#1

Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 12:35
von Kundi (gelöscht)
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Natürlich bin ich gestern wegen den Crazy Birds und IC F. nach Döbeln gefahren. Ich kam aber zeitig genug an um auch noch etwas vom Auftritt Frank Schöbels und seiner Band mitzubekommen. Nun bin ich ja nicht gerade als Schlagerfan verschrien, aber vor Franky-Boy und seinen Leistungen über Jahrzehnte hinweg habe ich allergrößten Respekt. Schöbel hat in seiner sympathischen Art auf dem prall gefüllten Markt für Begeisterung bei dem vornehmlich reiferen Publikum gesorgt. Die Fotos sind aus einiger Entfernung aufgenommen, aber Petra und Tina standen ganz vorn und werden sicher noch bessere Bilder einstellen.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 20.06.2011 16:02 | nach oben springen

#2

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 13:34
von Kundi (gelöscht)
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Im Telegrammstil:
Die Crazy Birds spielten sich erst mal ohne ihren Gast 4 oder 5 Titel lang warm . IC begann anschließend zunächst solo( 3 Songs) und rockte dann in einem Block noch 8 seiner beliebtesten Liedern aus SCM- und Solozeiten mit der Band. Die Kombination Falkenberg - Crazy Birds hat wirklich ein gnadenlos gutes, druckvolles Konzert abgeliefert. Selbst der Regen störte mich dabei nicht. Vergesst die Konzerte von Falkenberg zu SCM-Zeiten (nichts gegen die Sterne), mit den Crazy Birds wird er aber wirklich zum ROCKER. Das musikalische Feuerwerk war nach rund 90 Minuten leider schon wieder vorbei.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
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#3

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 15:16
von Kundi (gelöscht)
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...Fotos

Gruß Kundi

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#4

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 21:20
von wir 2 (gelöscht)
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Ich hab mich gestern auch auf den Weg nach Döbeln gemacht, hab Petra unterwegs eingesamt, Sie wollt gern auch Frank Schöbel sehen, also waren wir Zeitig genug vorort.

Fotos Frank Schöbel
an der Gitarre Stefan Schirmacher und Till Paulmann

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#5

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 21:29
von wir 2 (gelöscht)
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Fotos von Crazy Birds

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#6

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 20.06.2011 21:47
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Tina fragte an, ob ich Lust habe, mit nach Döbeln zum Stadtfest zu den Crazy Birds zu fahren. Die verrückten Vögel hatte ich noch nicht gesehen, nur gelesen hatte ich hier davon.
Nun musste ich Tina nur noch beibringen, dass wir noch ein Problem haben. Ich wollte auch noch zu Frank Schöbel. Zu meiner Überraschung hatte die Jugendbrigade nun damit überhaupt keine Berührungsängste. Chris und Frank hatte ich im Frühjahr im Tivoli Freiberg gesehen und mir geht es wie Kundi, vor dieser lebenden Legende hab ich absoluten Respekt.
Als wir es bis ins Stadtzentrum geschafft hatten, war vor uns eine unübersehbare Menschenmenge. Der Frank erwies sich als Publikumsmagnet zur besten Kaffeezeit.
Normaler Weise schaffen wir es immer bis in die ersten Reihen - ausgerechnet beim Ostschlager mussten wir passen. Dann hatten wir aber noch Glück, die Konzertbesucher, die nur mal von der Nähe erkunden wollten, wieso man mit 68 noch derartig gut aussehen kann, hatten dann irgend wann genug gesehen und räumten das Feld.
Die Tina konnte dann beim Anblick der Begleitband sofort das ganze Programm abspulen, wer, wo, mit wem und warum noch bei anderen Bands spielt. Dr. Kinski hat auch die Finger im Spiel und Monokel und und und ... Alles kann ich mir eh nicht mehr merken.
Das Programm, was Frank Schöbel diesmal spielte, war Stadtfest tauglich, also mehr die alten Sachen, wegen denen sich die Leute garantiert auf den Weg gemacht hatten.
Da ich das Glück hatte, das Soloprogramm von Chris und Frank zu sehen, weiß ich, dass es da noch viel mehr gibt. Die neuen Titel die er hat, sind rockig und textlich interessant. Heben sich vom allgemeinen Schlagerniveau positiv ab.
Leider war diesmal nicht die Zeit, die Musiker der Begleitband solo zur Worte kommen zu lassen. Mir hatte im Tivoli der junge Gitarrist ( weiß den Namen leider nicht )mit seinem Titel sehr gut gefallen und der hat auch eine sagenhafte Ausstrahlung.
Für mich das Highlight :" Mit mir könn`ses ja machen". Fand ich schon früher klasse und nun hat er diesen Text ins Hier und Jetzt transferiert - logo, mit uns könn`ses ja immer noch machen...
Schöbel geht mit seinem Publikum ganz geschickt und respektvoll um und er kann gut beobachten. Schon immer war er ein guter Sänger, aber eben auch ein exzellenter Entertainer. Es gelang ihm sogar, eine Dame im 4. Stock mit einer wedelnden Gardine ins Programm einzubeziehen.
Falls ich jetzt hier auch noch einige Ostschlager Fans neugierig gemacht habe, klickt mal unten auf mein Banner ....

