#1

HAASE & Band unplugged 04.11.11 Görlitz

in Konzertberichte Ostrock allgemein 05.11.2011 12:51
von Kundi (gelöscht)
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HAASE & Band waren gestern im Görlitzer "Apollo" mit den leiseren Tönen des unplugged-Programmes zu erleben.
Im letzten Monat erschien ja endlich das neue Album "die besseren Zeiten" und selbstverständlich spielte die Band einige Lieder davon. Der Reiz des Konzertes für mich lag diesmal aber wirklich besonders darin die sonst sehr rockigen Songs in der gemäßigten unplugged-Variante zu hören. Ich kann schon mal so viel sagen, dass das Konzert super war. Die Lieder erstrahlten in dem neuen Tongewand in einem neuen Licht. Was ich absolut nicht begreife, sind die Görlitzer Einwohner, denn von ihnen verirrten sich kaum welche ins "Apollo" und so war der Saal leider nicht mal halbvoll. Die erschienenen Zuhörer waren fast alle aus anderen Orten angereist. Christian HAASE, Tina Powileit, Daniela Schwabe und René Schostak spielten sich aber trotzdem den Arsch so ab, als wenn die Hütte brechend voll gewesen wäre und es um die berühmte Wurst ginge. Das war einfach beeindruckend!

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 05.11.2011 13:15 | nach oben springen

#2

RE: HAASE & Band unplugged 04.11.11 Görlitz

in Konzertberichte Ostrock allgemein 05.11.2011 17:01
von Peg (gelöscht)
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Lieber Kundi!

Danke für Deinen Rückblick auf das gestrige Konzert.

Ja, ich finde es auch beeindruckend und es spricht für die Akteure auf der Bühne, wenn sie alles geben, egal, ob das Publikum aus 50 oder 500 Leuten besteht!

LG - Peggy

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#3

RE: HAASE & Band unplugged 04.11.11 Görlitz

in Konzertberichte Ostrock allgemein 06.11.2011 17:09
von Kundi (gelöscht)
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Zur Stadt Görlitz habe ich eine besondere Beziehung. Das ist einfach so, wenn man fast 20 Jahre lang in dieser Stadt gearbeitet hat. Ich habe diese Neißestadt zeitweise geliebt und zeitweise gehasst. Aber ich möchte diesen Lebensabschnitt nicht missen und heute bin ich immer wieder gerne in Görlitz. In diesen fast 20 Jahren habe ich den Wandel der Stadt hautnah miterlebt. Architektonisch ist aus der grauen Stadtmaus ein bunter Schmetterling geworden. Man kann Görlitz deshalb durchaus als Perle unter den Städten bezeichnen.
Auch der politische Wandel hat kraftvolle Spuren hinterlassen. Heute liegt Görlitz mitten in reisefreien Europa und zusammen mit der polnischen Schwesterstadt Zgorzelec bildet man die Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Räumliche Schranken und Grenzen sind gefallen, die in den Köpfen bei einigen Menschen werden sicher etwas länger brauchen. Nein, es reiften nicht alle Blütenträume und es gibt sicher auch viele Probleme, die durch die neuen Freiheiten begünstigt werden. Wer in der Grenzregion daheim ist, weiß sicher wovon ich schreibe. Trotzdem ist dieser Prozess des Zusammenwachsens an und für sich richtig und er eröffnet viele Chancen Europa mit seinen Menschen wirklich zu vereinen ohne dabei die jeweiligen nationalen Wurzeln zu vergessen. Es gibt so viel, was die Menschen voneinander lernen können. Wie dieser Prozess ausgestaltet wurde und wird, darüber lässt sich sicher trefflich streiten. Das hat mal wieder gar nichts mit einem Konzertbericht zu tun und doch fühle ich mich gut dabei auch über solche Dinge nachzudenken sowie diese Zeilen zu schreiben.

