#1

IC Falkenberg und Michael Lehrmann am 26.03.10 in Weinböhla

in Konzertberichte Ostrock allgemein 27.03.2010 01:58
von Mary (gelöscht)
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Kurz nach 15:00 Uhr rollte mein Zug aus München in Dresden Neustadt ein, 15:30 Uhr war ich daheim...
und 17:30 Uhr saß ich in der Straßenbahn nach Weinböhla...
Ich habe IC schon X mal erlebt, an diesem Freitag aber war ich aufgeregt und erwartungsfroh wie vor dem ersten Konzert, denn IC mit einer "zusätzlichen" Gitarre war etwas ganz anderes.
Und das Programm war wirklich etwas Neues, nicht nur, dass die Titelauswahl aufgepeppt wurde, auch Michas Gitarre brachte frischen Wind in den Konzertabend.
IC's Plauderereien wie immer locker, lustig, diesmal an mancher Stelle sogar albern (er könnte gut und gern auch als Entertainer bestehen) und Michas Gitarre..., einfach der "Hammer"! Ich "musste" mir nach dem Konzert ein Plektrum stibitzen (das tue ich immer, wenn ich begeistert bin), aber ich habe es Micha "gebeichtet"...
Ich wünsche den beiden von en, dass sie es mit diesem Programm schaffen, auch an Orten zu "landen", wo sie bisher noch unbekannt sind.
Ich habe liebe Freunde getroffen, also rundum einen herrlichen Konzertabend erlebt. Danke an alle.
Eine kleine Fotoauswahl noch und dann ab in die Falle - ich weiß, auch andere "Fotografen" waren vor Ort, also kommen auf jeden Fall noch mehr Bilder dazu.. und ein ausführlicher Bericht ebenso

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#2

RE: IC Falkenberg und Michael Lehrmann am 26.03.10 in Weinböhla

in Konzertberichte Ostrock allgemein 27.03.2010 08:36
von Kundi (gelöscht)
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Das war ein grandioser Abend in Weinböhla. IC Falkenberg hat sich mal wieder neu erfunden.Die Frischzellenkur mit Micha Lehrmann tat dem Programm richtig gut. Ein großes Dankeschön gilt aber nicht nur den Musikern und den zahlreich erschienen Freunden, sondern auch der netten Frau, die uns krankheitsbedingt ihre Tickets sehr günstig abgegeben hat.

Gruß Kundi

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#3

RE: IC Falkenberg und Michael Lehrmann am 26.03.10 in Weinböhla

in Konzertberichte Ostrock allgemein 27.03.2010 11:31
von HH aus EE (gelöscht)
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Pop-Idol, Rocker, Songwriter, Künstler – IC Falkenberg im Konzert

Das erste Mal fiel er mir in der DDR auf, zu einer Zeit als die Elektronik begann, massiv die Sounds von Bands und Künstlern zu bestimmen. Es war das Jahrzehnt der Klang-Revolutionen, die den Rock auch uniformierten und kurzlebiger werden ließen. Den jungen Mann verleitete es, das Kürzel IC (integrated circuit) zu seinem Künstlernamen zu machen. Mir persönlich war die Rock-Musik der 80er Jahre mitunter suspekt, weil „gleich-geschaltet“ , obwohl ich im Rückblick eingestehen muss, dass so manches davon inzwischen auch meine Gegenliebe und den Weg in meine Plattensammlung gefunden hat. OMD oder Cocteau Twins lassen grüßen.

Dieser RALF SCHMIDT ist bis heute einer geblieben, der, einem Chamäleon gleich, ständig anders und immer wieder neu in Erscheinung tritt oder sich selbst in andere, neue Zusammenhänge stellt. Dieses anders erscheinen erzeugt Aufmerksamkeit für neue Botschaften und aktuelle Inhalte, erzeugt Neugier. Das gewollte Wechselspiel, so scheint es mir, macht die Kontinuität dieses Mannes aus und ich gestehe mir gern ein, dass er für mein Empfinden daran mehr und mehr gewachsen und gereift ist.

