#1

Monokel am 07.05.11 im Striegistal in den Kalkbrüchen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 08.05.2011 10:25
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Wir hatten hohen Besuch, extra aus Berlin.
Das Monster vom Schilkinsee gab sich die Ehre im Striegistal.
Also wenn ich es nicht gesehen hätte, ich würd´s nicht glauben.
Im Waldhaus in Kaltofen, besser bekannt als Kalkbrüche, spielte Monokel und zeigte der Dorfbevölkerung mal, was Kraftblues ist.
Damit ist Monokel meines Wissens die erste Ostrockband von Bedeutung, die es ins Striegistal geschafft hat.

Der Wirt der Kalkbüche in Kaltofen veranstaltet jährlich mehrere Events, alles in Richtung Blues.
Das Gelände ist groß, für Regenschauer war ein Zelt vorhanden und es hatten erstaunlich viel Bürger das versteckte Waldhaus gefunden. Es ist eine tolle Veranstaltungsstätte – meilenweit nichts als Wald und Wiese – da kann man richtig schön Krach machen, ohne dass die Nachbarn nerven.

Und es waren richtig viele Leute da, bis von Bautzen und Berlin war man angereist, viel unmittelbares Fanpublikum von weiter weg, aber auch genügend Einwohner der Großgemeinde Striegstal, die sich auf einer Diagonale von 18 km im Landkreis Mittelsachsen ausbreitet.

Die Jugendbrigade aus dem oberen Erzgebirge hatte wegen Verhinderung sogar ihre Oldies delegiert.

Lefty übte erst mal das Aussprechen des Wortes Striegistal beim Soundcheck und er kriegte es perfekt hin.
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, auf meinem Platz sitzen zu bleiben und altersgerechtes Verhalten an den Tag zu legen, damit sich mein Mann nicht für mich schämen muss.
Aber nach dem Lefty zwei Mal die Leute aufforderte, vor zu kommen, konnte ich dem einfach nicht widerstehen. War auch gut so, tolles Konzert, super Stimmung.

Neben den Klassikern spielten sie auch neue Titel, die ich noch nicht gehört hatte. Der Wiedererkennungseffekt setzt beim Publikum immer ein, wenn solche Titel wie die „Schwarze Marie“ oder das „Monster vom Schilkinsee“ gespielt wurden. Viele Leute wussten mit Monokel nichts anzufangen, wie ich aus den Diskussionen hörte, aber die Herren aus Berlin hatten das ganz schnell im Griff.

Leider konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben, die nächste Mugge wartete…

Aber schon im Juni findet wieder ein Konzert in den Kalkbrüchen statt. Es wurde für die Kollegen Kowa und Kleinow extra ein Werbeblock eingeschoben, leider war ich da nicht schnell genug am Drücker.
Aber das Plakat lade ich schon immer mal mit hoch.

Erwähnenswert ist noch die Konstruktion der Bühnenüberdachung. So etwas hab ich echt noch nicht gesehen, die Striegistaler sind eben ein erfinderisches Völkchen. Aus Aluleitern, Holzlatten und Panzertape hatten sie eine Überdachung gebastelt, und das Tolle daran ist, Monokel wurde nicht davon erschlagen.

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#2

RE: Monokel im Striegistal in den Kalkbrüchen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 08.05.2011 15:18
von Kundi (gelöscht)
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Für eine MONOKEL-Mugge fahre ich schon mal bis ans Ende der Welt...oder bis ins Striegistal
Das Waldhaus ist wirklich sehr schön gelegen. Man muss es als ortsfremder Gast nur erst mal finden.
Aber Versorgung und Preise waren vollkommen okay. Der Eintritt mit 12 Euronen verdient sogar mal ein besonderes Lob. Das nenne ich wirklich erschwinglich. MONOKEL war bestens aufgelegt. Die Band rockte ausgiebig von etwa 21.20 Uhr bis weit nach Mitternacht.

