#1

und wieder einmal..., Haase im Dresdner Club Passage 30.10.2010

in Off-Topic 31.10.2010 01:35
von Mary (gelöscht)
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Haase war heute wieder einmal im Dresdner Club Passage, es scheint, er ist gern hier, das Publikum in Dresden "liebt" ihn...
Mit Band, unplugged stellter er sich heute vor. Und auch dieses Programm kam an. Besonders die neuen Titel wurden mit stürmischem Applaus belohnt. Man merkt, das "Haase-Fan-Publikum" wartet auf die neue CD.

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#2

RE: und wieder einmal..., Haase im Dresdner Club Passage 30.10.2010

in Off-Topic 31.10.2010 01:44
von Mary (gelöscht)
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Ach..., beinahe hätte ich es vergessen...
Es ist "Rotweinzeit"..., "Haasefreunde" wissen Bescheid...
Prost Haase... und danke für diesen Konzertabend!

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zuletzt bearbeitet 31.10.2010 01:44 | nach oben springen

#3

RE: und wieder einmal..., Haase im Dresdner Club Passage 30.10.2010

in Off-Topic 31.10.2010 15:11
von HH aus EE (gelöscht)
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Die Zeit, der Raum und der Haase im Club Passage, Dresden

Zeit und Raum sind relativ, meinte Einstein, und seit gestern weiß ich, gespürt am eigenem Leibe, der Mann hatte etwas wichtiges entdeckt.

Von dem einem Raum, also vom Saturn, zum anderen, CLUB PASSAGE, zu gelangen war gestern nicht nur eine Reise von Ort zu Ort innerhalb der Elbmetropole, sondern aufgrund des begrenzten Erinnerungsvermögens eines Navigationsgerätes auch eine Irrfahrt durch die ZEIT. Die verging nämlich unaufhaltsam, weil an jedem neuen Ort, den ich (zwangsweise) aufsuchte, die Zeit schon wieder eine andere war. Dabei hatte ich kurze ZEIT vorher im Saturn schon Rotz und Wasser geschwitzt!
Unerbittlich sagte mir die Uhr, dass ich nun mal endlich zu einem glücklichen Suchergebnis kommen müsse, um zur rechten ZEIT beim HAASE am richtigen Ort sein zu können. Zum Glück hatte ich noch mein eigenes Navi im Hirn und das wies mir dann, nachdem sich das andere auch wieder besonnen hatte, den richtigen Weg zu den Schlängellinien des Leutewitzer Ringes. Uff, geschafft!

Der CLUB PASSAGE ist von seinen Erbauern, gut versteckt vor Ortsfremden und Ortsunkundigen, mitten in die quirlige ZEIT gut sortierter Plattenbauten gesetzt worden. Wer sich hierher verirrt, ist entweder hoffnungslos im Großstadttrubel eingesunken oder weiß genau, was er mit einem Teil seiner ZEIT anfangen will. Mir war nach Musik von HAASE & BAND sowie nach Ablenkung von den Segnungen eines überfluteten Kellers und vom Müll, den solche Räume ausspucken können. Außerdem nach einem Bier mit zwei Wiener Würstchen.

HAASE ist einer, der Geschichten erzählen kann. Von sich, von seinem noch nicht begonnen 30sten Lebensjahr und von einem Kumpel, der sich am liebsten in Ermangelung von Geld („Bin pleite“) von einem ORT zum nächsten quer durch die ZEIT befördern möchte. Ehe man sich bewusst vorgenommen hat, in die Musik abzutauchen, steckt man gedanklich schon mittendrin („Benzin im Kopf“). Der singende Erzähler verbreitet Freude, erhebt grinsend den Zeigefinger („Esel“) oder macht einfach nur Mut („Nur Fledermäuse lassen sich hängen“). Es ist eine gedankliche Reise durch die eigene ZEIT, die man schon gelebt hat und als Erfahrung mit sich herum trägt. Bei Haase heißt so etwas „Nimmersatt (des Lebens)“ und meint den Hinweis, seine ZEIT nicht einfach beliebig an irgend einem ORT zu verplempern.

