SILLY Senftenberg - Grosskoschen am 09.07.2011
Spontan entschieden und entschlossen ging es am Samstag zur "Fahrt ins Blaue", um "Alles (in) Rot" zu sehen. Ohne Karten im Gepäck zu einem SILLY-Konzert zu fahren, ist heutzutage auch ein riskantes Manöver. Aber im Internet stand nirgends was von "ausverkauft". Das schöne Wetter lud regelrecht dazu ein. Rechtzeitiges Erscheinen sichert beste Plätze und vor allem Karten ! Kurz darauf war tatsächlich ausverkauft !
Nachdem Auto eingeparkt, und fleissig Gebühr dafür entrichtet war, ging es dann 18.00 Uhr diszipliniert und mit Abendkassenpreis von 32 €/Karte hinein und wir konnten Sandra in Reihe Eins begrüßen. Kurz darauf gab es ein Wiedersehen mit unseren Großräschener PUHDYS-Fans, was mich sehr freute.
Getränke waren leider wieder wie 2008 warm und teuer. Warum man für kleine Einwegbecher 1 € Pfand erhebt, entzieht sich meiner Kenntnis, vor allem, wenn sie schon die Anstürme nach Getränke kaum bewältigen können ...
Das Sicherheitspersonal war unauffällig, hilfsbereit, aber sicher auch bereit, wenn es "darauf" angekommen wäre. Diese Situationen traten zum Glück nicht ein.
Die Bühne war mit Blick zum Senftenberger See positioniert. An dieser Stelle ist sonst ein Yachthafen. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, streiten die Eigentümer mit den Veranstaltern, ob es dort jemals wieder Veranstaltungen aller Art geben wird. Ich wünsche mir, daß sich die Veranstalter durchsetzen werden und es eine Lösung geben wird.
Leider wurden wir stundenlang mit grottenschlechter Franzosenmusik beschallt, daß es einem schon fast schlecht wurde. Was hat der DJ an diesem Tag getrunken oder gegessen? Keine Ahnung, das letzte davon muss schlecht gewesen sein.... Als dann noch ein "Presseirrtum" aufgeklärt wurde, und das Programm entgegen dem ausgedruckten Zeitpunkt über eine Stunde später beginnen sollte, hagelte es erstmalig Buh-Rufe. Im Vorprogramm spielte eine Band "Harmony Lodge", welche den Contest in der Region gewonnen hatte. Waren die anderen 12 Bands in diesem Contest wirklich schlechter ? Der Gitarrist im "Menowin-Outfit" hopste bissel arrhythmisch über die Bühne. Es war zumindest sehr unpassend vor einem SILLY - Konzert - genau wie die völlig daneben gegriffene Titelauswahl der Disko. Ein Wiedersehen mit "Black Tequila" hätte mich wesentlich mehr erfreut. Diese lernten wir vor einem CITY-Konzert in Frauenhain kennen und auch sie kommen aus der Region Senftenberg. Und diese hätten 200-prozentig zu SILLY gepaßt.
Der Umbau dauerte selbstverständlich seine Zeit, ehe dann das Intro von SILLY erklang und eine spielfreudige Band die Bretter der Bühne erklommen. Mit "Nackter" eröffnete SILLY das knapp 2-stündige Konzert. Dann der erste Single-Song der aktuellen CD "Ich sag nicht Ja" und schon hatte Anna das Publikum in ihrer "Gewalt" gebracht, welches durch mitsingen und Klatschen die Band unterstützte. Weiter ging es mit Titel der aktuellen CD, wie z.B. "Ich verlasse mich" bevor Anna Loos uns begrüßte und den ersten Überraschungsgast präsentierte. Es war ihr Ehegatte und Schauspieler / Sänger Jan Josef Liefers. "Erinnert" wieder im Gesangs-Duett nach den Auftritten im TV und in Dresden. Jetzt kommt bei diesem Lied die ohnehin schon vorhandene Gänsehaut erst richtig .... Für mich war es ohnehin schon "das" Lied der CD "Alles Rot". Stürmischer Beifall für den Gast und dann war es schon wieder vorbei und Jan Josef winkte dem Publikum zu.
