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SPLiTT 29.09.12 Neuenhagen "Engel's Kulturbühne"

in Konzertberichte Ostrock allgemein 30.09.2012 23:06
von Kundi (gelöscht)
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Der Sachse liebt das Reisen sehr... darum hielt es mich gestern auch nicht daheim.
Ich war wieder mal am Rande des Universum's, also in Berlin - Brandenburg unterwegs. Ganz konkret lag mein Reiseziel in Neuenhagen. Im Saal der Gaststätte "Zur süßen Ecke"(der Saal wird auch Engel's Kulturbühne genannt) gab SPLiTT ein Konzert speziell für Freunde, Fans und Verwandte. Die Band zählt ja neben den OSSIS und P 70 unbestritten zu den besten Ostrock-Coverbands des Landes und ich sehe mir SPLiTT immer wieder sehr gerne an. Dieses Konzert war für mich durchaus spannend, denn erstmals sollte ich die Band in einem kleinen Saal, also in einem fast familiären Rahmen, sehen. Sonst ist SPLiTT ja eher auf großen Stadtfesten vor mehreren hundert oder mehreren tausend Menschen zu erleben.

Leider fiel kurzfristig der zweite Gitarrist der Band, Rene "Gölli" Gödde, aus. Er hatte sich einen Tag vor der Mugge einen komplizierten Beinbruch zugezogen und liegt im Krankenhaus. An dieser Stelle wünsche ich Gölli eine komplikationslose und baldige Genesung. Die SPLiTTer machten aus der misslichen Situation aber das Beste und bereiteten ihren Gästen trotzdem ein schönen Abend.

Ein kleiner Bericht zur Mugge folgt demnächst , erste Fotos gibt es natürlich sofort.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 30.09.2012 23:11 | nach oben springen

#2

RE: SPLiTT 29.09.12 Neuenhagen "Engel's Kulturbühne"

in Konzertberichte Ostrock allgemein 03.10.2012 13:57
von Kundi (gelöscht)
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Weiter geht es im Text ;-):

Als ich die vor dem Saal gelegenen Räume der Gaststätte "Zur süßen Ecke" betrat, war SPLiTT erstmal abgemeldet, denn ich traf einen meiner Kumpels vom Studium mit seiner Frau. Die Welt ist wohl doch ein Dorf. Ich wusste zwar, dass die beiden in Neuenhagen wohnen, aber auf dieses zufällige Treffen war ich nicht vorbereitet. Natürlich tauschten wir erstmal private Neuigkeiten aus. Später sah ich mich erstmal im Saal um, welcher mich sehr stark an die alten Säle in meiner Umgebung erinnerte. Die Bühne war für meinen Geschmack zwar etwas zu hoch und in der Grundfläche zu klein, aber ansonsten fühlte ich mich gleich ganz wohl dort. Ein Bier durfte ich mir gönnen und da es ein Freibier war, schmeckte es gleich doppelt so gut. Es war übrigens von einer regionalen Marke für die Mitte der neunziger Jahre auch schon die PUHDYS kräftig die Werbetrommel rührten("Was gut ist, setzt sich durch"). Ausgelegt war der Saal für ca. 250 Personen. Ganz so viele Gäste waren es zwar nicht, man konnte sich noch frei bewegen, aber gut besucht war die Mugge schon. Ich schrieb ja im Eröffnungsbeitrag schon, dass die Mugge speziell für die Freunde, Fans und Verwandten der Musiker sein sollte und so war es dann auch. Ich hatte den Eindruck, dass sich fast alle dort mehr oder weniger kannten.

Kommen wir nun endlich zu SPLiTT und ihrem Auftritt vor heimischem Publikum. Die um ihren zweiten Gitarristen Gölli dezimierte Band(Erklärung steht im ersten Beitrag) wartete wieder mit einem Programm auf, welches die bekanntesten und allgemein beliebtesten Ostrock-Songs enthielt. Viele der Lieder tauchen immer wieder auf den zahlreichen Ostrock-Samplern auf, werden gelegentlich im Radio gespielt und / oder tauchen auch immer wieder in den von verschiedenen Sendern sporadisch durchgeführten Ostrock-Hitparaden auf.
Es ist einfach ein bewährtes und massentaugliches Konzept, wie es andere Ostrock-Coverbands auch fahren. Das kann man persönlich gut finden oder auch nicht. SPLiTT, Die OSSIS oder P 70 begeistern damit jedoch in der Stadtfest-Saison tausende Menschen von Kap Arkona bis zum Fichtelberg. Ein- oder zweimal im Jahr schaue auch ich mir diese Bands mit ihren Shows an und ich habe sogar viel Spaß dabei.