So, liebe Freundinnen und Freunde der gepflegten und gehobenen Unterhaltung, jetzt wollen wir uns aber dem Konzertereignis zuwenden. HAASE & Band brachten am 04.11.11 nämlich „die besseren Zeiten“ in Form ihrer neuen CD nach Görlitz und sie stellten im „Apollo“ viele Lieder der neuen Silberscheiblette live in einem unplugged-Konzert vor. Das versprach natürlich eine spannende Sache zu werden und so machte auch ich mich auf den Weg in die östlichste Stadt Deutschlands. Nachdem mein treuer fahrbarer Untersatz bei einem Tachostand von 150000 Kilometern und ein paar Verschleißerscheinungen diese Woche in der Werkstatt eine umfangreiche Auffrischung erhielt, fegte er wieder wie neu über die bundesdeutsche Autobahn. Tja, das Teil ist zwar erst 4 Jahre alt, aber wenn man Tag für Tag unterwegs ist, kommt schon was zusammen und im Stich gelassen hat mich mein silberner Koreaner noch nie. Trotzdem habe ich bei der Rechnungslegung nach der Wartung/Reparatur ganz schön geschluckt. „Die besseren Zeiten stehn im Stau“ (für mich also immer noch) oder sie begannen erstmal mit einer fetten Investition in die Zukunft meines fahrbaren Untersatzes und mit einem erheblichen Minderungsbetrag auf meinem Konto. Egal, jetzt rollte der Hobel wieder wie eine Eins und brachte mich sicher der Hospitalstraße 2 in Görlitz entgegen.

Es war etwa 19.15 Uhr als ich aus dem Auto stieg und die Straße schien menschenleer. In der Ferne sah ich den Schriftzug des "Apollos" abwechselnd im weißen und rosa Neonlicht flackern. Irgendwie erinnerte mich dieser Anblick an einen schlechten Horrorfilm. Plötzlich plärrte in dieser “Totenstille” mein Handy los. Es meldete sich mit „Brothers Everywhere Raise your hands into the air...” und dem fetten Sound von Manowar’s “Warriors of the World”. Ich zuckte vor Schreck erstmal zusammen und dann feixte ich über mich selber. Ein Blick aufs Display sagte mir, dass im HAASE-Umfeld wohl schon jemand unruhig geworden ist und auf mich wartete. Es war unsere Tina. Ich meldete mich mit verschlafen gestellter Stimme. Doch das war sinnlos, denn ich war schon längst entdeckt. Die ersten Informationen klangen nicht gerade berauschend. Wenige Minuten vor Konzertbeginn hatten sich nur ein gutes Dutzend zahlende Gäste ins „Apollo“ verirrt. Was ist mit den Görlitzern bloß los? Die kleine Spielstätte des Theaters liegt mitten in der Stadt und ist sehr gut zu erreichen. Der Eintrittspreis war mit 15 Euro an der Abendkasse auch nicht überzogen und HAASE spielte erstmals mit der Band hier. Eigentlich lief die Mugge sogar fast vollständig ohne einheimisches Publikum ab, denn die meisten Zuhörer waren von auswärtigen Orten. Irgendwas läuft da schief in Görlitz. Für mich als Konzertbesucher mag das ja noch halbwegs zu verarbeiten sein, aber wie gehen eigentlich die Musiker damit um?

Auf jeden Fall ließen sich Christian HAASE, Tina Powileit, Daniela Schwabe und René Schostak ihre sicher vorhandene Enttäuschung nicht anmerken als sie den Saal betraten und auf der Bühne ihre Plätze einnahmen. Zu Beginn bat HAASE die Anwesenden lediglich näher zusammenzurücken und die vorderen Stuhlreihen zu belegen. „Bessre Zeiten“ war ein perfekter Einstieg und gleichzeitig auch so etwas wie der Kompass durch das Konzert. HAASE ist auch als Kopf und Aushängeschild der Band immer noch ein Geschichtenerzähler vor dem Herrn. Er hat seinen eigenen Kopf zum Denken und er weiß mit Worten bildhaft umzugehen. Die Themen seiner Lieder sind aus dem Alltag gegriffen uns sie können nachdenklich machen, Kraft geben, Lebensfreude wecken oder auch Wut auslösen. Er ist ein Typ, der mit beiden Beinen im Leben steht und der auch noch Träume hat. Das neue Album ist ja eigentlich eine herrlich rockige Angelegenheit mit mitreißenden E-Gitarren-Klängen, einem treibenden, lärmenden Schlagzeug und einem kräftigen Bass. Aber das Akustik-Gewand steht den Songs wie „Fledermäuse“ auch ganz ausgezeichnet zu Gesicht. Für mich als Zuhörer ist es immer wieder erstaunlich, welche unterschiedliche Stimmungen und Klangfarben bekannte Rocksongs plötzlich in einer Akustikvariante erzeugen können. Mir ist es wichtig zu erwähnen, dass sich die Kapelle wirklich Gedanken gemacht hat und das Rockgewand nicht 1 zu 1 auf die unplugged-Variante übergestreift hat, sondern eine andere, neue Form der Lieder geschaffen hat.