LG Kundi

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#3

RE: Monokel im Striegistal in den Kalkbrüchen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 08.05.2011 16:10
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Ja wirklich, als Kundi erschien dachte ich an eine Erscheinung, mit ihm hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet, da er ja einen anderen wichtigen Termin hatte. Ansonsten hätte ich ihm ja auch erzählt, wie man das ganz einfach findet.

Ein Titel ist sowieso von Monokel mein Lieblingshit und ich sag mal, "leider", in diesen Dörfern sehr aktuell.

Schweine nach vorn:

http://www.youtube.com/watch?v=TBQXWpdz7_s


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zuletzt bearbeitet 08.05.2011 16:10 | nach oben springen

#4

RE: Monokel im Striegistal in den Kalkbrüchen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 08.05.2011 19:49
von Kundi (gelöscht)
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Ich habe es heute mit dem Monat Mai. Es ist ja auch fast zu schön, um wahr zu sein, was um uns herum zurzeit passiert. Endlich hat Mutter Natur sich aufgerappelt und beschert uns nach dem langen Winter sonnige Tage und leuchtendes Grün an den Bäumen und auf den Wiesen. Dass die Vögel zwitschern und der Flieder blüht, ist sicher auch Grund zur Freude. Für die Freunde der gepflegten Beat- und Rockmusik beginnt gleichzeitig die schönste Zeit des Jahres, denn die open air-Saison ist offiziell eröffnet und sie kommt langsam auf Touren. Viele Konzerte auf Frühlings-, Brauerei- oder Stadtfesten stehen an und oft sind diese sogar kostenlos. Der Blick in die Programme dieser Volksfeste in der Umgebung gehört für mich deshalb seit ein paar Jahren zur Pflichtlektüre. Das alte Sprichwort „mit Geduld und Spucke fängt man eine (gute) Mucke Mugge" bewahrheitet sich in diesem Zusammenhang gar nicht mal so selten. Zum Beispiel konnten wir am 30.April BERLUC beim Neustädter Frühling in Dresden und am 01.Mai KARUSSELL beim Birkenfest in Colditz für lau erleben. Ich mag die Freiluftsaison aber nicht nur wegen der gelegentlichen Gratismuggen und der erlaubten Raucherei. Open air-Konzerte entfalten ihren eigenen Reiz und manches Fleckchen schöner Erde hätte ich möglicherweise nie besucht, wenn dort nicht Band X, Y oder Z gespielt hätte.

Ein besonders schönes Beispiel dafür ist das Konzert meiner geliebten Kraftblues-Brigade MONOKEL am vergangenen Sonnabend am Waldhaus im Striegistal und darüber möchte ich jetzt ein paar Gedanken verlieren. Jahrzehntelang waren mir Große und Kleine Striegis, zwei Nebenflüsse der Freiberger Mulde, sowie die Gegend drumherum piepegal. Oft bin ich in den letzten Jahren auf der Autobahn achtlos über die Brücke gefahren, die die kleine Striegis überquerte. Es musste erst eine Mugge sein, die mich in dieses verträumte Tal lockte. Das Striegistal gab übrigens der im Jahr 1994 aus damals 6 selbstständigen Ortschaften neu gegründeten Gemeinde ihren Namen. Ungefähr 2000 Seelen wohnen in dieser idyllischen Gegend. Bei Berbersdorf verließ ich die BAB 4 und mein Navigator führte mich ein paar Kilometer zuverlässig bis mitten in den Ortsteil Kaltofen. Doch dann war wieder mal guter Rat teuer, denn mein elektronischer Reiseführer wusste nicht mehr weiter. Der Veranstaltungsort war jedenfalls weit und breit nicht in Sicht. Eher gefühlsmäßig fuhr ich in die richtige Richtung und nach mehreren hundert Metern sah ich endlich ein Hinweisschild zum Waldhaus. Eine schmale Straße führte mich in die waldreiche Gegend. Dem Herdentrieb folgend, machte ich dann einen strategischen Fehler und parkte meine Kalesche viel zu früh am Straßenrand. Doch das hatte auch etwas Gutes, denn ich konnte beim anschließenden Fußmarsch die atemberaubende Schönheit der Natur wirklich genießen. Es ging per Schusters Rappen noch etwa 500 - 700 Meter weiter hinab ins Tal. Der Anblick von Wald und Wiesen entschädigte mich für die Lauferei. Sonst halte ich ja bei Konzertbesuchen eigentlich alles was über 50 Meter Fußmarsch hinaus geht für Landstreicherei. Doch dieses malerische Tal und das schöne Wetter stimmten mich milde. Außerdem hatte ich auch noch genug Zeit. Nur bei den vielen freien Parkplätzen kurz vorm Ausflugslokal „Waldhaus“ stieg noch mal kurz so etwas wie Ärger in mir auf. Dieses Gefühl legte sich aber ganz schnell.