Jede Band hat etwas prägendes, bei den Crazy Birds ist es für mich die Schlagzeugerin Angela. Absolut frisch, freundlich und locker. Schade, dass Musikerinnen im Ostrock immer noch Exotenstatus haben. Kann es mir eigentlich nicht erklären, warum bei den meisten Bands nur die Männer ( und dann auch noch die alten Männer - duck und weg ) unter sich sind. Bringt doch mal Farbe ins Spiel, eine Frau am Schlagzeug. Kann hier Kundi nur zustimmen, die Kombination Crazy Birds und Falkenberg ist genial. Hat mir viel Spaß gemacht, trotz Regenwetter diese rockig zwitschernden Vögelchen zu erleben.


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zuletzt bearbeitet 20.06.2011 22:10 | nach oben springen

#7

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2011 10:26
von axel (gelöscht)
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da hab ich paar fragen und auch paar antworten.
aber erst zu den fragen: kann mir jemand sagen, wer der gitarrist bei schöbel ist ? das gesicht kenn ich, allein mir fehlt der name
dann hätte ich gerne noch gewusst, wie man petra einsamen kann. ok, bitte darauf hier keine antwort, wir klären das mal, wenn wir uns treffen. ***grins
frauen als rocker, nunja, rockmusik ist schwerarbeit, das sieht einfach aus, ist es aber nicht. schlagzeug ist schwerstarbeit, sicher kein frauenjob und dann ist noch ein biologisches problem. musik machen und kinder kriegen und betreuen, das geht oft nicht zusammen. die familie kommt bei musikern immer zu kurz und es krieselt bei den meisten. geht also meist nur, wenn die familie mitspielt. es ist nämlich auch ein vagabuntenleben. schlafen in herbergen, die manchmal nicht die schönsten sind und einen morgenkaffee am sonntag morgen ( ich weiss wovon ich rede ) der die bezeichnung "kaffee" nicht verdient.
aber wir besprechen das mal in aller ruhe.

wir sehn uns, freunde!

zuletzt bearbeitet 21.06.2011 10:28 | nach oben springen

#8

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2011 11:49
von wir 2 (gelöscht)
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hi Axel,
Der blonde Gitarrist ist Stefan Schirrmacher und der andere Till Paulmann!

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#9

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2011 16:46
von Bernd (gelöscht)
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Eine Zusammenstellung, die seinesgleichen sucht. Wobei eben "Frankyboy" sich auch außerhalb des liedhaften Schlagers bewegen kann. Ja, und körperlich hat er sich in seinem Alter ebenso gut gehalten, wir sahen ihn aus der "Nähe" damals in Leipzig zur Olympiakandiadatur (2005 oder 2006 ? ).