Diese Erkenntnis dämmerte mir erstmals nach einem Konzert anlässlich eines 50. Geburtstages und während eines Gespräches danach mit ihm zu vorgerückter Stunde. Seither registriere ich bewusster, was er tut und wie er es tut. Eines seiner Projekte hatte mich auch herausgefordert und den Besuch des CD-Release-Konzertes in Dresden habe ich bis heute nicht bereut, obgleich ich mir die Reibereien leiste, mit meiner Meinung nicht jedem seiner Fans nach dem Munde reden zu wollen.

Der Entschluss zu einem Konzertbesuch im sächsischen Weinböhla kam spontan, den Umständen und der Neugier „geschuldet“, vielleicht auch der Besonderheit des Tages. Wie würde seine Musik nach all den Monaten auf mich wirken? Wen würde ich treffen? Wäre gar die Geburtstags-Rose da? Wie würde man bzw. Frau reagieren? All diese Fragen wollte ich gern beantwortet haben.

Da saß ich also im Foyer des Zentralgasthofes, zweite Reihe beinahe direkt vor dem Podium. Überraschung gelungen: „Dass du zu IC gehst?“. Aber Hallo, ich bin doch nur grau, aber nicht von gestern! Dieses Vorurteil wäre nun hoffentlich abgebaut, ehe es sich für immer festsetzen kann.

Die Herren FALKENBERG/SCHMIDT & LEHRMANN nehmen zwischen ihren Instrumenten Platz, um für die nächsten zwei Stunden ihr Musikantenherz und ein wenig auch ihre Seele vor uns auszubreiten. Anregungen zum Mitfühlen und Nachdenken werden folgen, Lied für Lied und „Zigeuner auf Zeit“ ist der Einstieg in diese gedankliche Musikantenwelt. Auch die ins Publikum gestellte Frage „Bist du glücklich“ hatte ich bis dahin auch noch nicht auf diese Weise interpretiert oder gar beantwortet. Die musikalische Umsetzung zwang zur inneren Ruhe und Antworten konnte man dann auch finden.

Überhaupt habe ich für mich überraschend festgestellt, dass es mir beim Klang der verschiedenen Gitarren und zu den Tönen des Pianos so ging, wie in vielen anderen Fällen zuvor auch. Plötzlich hörst du ein bekanntes Lied ganz anders und kriegst Nuancen mit, die dich mal wieder völlig überraschen.
Bei „Ich bin frei“ hatte ich so ein Deju Vu. Es war dieser Rückblick auf jemanden im eigenen Leben, der dich nicht mehr begleiten kann. Und das gleich mehrfach und mit haufenweise Adrenalin vermischt. Da ging mir seine Stimme nach innen und der Nachhall von Lehrmann’s Gitarre ließ sie nicht mehr raus.
Mir fiel auf, dass auch meine „Fetten Jahre“ nie stattgefunden hatten, nur eine lange Zeit ohne innere Angst um Geld und den nächsten Tag, hatte ich einst in einem anderen Land erlebt. Das Geld haben heute andere, wie er locker plaudernd und sehr richtig feststellte, und der Sinn eines Bausparvertrages hat sich mir bis heute auch nicht erschließen können. Das haben wir wohl beide gemeinsam.

Beim vorhin erwähnten runden Geburtstag hörte ich „Für Krieger wie uns“ zum ersten Mal, denn damals sang und spielte er den Song auch erstmals live und die CD war noch nicht erschienen. Für mich steht dieses Song auf der gleichen Ebene wie LEONARD COHEN’s „Heart With No Companion“ oder den legendären „Universal Soldier“, den Buffy Sainte-Marie einst schrieb und den DONOVAN in den 60ern zu Weltruhm sang. Warum nicht auch diesen IC-Song so sehen, wenn er denn die gleichen inneren Werte und musikalischen Qualitäten hat?