Im Görlitzer „Apollo“ erlebten wir eine Band, die mit dem HAASE(-n) eine geschlossene Einheit bildete und die durch die leise Instrumentierung mit Akustikgitarren, Cajón und Bass völlig neue Stimmungen zauberte. Deshalb schreibe ich das Wort BAND jetzt auch mal dick und fett, denn die HAASE-Band ist längst mehr als eine „Begleitband“ des Sängers Christian HAASE. Da ist was zusammengewachsen, was zusammengehört. Natürlich kennen wir HAASE auch als Solo-Musiker mit Akustikgitarre und Keyboard, aber das klingt wieder völlig anders.

Es wird langsam Winter. Man sieht es daran, dass HAASE wieder Rotwein als Getränk wählt. Solange er unsere Herzen mit seiner Musik wärmt, sei ihm das auch gegönnt *g*;-).
Ausgesprochen zünftig präsentierten die HAASEn „Polka“ vom neuen Album. Das volksliedhafte Stück verkörperte eine Menge Lebensfreude. Übrigens verzichteten die Musiker diesmal gänzlich auf eine Pause und spielten die Titel ohne Unterbrechung durch. Neben den bereits genannten Liedern spielten HAASE & Band noch weitere vom neuen Album wie „Ich werds finden“, „Lenchen“, „Bank am Fluss“, „mittendrin“, „Benzin im Kopf“ und „Will sein“. Aber auch Klassiker wie „Alte Schwerter“ „Kapitän“ und „(Leck mich am Arsch, Du) Gute Fee“ fanden an diesem Abend in Görlitz den Weg in die Gehörgänge und Seelen der Zuhörer. Mit „Lass mich“ bereiteten die HAASEn mir sogar eine besondere Freude. Hab ich gefühlt viel zu lange nicht gehört das Stück. Auch wenn der Kreis der Gäste sich zahlenmäßig in Grenzen hielt, ihrer Begeisterung tat das keinen Abbruch und sie erklatschten sich tapfer ein paar Zugaben. Zuerst sang HAASE solo dieses unglaublich schöne „Das Leben ist wie Tomatensaft im Flugzeug- selten, aber wenn dann ist es Pflicht“ und anschließend schob die komplette Band noch das „Hochzeitslied“ hinterher.
Eigentlich war dieser Ausflug ins musikalische HAASE-Universum wieder viel zu schnell vorbei. Doch ich fühlte mich so gut und im Einklang mit mir selbst, als ob die besseren Zeiten nun wirklich angebrochen wären ;-).

Gruß Kundi

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#4

RE: HAASE & Band unplugged 04.11.11 Görlitz

in Konzertberichte Ostrock allgemein 06.11.2011 20:26
von wir 2 (gelöscht)
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DANKE Kundi für deinen schönen Bericht.
Auch von mir ein paar Fotos

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RE: HAASE & Band unplugged 04.11.11 Görlitz

in Konzertberichte Ostrock allgemein 06.11.2011 22:42
von Peg (gelöscht)
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Lieber Kundi!

Hab's zwar oben schon mal geschrieben ... aber doppelt hält bekanntlich besser. ;-)
An dieser Stelle das zweite Dankeschön von mir, dieses Mal für die ausführliche Version Deines schönen Konzertberichtes!

LG - Peggy

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