An der Abendkasse legte ich moderate 12 Euros Eintrittsgeld hin und erkundete anschließend das Gelände. Für Getränke und feste Nahrung war bestens gesorgt. Man musste nirgends lange anstehen und auch die Preise waren human. Etwas entfernt von der Bühne luden Biertisch-Garnituren zum Verweilen ein und es herrschte eine lockere, entspannte Atmosphäre. Obwohl das „Waldhaus“ wirklich hinterm Mond gleich links liegt, war das Konzert sehr gut besucht. Auch davon war ich angenehm überrascht. Wie mir eine befreundete Ureinwohnerin aus Striegistal erzählte, war es das erste Mal überhaupt, dass in diesen Gefilden eine bekannte (Ost-)Rockband auftauchte.

---Fortsetzung folgt----

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zuletzt bearbeitet 09.05.2011 22:34 | nach oben springen

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RE: Monokel im Striegistal in den Kalkbrüchen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 10.05.2011 13:16
von Kundi (gelöscht)
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Bericht Teil 2:

Bereits gegen 21.20 Uhr marschierte die Brigade Kraftblues im Gänsemarsch zum „Berliner Luft“- Gedöhns von der Konserve auf die Bühne. Die Jungs waren wohl selber schon richtig heiß auf die Mugge. „Immer noch da“ ist der erste Song des Abends. Eigentlich passt der Slogan „immer noch da“ wie die Faust aufs Auge zu MONOKEL. Seit 35 Jahren gibt es die Band nun schon. Wenn ich heute mal die Zeit Revue passieren lasse, dann kann ich nur voller Respekt und Dankbarkeit meinen Hut vor den Jungs ziehen. Sie haben nie irgendeinen Trend hinterher gehechelt und haben immer ihr Ding durchgezogen. Aus dem Hause MONOKEL stammen zahlreiche zeitlose Lieder. Die Band entwickelte einen eigenen Stil aus Rock und Blues, der sie deutlich von anderen abhebt. Mit „Bye bye, Lübben City“ hat die Kraftblues-Brigade sogar eine Hymne über die Tramper, Kunden und Blueser der endsiebziger bzw. frühen achtziger Jahre im Osten des Landes geschrieben und damit der Szene im Prinzip ein musikalisches Denkmal gesetzt. MONOKEL war und ist an erster Stelle jedoch eine großartige Live-Band. Seit 35 Jahren sind die Jungs auf einer nie endenden Tour vom Kap Arkona bis zum Fichtelberg unterwegs und die Fans halten der Band gerne die Treue. Ich habe auch schon viele MONOKEL-Gigs erlebt und jeder war irgendwie anders. Außerdem sind Lefty, Kuhle und Co. immer bodenständig geblieben. MONOKEL hat auch die Tiefschläge wie die zahlreichen Besetzungswechsel, die Zeitenwende, einen mit der Kasse durchbrennenden Manager und sogar einen Gerichtsprozess um die Namensrechte mit Ex-Mitglied Jörg „Speiche“ Schütz überstanden.