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#10

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2011 20:30
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

@Axel: kann dir schon folgen mit deiner Argumentation, warum es so wenig Frauen in der Rockmusik gibt. Aber die meisten Ostrockerinnen sind jenseits der 50, damit familiär eher unabhängig, kleine Kinder haben die nicht mehr am Rockzipfel, eher schon die Enkel.
Gerade am Schlagzeug kenn ich ja nun schon zwei, die Tina Powileit ist ja auch viel unterwegs, nun auch wieder mit der Seilschaft.
Eine bedeutende Gitarristin fällt mir zum Beispiel überhaupt nicht ein, Basserinnen schon eher.


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#11

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 21.06.2011 21:42
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Bilder sind auch einige geworden, ein Glück, dass ich eine Unterwasser Kamera habe.

Angefügte Bilder:
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#12

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 26.06.2011 19:30
von Kundi (gelöscht)
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Der schriftliche Nachtrag zur Mugge:

Den musikalischen Schlusspunkt des Heimatfestes der Stadt Döbeln setzten am letzten Sonntag die Crazy Birds auf der Bühne am Rathaus gemeinsam mit dem Sänger, Texter und Komponisten Falkenberg. Das war ein Ereignis, dass ich selbstverständlich miterleben wollte, denn allzu oft gibt es diese Kombination nicht. Es ergab sich, dass ich den Veranstaltungsort frühzeitig erreichte. Der Obermarkt war mit Besuchern übersäet und je näher ich der Bühne kam, umso enger wurde es. Dafür stieg der Altersdurchschnitt mächtig an. Ursache für diesen Massenauflauf von Seniorinnen und Senioren war der strahlende Sangesmann, der gerade auf der Bühne stand. Ich bin nicht gerade als glühender Verehrer der Schlagerzunft bekannt, aber vor dem Menschen Frank Schöbel und seiner bisherigen Lebensleistung als Musiker habe ich heute allergrößten Respekt. Als ich Kind war habe ich ihn bewundert, als Teenager hatte ich dann offiziell nur ein müdes und abschätziges Lächeln für ihn übrig. Aber komischerweise registrierte ich alles, was mit und um Schöbel passierte. Frankyboy war seit ich denken kann immer schon in Radio, TV und sogar im Kino präsent. Ich war und bin kein ausgesprochener Fan von ihm, aber der Mann ist wirklich ein Phänomen. Oh je, hetzt habe ich mich wie ein junges Fohlen vergaloppiert. Aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus. Eigentlich wollte ich in diesem Bericht doch nur kurz erwähnen, dass Frank Schöbel mit seiner Band am späten Sonntagnachmittag auch auf dem Obermarkt in Döbeln spielte. Eigentlich habe ich von seinem Auftritt höchstens eine halbe Stunde gesehen. Doch das war schon sehr aufschlussreich.

