Eigentlich sollte man gewarnt sein, zu mindestens die Konzertbesucher, die voriges Jahr bei den Puhdys in Klaffenbach waren. Dort wurde eindrucksvoll demonstriert, warum das Wasserschloss eben Wasserschloss heißt, obwohl kein Wasser weit und breit zu sehen ist. Das Wasser kommt von oben und das nicht zu knapp.
Gestern in Klaffenbach wurde wieder mal die Leidensfähigkeit der Ostrockfans auf eine harte Probe gestellt. Es goss von der ersten bis zur letzten Minute in Strömen.
Womit hatten wir das verdient? Aber ob ihr es glaubt oder nicht, zumindest in den ersten Reihen herrschte tolle Stimmung. Mit Beifall konnte man sich natürlich nicht all zu lange aufhalten, denn wie soll das technisch gehen, wenn die Hände unter dem Regencape sind? 
Auch Anna war es eine lobende Erwähnung wert, trotz der geöffneten Himmelsschleusen waren weit und breit keine Regenschirme im Einsatz, die den hinten stehenden den Blick versperrt hätten.
Überhaupt schweißte der Kampf gegen die Fluten irgendwie zusammen, so viel Freundlichkeit und gute Laune hab ich selten zu Konzerten erlebt. Mein neues Regencape hielt aber nicht, was es versprach, in kürzester Zeit war es auch von innen nass. Vielleicht war es auch nur Schwitzwasser 
Beim Anstehen ergab sich noch die Gelegenheit zum Plausch mit anderen Sillyfans.
Ich grüße mal von dieser Stelle meine alte Schulfreundin Angelika, wir hatten uns schon voriges Jahr in Dresden zum Stadtfest bei Silly getroffen und seit dem hat sie der Silly Virus voll erwischt. Na prima, dass ich nun auf unserem Dorf nicht mehr die einzige Irre bin.
Mit Susanne war ich verabredet und wir erlebten unser drittes Extrem-Regen-Konzert zusammen.
Auch Ute und Ove können sich ein Bienchen ins Muttiheft für vorbildliches Durchhalten eintragen lassen.
Bernd hat für seine Situation die richtige Entscheidung getroffen, tut mir Leid für die Beiden – aber schon eine halbe Stunde später hätten sie keinen trockenen Faden mehr gehabt und die Gesundheit ist nun mal wichtiger.
Es war vergleichbar mit dem Tag der Sachsen in Mittweida, Schmusebacke weiß da sofort von was ich rede , wir hatten wieder so schrumpelige Finger von der Nässe.
Pünktlich um 20.30 Uhr begann sich was zu tun auf der Bühne.
Ein ganz junger Sänger mit einem Gitarristen spielte sehr eigenwillige deutschsprachige Lieder in Soulrichtung. Ich kann leider nicht sagen wie er heißt. Er hat eine tolle Ausstrahlung, ist bühnensicher und versteht es gekonnt, die Leute auf seine Seite zu ziehen. Der Äußerung: Ich bin heute die Vorband, hätte es nicht bedurft, wäre uns auch so aufgefallen. Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass was nicht stimmig ist. Er wirkte zu jung für die Texte die er singt. Ab dem 4. Titel machte er dann Sachen, die gut zu ihm passen. Gefallen hat mir „Ich will noch schnell die Welt verbessern“ , das sind Themen die man ihm abnimmt. Ich glaube, er hat eine große Zukunft vor sich. Nur Eines kann er noch nicht – mal laut und vernehmbar seinen Namen sagen. Trotz gut eingestellter Anlage war das leider nicht zu verstehen.
Zwischen der Vorband und Silly war eine recht große Pause ohne erkennbaren Grund und die Leute wurden schon ungeduldig. 21.15 Uhr kam dann Silly und wurde stürmisch von den Fans begrüßt.
Im ersten Teil gab es die Lieder von der neuen CD, hier gefällt mir „Erinnert“ live viel besser als auf der Platte. Die Zuschauer waren sehr textsicher, kein Wunder, die CD hat inzwischen breite Bevölkerungskreise erreicht und nicht umsonst Gold bekommen.
Die älteren Titel gab es zum Teil in der Akustikvariante, fand ich gut so.
Demonstrativ stellte sich erst Uwe Hassbecker und dann auch Anna auf ein Podest vor der Bühne und machten den Selbstversuch, wie sich der Regen so anfühlt. Uwe spielte zur Dusche von oben noch seelenruhig Gitarre. Kann man da nicht eigentlich einen Stromschlag kriegen?
Annas obligatorische Frage: Geht es euch gut? war sicher nicht ernst gemeint und sie erhielt auch keine ehrliche Antwort denn für höhere Gewalt kann keiner was.
Der Titelsong „Alles Rot“ markierte den Abschluss, obwohl dann noch lange nicht Schluss war. Das geduldige Ausharren wurde sogar noch mit dem Lied „Sonnenblumen“ belohnt, den sie als dritte Zugabe spielten. Für mich einer der schönsten Titel der neuen CD.
Ich glaube, dieses Konzi wird uns noch lange in Erinnerung bleiben und das nicht nur wegen der Wasserschlacht im Wasserschloss.