#1

BRAUNSDORFER MÄRCHENSTUNDE (und doch wahr)

in Off-Topic 21.05.2011 09:53
von HH aus EE (gelöscht)
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Märchenstunde (und doch wahr)

Seit zwei Jahren weiß Mudl, wo das Ende der Welt ist. Man erreicht den Ort, wenn man den Berliner Ring über das Dreieck Spreeaue in Richtung Frankfurt an der Oder verlässt. Da reitet man durch viel Wald und noch mehr Gegend und irgendwo dahinter, wo der Märchenwald und der Kanal in der Nähe sind, da sieht es aus, wie am Ende der Welt: Es ist ruhig, beinahe beschaulich und die Luft ist sauber. So hatte sich Mudl das „Ende der Welt“ schon immer vorgestellt. Eigentlich müsste man auch dort wohnen können, über weite Wiesen schauen und durch die Wälder wandern oder reiten, so wie es vielleicht der „König der Welt“ jeden Tag macht. Alles schön langsam, so dass einem die Hektik dieser Welt gestohlen bleiben kann und der Rest der Welt einem ….

So beschaulich, wie beschrieben, war es auch an diesem Ort und der „König der Welt“ hatte sich viel Mühe gegeben, diesen Eindruck entstehen zu lassen. Das bunte Volk, das der „König der Welt“ regiert, ist freundlich und heißt jeden willkommen, der sich in friedlicher Absicht nähert. Damit auch seine friedliche Absicht zu erkennen war, hatte Mudl einen „Blumenkohlsalat mit Puhdels-Splitter“ als Gastgeschenk überreicht, ein paar alte Schriftrollen mitgebracht sowie seine allerbeste Kleidung über gestreift. Es ist ein schönes Gefühl, in so einer Runde willkommen und als Gast aufgenommen zu sein, dachte Mudl sich!

Das „Kleine Haus am Wald“ hat einen großen Garten und in der Mitte brennt das ewige Feuer „Auf Lebenszeit“. An einem langen Spieß darüber brutzelte ein wildes Schwein aus dem nahen Wald vor sich hin, das einen angenehmen Duft über das große Areal verbreitete. In einem Kramladen konnte Mudl Souvenirs erstehen und der Gastwirt daneben schenkte ihm gar süffigen Gerstensaft, Met und Branntweine aus. So ist es eben am „Ende der Welt“, stellte Mudl zufrieden fest. Es trafen immer mehr Gäste ein, die am fröhlichen Treiben teilnehmen wollten. Er sah den „Gesandten aus Preske“, die „Hexe vom Illingtal“ und die „Lady Joli zu Klotzsche“. Es war schön, den „Geigerhannes“ zu treffen und den großen „Hubertus“ aus den verbrauchten Wäldern hinter dem westlichen Horizont kennen zu lernen, der eine lange und beschwerliche Reise hinter sich hatte. Noch später am Abend traf Mudl den „Quartermaster“, der über den Hof zum „Store“ ging und sich bei seinem alten Freund „eingehängt“ hatte. Dieses fröhliche Leben inmitten des bunten Volkes gefiel ihm so sehr, dass er die Einladung der feurigen „Kühlen Lady“ Kerstinie und des wilden Königs „Ullikowski“ gern annahm.

Unter dem Dach einer großen Halle am Waldrand fand Mudl ein kühles Plätzchen und dort zwängte er sein Bäuchlein zwischen Bank und Tisch, schob seine roten Wanderschuhe darunter, um dann in Ruhe mit dem grauen und weisen Siggi, dem „Fürst’en Walde“, über die guten alten Zeiten mit den BÄROLINAS, RÄNFT und SKI-ROCKO zu sprechen. Mudl tauschte mit dem „Fürst’en Walde“ seine Erinnerungen aus und dann aßen beide einen kleinen Happen und stets war Mudl darauf bedacht, sich sein kleines Bäuchlein nicht zu beschmutzen. Darüber freute sich der Siggi auch. Wie sie beide da so saßen und aßen und ringsum alles vergaßen, hörten sie plötzlich eine Melodie aus alten Zeiten. Flugs gingen sie dorthin, wo fünf kleine Feuerwichtel das Lied von der „Ente, die keine ist“ sangen und das Volk lautstark in den Refrain einstimmte: „Sie ist keine Ente und wackelt über das Gelände“. Bei dem lustigen Spiel, „Wo hat meine Kuh ihr Euter“, in das sich der „Kie-Borger“ wieder „eingehängt“ hatte, gab es viel zu lachen und alle klopften sich dabei auf die Schenkel. Ach, war das lustig!