MONOKEL ist immer besonders gut, wenn sie hautnah bei den Fans rocken. Auch im Striegistal brach das Eis schon nach wenigen Minuten und die Band steigerte sich im Verlaufe wieder mal in einen wahren Spielrausch. Dank Michael „Lefty“ Linke’s freundlicher Aufforderung war der freie Platz vor der Bühne beim zweiten Song "Berlin“ schon reichlich gefüllt. Die jung gebliebenen Kraftblues-Fans sangen fortan gemeinsam mit der Band den Blues und viele tanzten dazu sogar. Ist MONOKEL-Musik eigentlich „Tanzmusik“? Ja und nein, natürlich reißen Lieder wie „Wahrheiten“ oder „Wie die Großen“ die Leute mit und durch den treibenden Rhythmus fangen die Beine bei vielen von alleine an zu zucken und sich zu bewegen. Das ist auch gut so und das wird sicher so bleiben. Aber die (Alltags-)Texte vieler Lieder sprechen trotzdem eine eindeutige Sprache. Sie greifen, ohne den belehrenden Zeigefinger zu heben, viele Probleme von Mensch und gesellschaftlichen Umfeld auf. Die Themen für die Songs liegen praktisch auf der Straße und selbst nach Jahren sind sie immer noch aktuell. Fürs Denken ist allerdings jeder Zuhörer selbst verantwortlich. Hört euch ruhig mal als Beispiele in Ruhe „Schweine nach vorn“ und „Kein Engel“ an. Beide Lieder sind immer noch Bestandteil jeder MONOKEL-Mugge und das aus gutem aktuellem Grund.
Da bei MONOKEL zwei Ausnahme-Gitarristen wie Bernd „Kuhle“ Kühnert und Michael „Lefty“ Linke gleichberechtigt in der Band spielen, sind die Konzerte auch immer ein Hort ausgemacht guter Gitarrenklänge. Lefty und Kuhle lieferten sich auch im Tal der Striegis ihre beliebten Gitarren-Duelle und trieben damit den Fans förmlich Tränen der Begeisterung in die Augen. Ich liebe diese Vollbedienung in Sachen Riffs, markanter Melodiebögen und Solos einfach. Mister Linke mit dem unvermeidlichen Zylinder auf dem Kopf glänzte auch wieder mit ein paar witzigen Ansagen, in denen er geschickt aktuelle Themen mit den Songs verband.

Überhaupt wirke das Quartett an diesem Abend irgendwie besonders aufgedreht. Man merkte den Jungs besonders deutlich an, dass sie ihren Spaß hatten. Lag es am schönen Wetter, dem idyllischen Veranstaltungsort oder, dem begeisterten und zahlreichen Publikum? Ich meine, dass das alles eine motivierende Rolle spielte. Die Gesichter von Dicki, Pitti, Lefty und Kuhle strahlten jedenfalls zeitweise heller als die Scheinwerfer des Bühnenlichts und auch die langsam aufkommende Kälte konnte ihnen nichts anhaben. Natürlich spielten die vier Kraftblues-Spezialisten auch ein paar internationale Klassiker. Mir hatte es dabei das folk- und countrylastige „Donegan’s Gone“ von Mark Knopfler besonders angetan. Das Stück schlägt halt irgendwie aus der Art.
Dass wir mit der Band gedanklich im „Kindertraum“ über dem Striegistal schwebten und auch die obligatorische musikalische Runde mit dem „Boogie Mobil“ drehten, versteht sich von selbst. Der Siedepunkt des Konzertes war aber erwartungsgemäß erst mit „Bye bye, Lübben City“ erreicht. Dabei ging noch einmal ein kräftiger Ruck durchs Publikum. Die anschließend lauthals geforderte Ehrenrunde ließ nicht lange auf sich warten. Die Geisterstunde war schon lange erreicht als sich unter anderem noch die sanften Töne des „Albatross“ von Fleetwood Mac in den Nachthimmel erhoben.


Gruß Kundi

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