#1

Erinnerungen an GEORGE HARRISON - "Alles muß vergehen"

in Off-Topic 25.02.2011 15:23
von HH aus EE (gelöscht)
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„Alles muss vergehen“ – Erinnerungen an George Harrison
(25.02.1943 – 30.11.2001)

Er war einer von Vieren, die die Musikwelt veränderten. Hätte eines der vier Puzzle-Teile gefehlt, wären sie sicher nie als die FAB FOUR in die Geschichte der Rockmusik eingegangen und selbige wäre auch anders verlaufen. Er war die außergewöhnliche Gitarre, die weiche Stimme und der stille Beatle im Hintergrund. Heute würde GEORGE HARRISON seinen 68. Geburtstag feiern.

Ein Schulfreund von mir in den 60ern hatte zwei Singles. Die eine war „Get Off Of My Cloud“ von den Rolling Stones mit „I’m Free“ als B-Seite (was für eine gigantische Nummer!) und die andere „Lady Madonna“ von den Beatles mit der George Harrison – Komposition „The Inner Light“ als Rückseite. Beide Singles stehen noch heute exemplarisch für eine revolutionäre und innovative Musikepoche und außerdem quasi als Beispiel für die Gefühlswelt der Beatles- und Stones-Fans. Dieses besondere „Innere Licht“ hat mich seither nie wieder verlassen und diese Musik war insgesamt sicher mehr Verständigung zwischen den Völkern, als so manche Regierenden vertragen konnten und für mich ganz persönlich der beste Englischunterricht, den ich je hatte.

Jeder Jugendliche in den 60ern, der irgendwie meinte, etwas mit Rebellion und Musik zu tun zu haben, hatte entweder einen Lieblings-Beatle oder war Stones - Fan, manchmal auch beides. Ich für meinen Teil meinte immer, JOHN LENNON nacheifern und wie er sein zu müssen. Ganz Rock’n’Roller und bissiger Worte-Formulierer, Rebell und gleichzeitig sarkastischer Kritiker. Erst nach und nach dämmerte mir, dass der eher stille, zurückhaltende und ebenso Gitarre spielende GEORGE HARRISON mein musikalisches Pendant war. Der Schlüssel zu dieser Erkenntnis hieß „Here Comes The Sun“, ein in drei Minuten gepresstes Glanzstück Pop-Musik, und eben „The Inner Light“, zwei Songs, wie es sie nur ganz, ganz selten gibt.

John Lennon und Paul McCartney neben ihm warfen so große Schatten, dass er darin meist eintauchte und nur ganz selten aus diesen Schatten heraus trat und dann aber auch in besonderer Weise etwas ausstrahlte, das nur er konnte. Seine Ideen, die er in die Musik der BEATLES einbrachte, waren immer von ganz besonderer Natur und sein Gitarrenspiel hatte eine Bandbreite, die erst beim genauen Hinhören seine Einzigartigkeit offenbart. Man höre sich „Isn’t It A Pity“ oder „While My Guitar Gently Weeps“ an und genieße, was da zu hören ist.
HARRISON’s Gitarrenspiel ist von zahlreichen Besonderheiten und Finessen geprägt und sei es nur so etwas, wie die „vertauscht“ aufgezogenen Saiten seiner 12-saitigen Rickenbacker, die Roger McGuinn von den BYRDS zu seiner Art des Gitarrenspiels angeregt haben soll.

GEORGE HARRISON inspirierte die drei anderen BEATLES zu einer Reise nach Indien zu einer Zeit, als die Band dringend neue Ideen brauchte, die man letztlich in dieser anderen Klang- und Gedankenwelt des Hinduismus und der Hare-Krishna-Bewegung fand. Dort Lernte HARRISON auch RAVI SHANKAR kennen, der Rest ist hinlänglich bekannt und aus unterschiedlichsten Sichten erzählt worden.
Die Begegnung mit RAVI SHANKAR hatte die Veröffentlichung des Dreifach-Albums „All Things Must Past“ mit dem Überhit „My Sweet Lord“ zur Folge und mündete letztlich im „Concert For Bangla Desh“. Damit war der Grundstein für eine beispiellose Serie von Benefiz-Konzerten der nachfolgenden Rock-Geschichte gelegt, jedoch sollte nie wieder eines der nachfolgenden Events, mit Ausnahme von LIVE-AID vielleicht, die Ausstrahlung und Bedeutung dieses Konzertes erreichen.