Aus dem fernen RockerRasien waren die stolzen Kreuz-Puhdel-Ritter gekommen, denn für sie hatte sich der großherzige „König der Welt“ eine besondere Überraschung und Ehre ausgedacht. Bei dem berühmten Künstler „WerbEntur“ hatte er ein neues Wappen in Auftrag gegeben, auf dem Herz und Krone als Symbole von Zuneigung und Achtung dargestellt sind. Die Kreuz-Puhdels-Ritter bekamen die neuen Rüstungen mit Wappen und die Erlaubnis, sie in Zukunft bei ihren Ritter-Spektakeln anziehen zu dürfen.

Zu später Stunde erschien auch der Doktor mit seinen Assistenten. Schnell war das Instrumentarium ausgepackt und die Medizin aufgeschrieben. Die Patienten hatten sich schon versammelt und es begann das große Impfen und Inhalieren. Der Doktor sang beschwörende Sprüche vom „Nimm een Drink von Mie“ und verteilte Medizin aus dem Hause „Eh sie & die sie“, von der das belustigte Volk und der mittendrin sitzende „Ritter Rufer“ gar nicht genug bekommen konnten. Immer wieder wiederholten sie „Tee im Tee“ und die lauten rufe „Hey, Hey“ erschallten durch den Ort am „Ende der Welt“. Auch die zarte Melodei vom „Höllisch schönen Glöckchen“ erklang durch die Nacht. Doch in diesem Traumsdorf stört das keinen, denn es gibt dort auch keine „Bulle Zwei“, ja nicht mal einen einzigen. Nur die Feuerwichtel und einen „Meister der Bürger“, der den Schalter für das Licht verwaltet und behütet. So einfach ist das am „Ende der Welt“.

Als der Morgen schon über dem braunen und verschlafenden Dorf dämmerte, machte Mudl sich wieder auf den Heimweg. Hinter dem Kanal schimmerte das Nichts durch die Bäume und oben am Himmel funkelten die großen Stars, die er kannte. Mudl entdeckte das Gundische Dreieck, die Cäsariden und selbst die DanzFunkel konnte er am Himmel entdecken. Auch den Niemeniden konnte er fern über dem Horizont leuchten sehen und deshalb war er zufrieden und glücklich. Als Mudl schon längst im Bettchen seiner Herberge schlummerte, kroch auch der „König der Welt“ unter die Decke, der „Meister der Bürger“ schaltete das Licht aus und es ward eine große Stille rings umher. Alle gemeinsam schlummerten sie friedlich und irgendwo säuselte der Wind leise „Von der Liebe ein Lied“.

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 21.05.2011 10:41 | nach oben springen

#2

RE: BRAUNSDORFER MÄRCHENSTUNDE (und doch wahr)

in Off-Topic 21.05.2011 16:56
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Damit es richtig märchenhaft wird, gibts jetzt dazu auch noch Bilder

Deine Bilder und Fotos in einer Slideshow auf MySpace, Knuddels oder deiner Homepage!alle Bilder dieser Slideshow anzeigen


Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 21.05.2011 21:10 | nach oben springen

#3

RE: BRAUNSDORFER MÄRCHENSTUNDE (und doch wahr)

in Off-Topic 22.05.2011 09:49
von Leseratte | 105 Beiträge | 121 Punkte

Na, darauf hab ich mich schon in Braunsdorf gefreut, was Hartmut uns da für eine Geschichte auftischt. Für alle dabeigewesenen und alle die nicht kommen konnten, war das nochmal ein richtig schönes Nachschlags-Kompottgeschmackserlebnis. Und Petras Bilder das Sahnehäubchen drauf.
Vielen Dank euch beiden! Klasse gemacht!

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