Der Altmeister des (ost-)deutschen Schlagers war unheimlich locker drauf. Er sang sowohl alte Hits als auch neuere Lieder. Dabei ging er auch auf Wünsche aus dem Publikum ein. Schöbel hat eine natürliche und sympathische Ausstrahlung. Gekünstelte Posen oder inszenierte Gesten hat er auch gar nicht nötig. Er scherzte und plauderte zwischen den Songs mit dem Publikum und war ganz der dufte Frankyboy, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Wenn es in der deutschen Schlagerbranche einen glaubwürdigen Typen gibt, dann ist es Schöbel. Der Mann hat keine Starallüren und man spürt seine ehrliche Freude an der Musik und am Kontakt mit dem Publikum. Auch die Jahre scheinen ihm nichts anzuhaben. Er sieht immer noch aus wie das blühende Leben und auf runde 68 Lenze würde ich ihn nie schätzen. Frank und frei gab sich der Frank und für die Leute war er einfach der Kumpel, den man schon ein Leben lang kennt. Als er „Wie ein Stern“, „Komm wir malen eine Sonne“ und andere Klassiker sang, schwelgten viele sicher in Erinnerungen, denn die Gesichter der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Generation 65 aufwärts strahlten mit der noch vorhandenen Sonne um die Wette. Schön fand ich auch das Duett, dass er wohl mal mit Frank Zander aufgenommen hat. Ich glaube, es hieß „Wir gehören zusammen“. In Döbeln sang er es gemeinsam mit Keyboarder Alexander Kirfe. Das Ding war mir bisher unbekannt.
Schöbel hat den Menschen in Döbeln einen wunderschönen Nachmittag bereitet und wie er das getan hat, war wirklich sehr beeindruckend. Seine kleine und feine Band stärkte ihm dabei mit 2 Gitarren, Keyboards und etwas Hintergrundgesang den Rücken. Die Musik klang frisch und trug Züge von Schlager, Pop und melodiebetonten Rock in sich. Auch das war und ist ja schon immer ein Markenzeichen von Schöbel, dass er die Grenzen des hergebrachten Schlagers oft als Vorreiter überschritt. Er hatte einfach den Mut neue Wege zu beschreiten, das richtige Näschen für erfolgsversprechende, zeitgemäße Songs und vielleicht manchmal auch das Glück des Tüchtigen. Mit der Schikora-Combo, der Gruppe etc. und mit Nanu (Datzu) hatte er jahrelang Bands mit kreativen Musikern an seiner Seite, die für musikalische Umbrüche bestens geeignet waren.

Es wäre töricht und ungerecht in diesem Bericht seine aktuellen Begleitmusiker nicht zu erwähnen. Das wäre sogar ausgesprochen blöde von mir, denn die Musiker sind handwerklich sehr gut und unbekannt sind die Jungs keineswegs. Die Band hat in Döbeln ohne Getöse dem Altmeister einen feinen und wirksamen musikalischen Rahmen geliefert. An manchen Stellen blitzte das Können der 3 Instrumentalisten jeweils in Einzelaktionen durch. Da wäre als erstes Gitarrist Stefan Schirrmacher zu nennen. Der Mann ist ja auch ein Stück lebendige Musikgeschichte. Stationen seines Wirkens waren zum Beispiel die Hansi Biebl-Band, Neumis Rock Circus und Datzu. Die letzte Datzu- Bandbesetzung lässt manchen Fan heute noch mit der Zunge schnalzen. Neben Stefan Schirrmacher und Bandchef Rainer Oleak gehörten noch Ingo Politz, Peter „Bimbo“ Rasym, Peter Lorenz und Annett Kölpin zu Datzu. Heute spielt „Schirmchen“ unter anderem bei Dr.Kinski’s Schocktherapie. Keyboarder Alexander „Ali“ Kirfe spielte Mitte der siebziger Jahren bei Vulcan. Er ist Multiinstrumentalist, spielt neben den Tasten unter anderem auch Percussion, Saxophon und Querflöte. Spuren seines Wirkens finden sich unter anderem auch bei Cott’n & Co, Petra Zieger, Smokings Rockshow sowie bei (Michael) Barakowski und Freunde. Nach der Wende war er oder ist sogar auch noch bei der Berliner Show- Band Ageless, die übrigens ganz kräftige Smokings Rockshow-Wurzeln hat. Es ist für mich immer eine ausgesprochen spannende Geschichte, die Wege solcher Musiker nachzuvollziehen. Der dritte Mann der Schöbel-Band, der Gitarrist Till Paulmann, war mir bisher völlig unbekannt. Er spielt in der Maffay-Coverband Steppenwolf und er ist auch mit eigenen Liedern im Duo oder mit Band unterwegs. Den Mann werde ich mir mal merken.