Mit SILLY's "Unterm Asphalt"-Intro öffnete SPLiTT die Live-Schatztruhe in der sich genug Lieder für einen ganzen Abend befanden. Es ging gleich weiter mit der musikalischen Erinnerung an eine der schillernsten weiblichen Rockröhren der DDR, Tamara Danz. Die am 22.Juli 1996 leider verstorbene Frontfrau von SILLY ist unvergessen und in den Herzen vieler Fans fest verankert. "Bataillon d'Amour" wurde von Petra Großheim mit dem notwendigen Respekt, mit viel Gefühl und Ausdruck gesungen. Für meine Begriffe liegen ihr die SILLY-Songs ganz besonders. Übrigens ist die Band SILLY für mich ein ganz explizites Beispiel dafür, dass die Geschichte des Ostrocks eben nicht am 02.Oktober 1990 endete. Die Alben "Hurensöhne"(1993) und "Paradies" (1996) sind für mich auch noch in bester Ostrock-Tradition entstanden. Sie zeigen noch die außerordentliche musikalische Qualität der Band und vor allem das Gespür für Zeitthemen in den Texten und die damit verbundene Unangepasstheit so wie das Widerborstige. Dagegen ist das aktuelle SILLY-Album "Alles rot" für meinen Geschmack besonders textlich nur noch Durchschnitt und insgesamt tendiert die Musik sehr stark zu nur noch glatt geschliffener Poprock, die zugegeben gut gemacht ist. Den Hype um die Platte gönne ich der Band ja, aber verstehen kann ich ihn nicht so richtig. Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung hier sicher keine Mehrheiten finde, aber damit kann ich gut leben. Egal, SPLiTT spielte im Verlaufe des Abends mit "Hurensöhne", "Bye, Bye" und "Asyl im Paradies" in Neuenhagen drei der herausragenden SILLY-Songs aus Nachwendezeiten. Bei "Alles rot" spielte eine Schülerin von Gitarrist Heinz Großheim die E-Gitarre und Enkel Eric durfte mit der Oma Petra singen. Im Zugabenteil entwickelte sich "Mont Klamott" zum absolut besten Song des Abends. Das lag daran, dass Heinz seine Klampfe hier endlich mal ordentlich aufdrehte und der Sound dadurch gleich viel kraftvoller wurde. Das fehlte mir bei den ganzen anderen Titeln diesmal etwas und sicher machte sich da auch das Fehlen der 2.Gitarre von René "Gölli" Gödde bemerkbar. Heinz erklärte mir hinterher, dass der Sound mit Rücksicht auf die älteren Leute im Publikum diesmal absichtlich auch etwas defensiver eingestellt war.

Die Rhythmus-Gruppe, bestehend aus Ralph Rainer Clauß an der Schießbude und Paul Posse am Bass, erlebte ich erstmals live bei SPLiTT. Die beiden sind ja noch nicht ganz ein Jahr bei der Band. Der Tieftöner Paul hat unter anderem schon bei Blue Stift und bei der Jonathan Bluesband gespielt. Der Schlagzeuger ist von der Berliner Grey Hound Rockband bekannt Beide passen schon ganz gut zu SPLiTT und sie bringen frischen Wind auf die Bühne. Der Basser ist sehr beweglich, klebt nicht an einem Fleck und an einigen Stellen wie der bekannten Bass- Linie beim Karat-Titel "der blaue Planet" konnte man auch sehr deutlich hören, dass der Mann sein Handwerk außerordentlich gut versteht. Wenn man den Herrn Clauß mit seinem Kopftuch und dem tiefer gelegten Schlagzeug sieht, fühlt man sich unwillkürlich an Klaus, "das ständige CITY-Geburtstagskind" Selmke erinnert. Ordentlich trommeln kann er dazu auch noch.

Ecki Steinick ist seit 9 Jahren bei SPLiTT für die weißen und schwarzen Tasten verantwortlich. Der Mann steht zwar im Bühnenhintergrund, aber sein versiertes Spiel reichert das Klangbild melodisch sehr an. Besonders gut gefallen hat mir, wie gefühlvoll er Petra solo bei „Wie ein Fischlein unterm Eis“ begleitet hat.

Wenn man zwei Frontleute mit sehr unterschiedlichen Stimmen und jeweils eigenem Profil in der Band hat, erleichtert das natürlich die Sache sehr, man kann das Programm abwechslungsreicher gestalten und breiter fächern. An der Seite von Petra Großheim hat sich Frank Käppner, seit ich ihn Sommer letzten Jahres erstmals gesehen habe, deutlich weiter entwickelt. Er ist jetzt richtig in der Band angekommen. Seine Interpretationen von CITY’s „Casablanca“, „Albatros“ und vor allem „Märchenzeit“ von Karat haben mir richtig gut gefallen.

Natürlich wurden unter anderem auch noch „Alte Bäume“ gesägt, die schlittschuhlaufenden „Eisbären“ bis zur „Rockerrente“ übers Eis gejagt und der „Schwanenkönig“ versank wie „Blumen aus Eis“ bei „Kalten Rauch“ im „Gewitterregen“.
Unvermeintlich und mich verfolgend klingelte Keimzeit wie „Nie zuvor“ an der Tür der „Jugendliebe“ und alle dachten beim „Farbfilm“ das ist die „Zeit, die nie vergeht“

Das Publikum tanzte, feierte die Band und erkämpfte sich mit Begeisterung mehrere Zugaben. Nach dem Konzert war noch Party angesagt, aber ich hatte nichts „Besseres“ zu tun als mich hinter das Lenkrad meines winchestergrauen Koreaners zu setzen und Richtung Heimat zu düsen.


Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
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RE: SPLiTT 29.09.12 Neuenhagen "Engel's Kulturbühne"

in Konzertberichte Ostrock allgemein 04.10.2012 11:43
von Kundi (gelöscht)
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Kleine Ergänzungen:

SPLiTT existiert seit Mitte der 80er Jahre und war früher eine Heavy Metal-Band, die auch eigene Titel mit deutschen Texten spielte. Seit damals dabei ist Gitarrist Heinz Großheim. Wer wissen möchte, wie das geklungen hat, sollte mal you tube bemühen, da gibt es zwei Videos aus dem Jahr 2007. Zum 50. Geburtstag von Heinz musizierte da die alte Garde noch mal zusammen:

http://www.youtube.com/watch?v=yhjHMQe2vRM

http://www.youtube.com/watch?v=8D85yQiakwc&feature=relmfu


Ralph Rainer Clauß trommelte früher auch bei Phonolog und Scirocco.

Frank Käppner ist von der Passat Bluesband und vom Duo PRINZ OF HARP bekannt.

Gruß Kundi

zuletzt bearbeitet 04.10.2012 11:50 | nach oben springen


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