HAASE spielt mit seiner Band unplugged, will heiß, eingestöpselt auf akustischen Instrumentarium, mit elektrischem Baß. Auf ihrer Trommelkiste sitzend schlägt sich TINA POWILEIT die zarten Finger wund, während RENE SCHOSTAK die Gitarrensaiten singen lässt. DANIELA SCHWABE zupft den Baß und hat sich, wie alle Akteure sitzend, hinter HAASE versteckt. Die Band ist in Hochform, zum Glück aber nicht perfekt. Es macht einfach nur zufrieden und sehr glücklich, im Angesicht der Musiker eine angenehme ZEIT zu haben, mit den Füßen zu wippen, sich ein Stück gedanklich treiben zu lassen und das mit Musikern, die daran sichtlich auch Spaß haben und weit weg von eingefahrenen Gleisen spielen.

Wieder einmal schickt mich die Stimme auf die Reise („Zweitbester Sommer“), um mich danach beinahe eine gedankliche Bruchlandung im Knast mitzuerleben zu lassen. An so einem ORT, wo ZEIT eine ganz andere Dimension bekommt, hatte HAASE eine Woche zuvor gesungen. Darüber mag man die Nase rümpfen, während er vor unseren geistigen Augen einen „mörderischen Typen“ entstehen lässt, dem die ZEIT im Knast auch den Zugang zu Kunst und Kultur verwehrt hat und dem HAASE & BAND die eigene Fantasie entgegen setzten („Weiße Wolke“). Solche Worte machen, trotz allen Grauens, das dort eingesperrt lebt, auch irgendwie betroffen, weil auch wir, trotz der örtlichen Distanz, in der gleichen ZEIT leben („Wir sinken“) und auch nicht einfach Reißaus nehmen können, obgleich der Gedanke kein fremder ist.
Leute wie dieser CHRISTIAN HAASE sorgen dafür, dass nach Jahren wieder mal eine neue CD im Knast zu hören ist, ein wenig Kunst dem geistigen Stumpfsinn dort entgegen wirken kann und wir im Konzert unsere eigenen Gedanken neu entdecken dürfen („Alte Schwerter“).

Das neue Entdecken eigener (Lebens)ZEIT macht Vergnügen, wenn man so einen nachdenklich, unbekümmert aufspielenden Musikanten erlebt. Unweigerlich denke ich auch wieder an CÄSAR („Polka“), weil auch dessen „Bauerpolka“ mit der frechen Geschichte von der schlauen Katze und diesem fröhlichen Tanz der Gefühle die pure Lebenslust überträgt. Es ist trotzdem schön, zu leben, vielen lieben Menschen sei Dank. Den HAASE und viele andere werde ich im Dezember wieder treffen und unsere Gedanken werden bei CÄSAR, einem anderen „Bruder im Geiste“ sein.

Nachts zu Hause angekommen, empfängt mich der Sperrmüll auf der Straße vor dem Haus. Irgendwer hatte in meiner Abwesenheit den alten und vom Wasser verkeimten Teppich auf der Straße ausgebreitet. Innerlich grinsend denke ich beim Einrollen an meine wilden Jahre und manch verrückten Einfall, der dem mit dem ausgerollten und leider nicht roten Teppich mindestens ebenbürtig gewesen wäre.
In den frühen Morgenstunden stelle ich die Uhren zu Hause wieder eine Stunde zurück. Die ZEIT stört das nicht, sie war und ist immer nur ZEIT, völlig unabhängig von uns und dem, was auf Geheiß irgendwelcher Kommissionen in Brüssel die manipulierten Uhren anzeigen. Vor- oder zurückstellen lässt sie sich nicht, auch wenn uns das, und die Notwendigkeit dessen, gern einige glauben machen möchten. Sie demonstrieren nur ihre Macht, dies zu dürfen. Wir sollten uns nicht länger etwas vorgaukeln lassen, das es gar nicht gibt. ZEIT ist so ewig da, wie wir sicher gehen werden, wenn wir hoffentlich in unserem Leben etwas Sinnvolles getan haben werden. Es muss ja nicht gleich die Dimensionen von ZEIT haben. Eine freundliche Geste oder ein ehrliches Wort lassen manchmal ZEIT oder ORT einfach vergessen.

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