Nahtlos ging es mit "Furcht der Fische" passend weiter, und nun war der Wechsel zu den unvergessenen SILLY-Klassikern mit "SOS" als ersten Song vollzogen. Jetzt brachte SILLY nun den Block der "bekannten" Songs, wobei ein sehr großer Anteil Zuschauer die aktuellen Titel von "Alles Rot" kannte, was bei dem sensationellen Charterfolg 2010 auch kein Wunder ist.
Immer wieder zu betonen ist die Begeisterung der Band für ihre Musikleidenschaft. Da geht es mit freundlichen Gesichtern und Aktivität auf der Bühne "zur Sache" und jedes der Bandmitglieder weiß, das Publikum zu integrieren. Absolut geniale Kulisse z.B. bei "Mont Klamott", als 4000-5000 Gäste synchron mitsangen.
"Elektroakustisch" war nun der nächste Block, "Flieg", "So eine kleine Frau", "Warum", "Findelkinder" gab es akustisch vom Hocker, ehe auch Ronny Dehn, Herr Petereit und Daniel Hassbecker wieder auf die Bühne kamen und den "Kapitän" anstimmten. Sehr gelungen finde ich die Abmischung der Trackliste mit den stetigen Wechsel der Titel von "Alles Rot" und den musikalischen Schaffen von SILLY unter Tamara Danz. Dieses während des gesamten Konzert ist ein Garant dafür, daß auch jedem im Publikum immer wieder der eine oder andere Titel bekannt erscheint. Egal ob Anhänger der "alten" oder "neuen" SILLY-Band. Die beiden Herren an der Gitarre - Jäcki und Uwe rockten, was das Zeug hält auf der großen Bühne. Das war alles und ständig Bewegung pur. Mit "Alles Rot" legte SILLY so richtig los. Wahnsinnstimmung auf der Bühne und Publikum. Als Ritchie Barton dann zur Akustikgitarre griff und Anna Loos den Platz am Keyboard einnahm, war es Zeit für "Alles Rot - Reprise" und es brachen alle Dämme und Anna´s Haare flogen nur so um sich und nicht nur die, auch die vom Publikum. Die Herren an den Gitarren gaben ebenso alles. Das ist das, was die Leute bei Livekonzerten sehen möchten, fernab von "einstudierten" Schrittfolgen.
Zu kurz wäre das Konzert gewesen, wenn es jetzt keine Zugaben geben würde.....
Die gab es natürlich, "Batallion d´ Amor"" gliederte sich nahtlos in die Reihe der Stimmungsgaranten. "Leg mich fest" kommt ebenso klasse im Publikum an, welches wirklich nahezu jedes Lied förmlich aufsogen. Anna gab dem Publikum auch zu verstehen, daß sie sich in Senftenberg sehr wohl fühlen und gern wieder kommen wollen. Ihnen war das Publikum förmlich angetan und es war eine ehrliche Freude und keine "geschauspielerte".
Der zweite Gast Leo (Sohn Uwe Hassbeckers) hatte nun seine Sternstunde und durfte am Schlagzeug den Song "Höhle" spielen. Natürlich ein Perfektionist, wie sein Bruder und Vater an den Instrumenten, wie sich das für eine Musikerfamile gehört. Unter den Augen vom ähnlich aussehenden Ronny Dehn gab es für den Meister nichts zu beanstanden, wie Hassbecker jr. seinen Job machte. Und natürlich hielt Anna auch wieder das rote Mikro ins Publikum, welches lauthals mitsang.
Annas Worte zum Abschied: "Das ist echt eine schwierige Stelle und wir wissen somit, daß wir wieder kommen müssen"
Im Gedenken an Tamara Danz (Am 22.07. jährt sich ihr Todestag zum 15. Mal) beendete SILLY im warmen Abendhimmel das Konzert mit "Sonnenblumen". Nun war es wirklich vorbei, ein Konzert, was für alle Besucher mit Sicherheit als ein positives Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.
Unser Fotoalbum mit ca. 350 Fotos gibt es hier: https://picasaweb.google.com/teiber1960/SILLY_SFB_fertig