieder von Menschen und Meer, von Sagen, Mythen und Legenden gleichberechtigt neben den ganz normalen Alltagssongs. In eine musikalische Schublade passten die Jungs auch noch nie. Bei Transit hörte man damals, wie heute auch noch, im Laufe eines Konzertes an alte Volkslieder angelehnte Titel, melodiebetonte, gefühlvolle Balladen und auch treibende Rocknummern einträchtig nebeneinander.
Die Hecht-Zwillinge Hartmut(Gitarre, Keyboard) und Manfred(Bass) sowie Schlagzeuger Hans-Jürgen Beier möchte ich keinesfalls vergessen, denn auch sie haben in der Strandbar solide Arbeit abgeliefert. Da gab es wirklich nix zu meckern. Doch noch war der letzte Ton nicht verklungen, denn da fehlte ja noch ein Sahnehäubchen ohne das ein Transit-Konzert nicht vorstellbar ist. „Ein Mädchen wie du“ löste natürlich so manche ganz persönliche Erinnerung aus und in einzelnen Gesichtern sah man so ein ganz zaghaftes, verstohlenes Lächeln.
Auch ein kleines Häuflein Menschen kann ordentlich Lärm machen, wenn es sich eine Zugabe erkämpfen will. Natürlich hatte Transit ein Einsehen und was im Zugabenteil folgte, war eine echte Überraschung: Egon hat sich von den vielen Anfragen der Fans bei den Konzerten erweichen lassen und hat den Udo wieder hervor geholt. Wie in alten Zeiten schmetterte Transit in Lindenberg’scher Manier den Marlene Dietrich-Klassiker „Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt“ von der Bühne. Donnerwetter, das hat aber gerockt!
Zum Abschluss des Abends präsentierte die Band noch etwas Mecklenburger Volks- und Heimatdichtung in Form des vertonten Gedichtes „Heiho“. Ziemlich schnell brach ich nach dem Konzert auf. Hinter mir lag ein schöner Abend mit einer spielfreudigen Band und vor mir lag bald die freie Autobahn. Ich liebe freie Fahrt…;-)
LG Kundi