#1

Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 07.04.2009 18:34
von HH aus EE (gelöscht)
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Kein Märchen aus vergangenen Zeiten oder vom Wert einer Freundschaft

Chancen erkennen und nutzen, etwas anschieben, von dem man nicht weiß, wo und wie es enden wird, aber auf jeden Fall wissen, daß man in genau diese Richtung will!

So oder so ähnlich begannen viele Dinge in meinem Leben ihren Lauf zu nehmen. Im Frühjahr 1972 arbeitete ich im Kreiskabinett für Kulturarbeit, als mein Chef, der Rolf aus Prösen, mich rufen ließ. In seinem Zimmer saßen zwei „Typen“ meines Alters aus dem VEB Kombinat IMPULSA und einen von ihnen kannte ich. Die beiden waren mit der Idee gekommen, in der Elsterwerdaer Gaststätte „Zum Winterberg“ einen Jugendklub auszubauen und eine Discothek einzurichten.
Das mit dem Jugendklub fand mein Chef prima, denn es paßte in die Linie von Partei und Regierung. Mit einer Discothek konnte er nicht viel anfangen, wußte aber, daß ich mich privat sehr für Musik und Schallplatten interessierte. Ich bekam also den Auftrag, die Jugendorganisation im VEB Kombinat IMPULSA beim „Aufbau einer Discothek und der Gestaltung eines abwechslungsreichen Jugendlebens“ zu unterstützen, so der damals vorherrschende „geschäftliche Umgangston“, der sich vom heutigen nur durch eine andere inhaltliche Wortwahl, nicht aber durch den geschwollenen Tonfall unterscheidet.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem anderen „Typen“, Hans-Georg, waren wir uns schnell einig, daß es eigentlich nur darum ging, mit Hilfe des Kombinats eine möglichst gute Musikanlage plus Mischpult, sowie die nötige Einrichtung zu organisieren. Wir beide hatten den gleichen Musikgeschmack, hatten Lust auf Rockmusik und Geselligkeit mit Freunden und wir wollten eine „Pappe“ * als Schallplattenunterhalter. Die „Pappe“ waren über den „Rolf aus Prösen“ schnell organisiert, die Möbel und die Anlage kaufte das Kombinat und wir organisierten mit einigen Jugendlichen viele Arbeitseinsätze in der Keller-Bar vom „Winterberg“, wo die DISCO und der KLUB ihre Heimat haben sollten. Das mit dem Feiern haben wir dann meist auch schon geprobt und unsere Bandgeräte, ein QUALITON und ein ZK 120, standen dafür bereit. Wir hatten schöne Abend zwischen Bauschutt, Bierkästen und Bandgeräten.

Der Eröffnungstag war der 15. Juni 1972. Auf das Discotheken-Pult hatte unsere „Deko-Eppel“ ** in bunten Farben „Die Tute“ gemalt und dahinter standen Georg und ich, um einen auf Disc-Jockey zu machen. Wir waren stolz darauf!

Die Musik?? Ganz einfach, denn es waren gerade Platten erschienen, die heute alle Kult sind. Von der LP „HALLO 1“ war der „Anfang“ von den CZERWONE GITARY unsere Erkennungsmelodie. Die „Brennenden Berge und Wälder“ hatten wir uns im Original aus Polen mitgebracht, ebenso wie „Korowod“ von ANAWA. Wir spielten wirklich gern BAYON und PANTA RHEI, natürlich die KLAUS RENFT COMBO und auch die PUHDELS, NIEMEN und HALINA FRANCKOWIAK, die Georg sehr mochte. Fast alles war auf den Hallo-LP’s zu finden. Ich spielte die OMEGA LP’s sowie ILLES und aus Polen den WOZNIAK, natürlich auch das COLLEGIUM MUSICUM aus der damaligen CSSR. Der große Klub-Hit allerdings kam von SCIROCCO und hieß „…sagen meine Tanten“, bei dem sich eine gewisse Dorothea tanzend im Kreise drehte. Wir beide hatten drei schöne Jahre miteinander!

Bitte auch genau auf die Fotos sehen, denn wir haben von Platte gespielt (!), so auch die legendäre LP von GUN aus Polen mit dem Überhit „Race With The Devil“. Die Platte habe ich noch immer, inzwischen auch das Original.
Bitte noch einmal genau hinsehen, denn keiner von uns hatte trotz des „offiziellen“ Anlaßes ein FDJ-Hemd an – Märchen vom Einheitsbrei in der DDR muß man manchmal auch als solche entmystifizieren – wir hatten trotzdem Spaß im Leben, haben wilde Parties gefeiert und hatten auch sonst eine tolle Zeit miteinander!