Alle weiteren Solo-Alben von GEORGE HARRISON erreichten nicht mehr die ganz großen Chart-Erfolge und gaben auch keine Riesenhits mehr her. Dabei ist beinahe jede dieser Scheiben eine besondere musikalische Gefühlswelt und Juwel für sich und beim genauen Hinhören voller einzigartiger Perlen. Gleich, ob es das gefühlvolle „Give Me Love (Give Me Peace On Earth)“, die beinahe Schunkel-Nummer “Ding Dong” oder das hinreißend schöne “Your Love Is Forever” ist. Diese Musik fesselt vom ersten bis zum letzten Ton. Mit seinem 1987er Album „Cloud Nine“ schaffte es GEORGE noch einmal ganz nach oben und mit „Got My Mind Set On You“ von diesem Album bis in die Charts und zu MTV. Doch eigentlich war ihm der ganze Erfolg und Rummel eher peinlich und folgerichtig wurden seine Live-Aktivitäten und öffentlichen Auftritte immer seltener. Das Doppel-Album „Live In Japan“ von 1992 dokumentiert eine seiner letzten Live-Aktivitäten. Eric Clapton drängte Harrison auf die Bühne und begleitete ihn gemeinsam mit Ray Cooper und einer illustren Schar von Musikern auf seiner wohl letzten großen Tour zu seinen Fans.

Eher zufällig, um das Album „Claud Nine“ zu bewerben, traf sich GEORGE HARRSION im Studio von BOB DYALN mit ROY ORISON und TOM PETTY für eine Session zu einem einzigen Song. Aus dieser Laune heraus entstand in nur 10 Tagen das Album der „Traveling Wilburys“, unter dessen Pseudonym die vier bekannten Musiker ein kleines Meisterwerk ablieferten. Der Song „Handle With Care“, um den es ursprünglich ging, wurde ein Charterfolg und das Album ein Zeitdokument einer unkomplizierten Zusammenarbeit von vier exzellenten Musikern und Freunden mit dem Produzenten JEFF LYNNE. Trotz Orbison’s Tod im Dezember 1988 spielten die verbliebenen Stars gemeinsam eine weitere Platte unter dem Titel „Vol. 3“ ein.

In den folgenden 1990er Jahren beteiligte sich HARRSION an unterschiedlichen Projekten, vor allem aber an der umfangreichen „Beatles-Anthologie“, die insgesamt drei Dreifach-Vinyl-Alben umfasst. In dieser Zeit wurde beim ihm eine Krebserkrankung diagnostiziert und er überlebte ein Attentat eines psychisch Kranken nur knapp. Der Künstler zog sich vollständig in sein Privatleben zurück. Am 29. November 2001 unterlag er im Kampf gegen den Krebs.
Das fast fertig gestellte Album „Brainwashed“ (2002) vervollständigte sein Sohn Dhani gemeinsam mit Jeff Lynne als Produzenten.

Es muss nicht immer ein runder Geburtstag oder eine dieser schrecklichen Todesnachrichten sein, um sich eines Musikers zu erinnern. Einer, der mit seiner Musik die Seelen so vieler unterschiedlicher Menschen zu berühren und ihr Fühlen zu vereinen wusste, sollte auch mal wieder nur so zwischendurch in unser aller Wahrnehmung gerückt werden. Mir war einfach danach, denn seine Musik und ihre Gedankenwelt ist Teil meines Lebens geworden, auch wenn es mal vergehen wird, denn „All Things Must Past“.


Ich habe das hier gemacht, um an einen großartigen Musiker und einen Helden meiner Jugend zu erinnern. HH

Angefügte Bilder:
01 Beatles 1.jpg
02 Harrison.jpg
03 Beatles - Lady Madonna.jpg
04 Harrison, Bangla Desh.jpg
05 Harrison - All Things....jpg
zuletzt bearbeitet 11.03.2011 18:58 | nach oben springen

#2

RE: Erinnerungen an GEORGE HARRISON - "Alles muß vergehen"

in Off-Topic 26.02.2011 09:57
von Kundi (gelöscht)
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Die Beatles und die Stones waren damals Wegbereiter und es ist meiner Meinung nach gut möglich, dass die Musikgeschichte( auch und besonders in der damaligen DDR)ohne diese großartigen Bands einen ganz anderen Verlauf genommen hätte.
Es ist schön, dass HH auch für die jüngere Generation solche fundierten und persönlichen Einblicke in die Vergangenheit gibt und damit auch die betreffenden Musiker würdigt.
DANKE!

LG Kundi

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#3

RE: Erinnerungen an GEORGE HARRISON - "Alles muß vergehen"

in Off-Topic 26.02.2011 13:01
von Bernd (gelöscht)
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Erinnerungen an Musiker, die unsere Zeitgeschichte schrieben, und dazu gehören zweifelsohne die Beatles und die Stones dazu !
Danke Hartmut, daß Du uns daran teilhaben läßt !

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#4

RE: Erinnerungen an GEORGE HARRISON - "Alles muß vergehen"

in Off-Topic 11.03.2011 18:47
von Diboland | 6 Beiträge | 6 Punkte

Kleiner Fehler es war der 29.November.

Und der ELO Obermacker heisst Jeff Lynne.

zuletzt bearbeitet 11.03.2011 18:48 | nach oben springen


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