#1

MONOKEL Kraftblues 03.11.12 Medingen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 05.11.2012 22:17
von Kundi (gelöscht)
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Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt
Das war eine lange Durststrecke für mich. Seit dem 23.03.2012 hatte ich unsere geliebte Kraftblues-Brigade MONOKEL nicht mehr live gesehen. Es war wie verhext mit den verschiedenen Terminen, aber am Sonnabend klappte es endlich wieder. Die Band warf die Bluesturbine im Gasthof Medingen an und es wurde ein schöner Abend.
Hier sind erste Fotos.

Kleines Berichtchen folgt demnächst

Gruß Kundi

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RE: MONOKEL Kraftblues 03.11.12 Medingen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.11.2012 21:00
von Kundi (gelöscht)
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MIt großem zeitlichen Abstand gibt es jetzt doch noch einen kleinen Bericht:

Bye bye, Lübben City – hallo Medingen, unsere geliebte Kraftblues-Brigade aus der Großstadt Berlin rückte mal wieder zur kollektiven Sonnabendabendbeschallung im Gasthof Medingen an. Das wurde ja auch mal wieder Zeit. Himmel; Arsch und Zwirn, da zieht man seit Jahrzehnten zu Konzerten quer durch die Republik und dann schaffen es „meine“ Bands immer noch nicht, ihre Konzertermine rechtzeitig bei mir zur Kontrolle vorzulegen *g*. Das war natürlich ein Scherz! Obwohl, gefallen könnte mir der Gedanke schon, das würde ganz sicher ein volles und tolles Jahresprogramm (nicht nur) für Kundi geben ;-).

Neben Tina und mir fanden sich im Gasthof die Fans gepflegter Livemusik aus Stadt und Land ein. Bei den Konzerten im Gasthof Medingen kann man ihn noch spüren, den Geist der siebziger und frühen achtziger Jahre als an den Wochenenden in den Dorfsälen der Bär steppte. Abseits vom regulierten Alltag suchten und fanden Jugendliche dort ihren Spaß und ihre persönliche Freiheitsnische bei Karo, Bier, Goldbrand und natürlich viel Musik. Das hatte aber nicht in jedem Fall gleich etwas mit Rebellion gegen das System zu tun, sondern war zu großen Teilen ein Lebensgefühl und eher ein Aufbegehren gegen die eingefahrenen Gleise und Regeln unserer Eltern-Generation. Dieses Anderssein in Jeans, Fleischerhemd, Römerlatschen war für die Altvorderen sicher provozierend, hatte sich im Laufe der Zeit aber auch zur allgemeinen Modeerscheinung entwickelt. Dass es in dieser Musikszene auch die Menschen gegeben hat, die versteckt bzw. mehr oder weniger offen das System ablehnten. ist aber ebenso ein Fakt, wie die Tatsache, dass durch das bornierte und betonköpfige Handeln der Staatsmacht viele Jugendliche erst zu „Feinden“ gemacht worden. Einiges, wie das RENFT-Verbot, waren offene Geheimnisse. Anderes blieb mir naiven und gutgläubigen Jüngelchen damals verborgen. Mit welchen Mitteln und in welchem Umfang der Staat die gesamte Musik- und Jugendszene unter Kontrolle halten wollte, wurde mir erst mit den Veröffentlichungen nach dem Ende der DDR klar. Das war unverhältnismäßig, völlig überzogen und es war in der Summe Unrecht. Als Kind der DDR schmerzen mich diese Erkenntnisse und meine damalige Blauäugigkeit heute noch. Trotzdem breche ich nicht pauschal den Stab über alles und jedem aus meinem ersten Leben. Ich hatte eine glückliche Jugend und ich lebte gerne in der DDR. Mancher, der sich heute Widerstandskämpfer nennt, war damals in Wirklichkeit auch kein Held. Auch das gehört für mich zur Wahrheit.

Übrigens war und ist dieses Ausbrechen aus dem Alltag und das damit verbundene allwöchentliche Auskosten von Freiheit kein auf die DDR beschränkter Vorgang. Ich zitiere mal aus der wunderschönen Ballade „Leider nur ein Vakuum“ von uns Udo L., da sind deutliche Parallelen zu erkennen: „Freitagabend steckt er sich 100 Mark und ne Zahnbürste ein. Er zieht sich die schnellen Stiefel an, das ist ein gutes Gefühl frei zu sein. Bis Montagmorgen rennt er rum, zwischendurch kommt er nicht mehr nach Haus. Er sieht sich auf der Szene um und nachts probiert er neue Betten aus….“