Mir ist es übrigens vollkommen unverständlich, dass Schöbel jenseits der Elbe nicht oder nur höchst selten in den Medien vorkommt. Künstler von seiner Klasse und seiner Ausstrahlung gibt es nämlich nicht viele. Aber das Thema hatten wir ja auch schon bei anderen Musikern mit der 2-Staaten-Biographie.Als das Schöbel-Ensemble die Bühne verließ, gingen auch die Leute der Silbergeneration und die Sonne. Dunkle Wolken zogen auf und entluden sich in einem lang anhaltenden Regen. Die umliegenden Hauseingänge waren nun begehrte Plätze für die auf dem Obermarkt verbliebenen Stadtfestbesucher. Der Altersdurchschnitt der Anwesenden hatte sich auch spürbar gesenkt. Gut Ding will Weile haben, auch Umbau und Soundcheck

Plötzlich waren sie da, wie ein Schwarm Stare, der sich auf die reifen Kirschen stürzt. Doch die Crazy Birds sind keine Schwarmvögel aus fernen Ländern, sondern gestandene Musiker von hier. Freudbetonter und gitarrenlastiger Rock ist ihr Metier.
Unter der Parole „just Rock’n Roll“ starteten sie schnell und präzise ihre Mission. Bewaffnet mit Stromgitarren, Bassgitarre und Schlagzeug sowie mit der Kraft ihrer Gesangsstimmen fetzten sie mit „Dudes Looks Like a Lady“ von Aerosmith los. Musikalisch besorgten es die Crazy Birds den Döbelnern auf die bekannt harte und direkte Tour. Die kräftigen Gitarren von Sascha „Sergio“ Aust und „Dr.“ Ecki Lipske, der durchdringende Bass von Tom „Tomassimo“ Vogel harmonierten perfekt mit den treibenden und mächtig zulangenden Schlägen des Schlagzeugs von Angela Ullrich. Sinnlose und selbstverliebte Instrumentalfrickeleien sind bei den geradlinigen Crazy Birds verpönt. Rock’n Roll ist schließlich keine Lärmbelästigung. Endlich war auch der „Dynamo-Star“ wieder live zu hören. Die emotionsschwangere Schmachthymne „Purple Rain“ von Prince hat mich im Original nie irgendwie angesprochen. Von den Crazy Birds hatte ich das Stück schon mehrmals gehört und ich fand ihre Version schon immer um Längen besser als die vom exzentrischen Prince(-n). Aber diesmal haute mich der von Angie, Ecki, Sergio und Tomassimo intonierte purpurne Regen schlicht aus den Socken. Ich entfernte mich extra etwas von der Bühne, um dieses kräftige Soundgewitter aus den Boxen wirklich in vollen Zügen genießen zu können. Die Töne umhüllten mich wie eine schützende Wand und der gerade vom Himmel fallende und mir ins Gesicht tropfende graue Regen konnte mir nichts mehr anhaben. Nach diesem Höhepunkt räumten die Crazy Birds erstmal die Bühne für ihren Gast.

Ups, den Herrn Falkenberg hatte ich bei der eben verklungenen purpurnen Rocksinfonie ja völlig vergessen. Doch der Meister brachte sich mit seinem ersten Lied sehr schnell und sehr eindringlich wieder in mein Gedächtnis. „Osten“ ist ein Lied, das IC ursprünglich für einen anderen Künstler geschrieben hatte. Erstmals hörte ich es aus dem Munde von Harry Jeske auf seiner 1997er Scheibe „und Tschüss“. Mit diesem Text sprach IC damals vielen Menschen meiner Generation und Herkunft aus dem Herzen und es war nur folgerichtig, dass er „Osten“ ein paar Jahre später für seine eigene CD „Zwischen Erde und Mond“ neu aufnahm. Kurz und schmerzlos schob er in Döbeln „Zigeuner auf Zeit“ hinterher. Dieses sprachliche Gleichnis von der Ruhelosigkeit, der ewigen Wanderung und dem Niemalsankommen im Leben trifft sicher auch auf das künstlerische Schaffen des Musikers Falkenberg zu. Doch darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Die Fakten von IC’s Karriere als Band- und Solokünstler dürften vielen Lesern ja bekannt sein.