Die BEIDEN vor uns auf dem Podium zelebrieren Abwechslung, vermischen die verschiedenen Songs mit Anekdoten, gedankenschweren Blödsinn und einem spontanen Glückwunsch zum Geburtstag ins Publikum. Im Gegenzug gibt es einen Schluck vom sächsischen Rachenputzer. Ja, ja, es kommt nicht nur Wein von den Elbhängen!
Die Szene passte ungewollt zu „Besoffen und verliebt“ und „So nah vom nächsten Meer“ war auch einen Tick beschwingter! Auf MICHAEL LEHRMANN’s virtuoses Gitarrenspiel hatte die Episode keinen Einfluss. Der begleitete den Sänger souverän durch seine Lieder bis hin zu „Piraten“. Jedes Lied eine kleine Geschichte und jedes Mal ein kleiner Kick zum Innehalten und Nachdenken. Es ist genau diese Mischung, die seine zahlreichen Fans so sehr mögen.

Nach reichlich zwei Stunden bester Unterhaltung sind die Instrumente wieder im Hintergrund und die BEIDEN bedanken sich mit einer Verbeugung in das volle Foyer hinein. Von dort kommt dann auch rhythmisches Klatschen, Rufe und Pfiffe und als DANKE vom Podium musikalischer Nachschlag zurück. Aus MICHA’s Gitarre perlen nun Töne und Läufe, die stark an DJANGO REINHARDT erinnern und erahnen lassen, was für ein Virtuose da leise und bescheiden an der Seite von IC die Saiten gezupft hatte. Diesen Weg sollten die beiden gemeinsam noch eine Weile weiter gehen und gemeinsam Neues für uns entdecken!

Bei IC FALKENBERG sind inzwischen die elektronischen Circuits ausgeknipst. Sie klatschen nicht mehr den Rhythmus und die Module und Speicherchips prägen den Sound schon lange nicht mehr. Der Künstler hat sich als solider Handwerker einen guten Ruf erspielt und ersungen, hat sich als feinsinniger Denker und sensibler Erzähler etabliert.
Für meine Begriffe ist der Mann noch immer auf seinem Weg nach vorn in die Zukunft. Wahrscheinlich ist das aktuelle Programm eine Station auf diesem Weg und zehn Jahre nach vorn gedacht, könnte die Bewertung vielleicht in diesem Sinne einmal irgendwo nachzulesen sein. Vielleicht erst dann wird man sagen können, der Künstler hätte seinen Zenit erreicht und vielleicht schreibe ich dann eine Rezension über einen Mann, dessen Berufsbezeichnung auch CHANSONIEUR lauten könnte. Als Synonym für „ausgereift“ vielleicht. Dann wird bei mir aus grau schon weiß geworden sein und IC FALKENBERG wird immer noch „Meiner“ zu mir sagen, hoffe ich, und dabei ehrlich lächeln.

In diesem Sinne, MEINER, und auch liebe Geburtstags-Rose. Dann möchte ich bitte auch wieder in der zweiten Reihe sitzen dürfen, aber ohne vorher die erstaunlichen 20,00 Euronen (!) hingeblättert zu haben. Wenn ich dann „weise“ sein werde, akzeptiere ich auch gern einen Eintrag für HH auf der Gästeliste. Wir sehen uns, aber bei IC !

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#4

RE: IC Falkenberg und Michael Lehrmann am 26.03.10 in Weinböhla

in Konzertberichte Ostrock allgemein 27.03.2010 17:50
von Kundi (gelöscht)
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Eigentlich wurde alles Wichtige zu gestern bereits geschrieben nur noch nicht von jedem. Keine Angst, ich ergänze nur noch, weil man Hartmuts wunderbaren Bericht sowieso nicht toppen kann. IC arbeitet an einem neuem Album, welches im September mit 3 CD-Release-Konzerten der Öffentlichkeit präsentiert werden soll und da wird es die nächste Überraschung geben...

Gruß Kundi

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