Die in die Jahre gekommenen vollbärtigen Blueskunden in den grünen Studentenkutten, sieht man auch heute noch in den Konzertsälen und auch mich zieht es gelegentlich noch zu einer Mugge;-). Seit über 35 Jahren mischt auch die Kraftblues-Brigade Monokel kräftig in der Szene mit und mit der Hymne „Bye, bye Lübben City“ haben sie den Ost-Hippies (auch Blueser, Kunden oder Tramper genannt) ein schönes und bleibendes musikalisches Denkmal gesetzt. Monokel ist für viele mehr als eine „gewöhnliche“ Band. Diese Truppe ist einfach Kult! Die Jungs sind seit über 35 Jahren „on the road“ und sie haben auch die wilden Zeiten mitgemacht. Ich möchte es mal so sagen, sie sind in den legendären Gasthöfen mit Saal des Ostens wie Ebersbrunn, Mülsen St. Niclas oder Medingen daheim. Dabei sind sie immer nah an der Basis und den Fans geblieben. Bodenständige Typen, die ehrliche und handgemachte Musik machen und die mit ihren Texten nicht um den heißen Brei herumreden.

Obwohl der Saal in Medingen über eine Bühne verfügt, bauten die Musiker ihre Anlage genau davor zu ebener Erde auf. So konnte man die Band im wahrsten Sinne des Wortes hautnah bzw. Auge in Auge erleben. Die Musiker fühlten sich einfach wohler und sie konnten den Sound aus den Monitorboxen besser hören als auf dieser höhlenartigen Bühne. Schon beim „Das ist die Berliner Luft“-Intro wurde die Musik-Gladiatoren auf ihrem Marsch zu ihren Instrumenten mit rhythmischen Beifall begleitet.

Mit „Wahrheiten“ startete die Kraftblues-Gang gut gelaunt und sehr rockig in die Konzertnacht. Beim Erkennen des Songs „ Das Monster vom Schilkinsee“ jubelten die Fans das erste Mal vor überschäumender Begeisterung. Der Teufel Alkohol war und ist ja immer ein Thema in der Szene und jeder hat da seine eigenen Erfahrungen gemacht. Mit „Oh Well“ gab es dann schon einen Klassiker aus den sechziger Jahren von Fleetwood Mac. Lange vor den kommerziellen Alben wie „Rumours“ und „Task“ spielte die Band nämlich noch ganz astreinen Blues. Michael Linke leitete mit einem langen, verspielten und verträumten Gitarren-Solo den nächsten Höhepunkt „Kindertraum“ ein. Als Dicki Grimm mit den Trommelstöcken dann einzählte explodierte die Band förmlich und der ganze Saal hob ab.
Die „Schwarze Marie“ nahm zwar das Tempo etwas raus, aber nicht die Emotionen und Begeisterung des Publikums. Das Lied mit dem Text von Werner Karma beschreibt eigentlich etwas ganz Banales, nämlich den harten Alltag einer Arbeiterin und das völlig ungeschminkt und auch nicht heroisch. Von den großen Taten einer Frida Hockauf und eines Adolf Hennecke hatten die Leute in der DDR mehr als genug gehört. In solchen schonungslos ehrlichen Songs wie der „Schwarzen Marie“ konnten und können sich die Zuhörer einfach wiederfinden.„Komm zu mir“, eines der Lieder neueren Datums, erinnert mich etwas an „Beating around the Bush“ von AC/DC.

Was Michael „Lefty“ Linke und Bernd „Kuhle“ Kühnert mit ihren Gitarren veranstalten, ist einfach grandiose Saitenkunst. Sie beherrschen ihre Instrumente vortrefflich und man kann sogar sagen, dass die beiden Gitarren-Zwillinge einen ganz eigenen und unverkennbaren Stil haben. Ob verspielte, schnörkeliche Licks, Solos’s oder brettharte, messerscharfe Riffs – Lefty und Kuhle spielen mit einer Leichtigkeit und Lockerheit, dass man bei jedem Konzert aufs Neue ins Staunen kommt.

„An dich allein“, „Berlin“„Nie wie Vater“ und eine ganze Latte weiterer Songs brachten den Saal zum Kochen. Lefty fand als Ansage bei „Wie die Großen“ auch ein paar bedenkenswerte Worte für unsere sich immer mehr vom Volk entfernenden Politiker und dafür erhielt er Szenenapplaus.
Mit dem „Boogiemobil“ und „Bye bye Lübben City“ ging es auf die Zielgerade. Doch Feierabend war da für MONOKEL noch lange nicht in Sicht. Das Publikum forderte ausgiebig und lautstark Zugaben. Lefty, Kuhle, Pitti und Dicki ließen sich da auch nicht lange bitten. Der Schlusspunkt war dann erst mit „Albatross“ von Peter Green/Fleetwood Mac erreicht.

Gruß Kundi

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RE: MONOKEL Kraftblues 03.11.12 Medingen

in Konzertberichte Ostrock allgemein 24.11.2012 11:58
von wir 2 (gelöscht)
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DANKE Kundi für deinen Bericht!
Ich war an dem Abend auch dabei und will auch noch ein aar Fotos beitragen

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