Bei „Taufrisch“ griffen die Crazy Birds wieder ins Geschehen ein und eigentlich könnte man das folgende Rock-Feuerwerk mit den Worten „das Beste kommt zum Schluß“ charakterisieren. Falkenberg und die Band ROCKTEN wie die Hölle. Obwohl IC manchmal auch auf dem Keyboard oder der Akustikgitarre spielte, war es vor allem der harte Sound der Crazy Birds, der den Liedern aus Stern Meißen-Zeiten und IC’s Solosongs eine neue Richtung gaben. Das hatte schon was, wie die ursprünglich oft keyboardlastigen Lieder im neuen (Gitarren-)Hardrock-Gewand erstrahlten. Falkenberg schien von der Wucht, die „Wir sind die Sonne“ oder „Eine Nacht“ plötzlich entfalteten, selbst überwältigt zu sein. Scherzhaft bot er als Bestrafung an mit dieser Band und dieser Anlage mal ein Wohnzimmer-Konzert bei einem vorlauten Konzertbesucher zu spielen. Nichts gegen die Stern-Combo, aber im Vergleich zu den heutigen Crazy Birds waren sie zu Stern Meißen-Zeiten nur eine laue Pop-Band. „Verdammt bis in alle Ewigkeit wollten wir Piraten sein“ sang Falkenberg und bis in alle Ewigkeit hätte ich ihm, Angie, Ecki, Sergio und Tomassimo zuhören können. „Piraten“ und auch das folgende „Erdbeer’n im Schnee“ stammen übrigens aus der Mitte der neunziger Jahre als IC mit eigener Live-Band arbeitete. Mit „Wunderland“ und Dein Herz“ endete die Mugge um 20.00 Uhr nach rund 90 Minuten ziemlich abrupt. Na ja, Döbeln brauchte nach 3 tollen Tagen halt auch mal Schlaf.
Ich verrate aber kein Geheimnis, wenn ich jetzt hier schreibe, dass es nicht das letzte gemeinsamen Konzert von Falkenberg und den Crazy Birds in diesem Jahr war;-).

Gruß Kundi

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#13

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 26.06.2011 19:47
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Also Kundi, nach der tollen Argumentation für Frank Schöbel wirste doch nicht noch zu dessen Fanclub überlaufen - die Damen haben schon ganz begehrlich nach dir geguckt.(duck und weg )
Danke, dass du mal aufgetrieselt hast, wer von den Schöbel Musikern mit wem und warum... . Das hatte mich auch interessiert. Schlager hin, Schlager her - der Schöbel macht einfach gute Laune und das braucht man manchmal.

Hier mal noch ein Clip von Falkenberg und Crazy Birds.


Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 26.06.2011 19:53 | nach oben springen

#14

RE: Frank Schöbel, Crazy Birds mit (IC) Falkenberg 19.06.11 Döbeln

in Konzertberichte Ostrock allgemein 27.06.2011 17:21
von Fränki | 4.977 Beiträge | 9927 Punkte

Ja der blonde Gitarrist ist Stefan Schirmacher, er war früher mal bei Petra Zieger & smokings und da zuvor war er bei Neumis Rock Cirkus.
Habe Ihn damals bei diesen Live Bands erlebt , er ist ein hervorragender Gitarrist und auch privat ganz ok .

Gruß Frank aus Sgh


MEIN LEBEN IST MAL SO UND MAL SO und wenn es mal nich so lief sag ich mir NOCHMAL
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