Die beiden Bandgeräte wurden genutzt, um „praktische Englischkurse“ als Gestaltungsmittel zu integrieren. Vor allem Blood,Sweat & Tears, Frumpy, Deep Purple, Black Sabbath sowie die Beatles und Rolling Stones lieferten uns gute Beispiele, zu denen man zufällig auch ganz gut tanzen konnte.

Wir haben die Abende damals wirklich sehr geliebt und spätabends die Schußfahrten mit Fahrrad oder wahlweise mit dem Moped vom Winterberg runter in die Stadt hatten auch ihre Reize. Allerdings mußte man dazu auch erst mal hoch auf den Berg!
Wie beliebt dieser Klub auf dem Winterberg war, sahen wir daran, daß die Abende meist ausverkauft waren und keiner der Gäste den Weg auf den höchsten Berg scheute. Inzwischen ist die Gaststätte „Winterberg“ und das Areal darum in Privatbesitz gelandet und das auch nur, weil einige neue Stadtobere nach der Wende besonders schlau sein wollten. Ich könnte heulen!

Hans-Georg und ich sind über all die Jahre Freunde geblieben, wir haben viel Musik gemeinsam gehört, nicht wenig Wodka getrunken, waren gemeinsam beim Liederfestival in Sopot, aber haben unterschiedliche Frauen geheiratet.

Dieser Freundschaft hat auch die Wende nichts anhaben können, obwohl wir heute räumlich getrennt leben. Inzwischen kann ich aber auch selbst Auto fahren. Das gemeinsam erlebte in einem Land, das nur seine Einwohner wirklich kannten und kennen, bindet und hat uns bis heute stark gemacht, aber auch verletzlich werden lassen, so wie Männer nun mal sind.

Georg ist, wie CÄSAR, REINI und ICH vom besonderen Jahrgang 1949, einer wie DU oder auch DU - und - Georg wird Mitte April dieses Jahres 60. Mensch, wo ist nur die Zeit geblieben!

Diese Zeilen sind meinem Freund Hans-Georg gewidmet und allen, die so sind, wie WIR.


* „Pappe“ = staatliche Zulassung als Schallplattenunterhalter
** „Deko-Eppel“ = der Spitzname unserer Dekorateurin
Angefügte Bilder:
Winterberg_800_658.jpg
Disco Auszeichng.jpg
DJ.HH_800_649.jpg
Georg + ich 1.jpg
Georg + ich 2.jpg
Georg + ich 3.jpg
Disco-Tanz2_598_800.jpg
Georg + ich 4.jpg
Georg_und_Ich_800_600.jpg
zuletzt bearbeitet 07.04.2009 21:01 | nach oben springen

#2

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 07.04.2009 20:40
von Stasijäger
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Ach, war das damals schön...

Der Admin: IP gesichert: 77.185.240.206
zuletzt bearbeitet 07.04.2009 20:47 | nach oben springen

#3

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 08.04.2009 16:19
von Regina
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Großartig, Hartmut. Verdammt, bei aller Gängelei haben wir dennoch in einem Land gelebt, in dem viel für die Jugend getan wurde. Auch wenn das etliche Zeitgenossen heute nicht mehr wahrhaben wollen. Wo hat es das gegeben, dass Betriebe verpflichtet wurden, ihre Kultursäle für Jugendtanzveranstaltungen zur Verfügung zu stellen? Wo hat es das gegeben, dass in Kinos (zumindest in Berlin war das so) Rock-Konzerte zu erschwinglichen Preisen stattfanden? Gott sei Dank (und das aus dem Mund einer Atheistin) hat es Menschen wie Dich gegeben, die sich eingebracht und mitgemischt haben. Und das auch noch mit viel Phantasie, Elan und Einfallsreichtum. Hartmut, das hast du toll gemacht.
Ich wünsche dir und allen Menschen, die dir wichtig sind, ein erholsames, gemütliches und sonniges Osterfest.

Regina

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#4

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 08.04.2009 16:43
von Gast1 (gelöscht)
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Ich persönlich halte überhaupt nichts von dieser verklärenden (N)ostalgie.
zuletzt bearbeitet 08.04.2009 16:46 | nach oben springen

#5

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 08.04.2009 23:13
von Kundi (gelöscht)
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Lieber Hartmut,

herzlichen Dank für Deinen sehr persönlichen Rückblick. Dieser Bericht war für mich der Auslöser, um auch mal an meine Jugend zurückzudenken.
Ich habe jedenfalls viele Erinnerungen an so viele schöne Augenblicke.An den ersten eigenen Kassettenrecorder, die dutzendfach kopierten und von Hand zu Hand weiter gegebenen Kassetten mit Musik von RENFT, Pink Floyd oder Udo L., der erste Diskobesuch, der erste "Nahkampf" bei "Love hurts" von Nazareth(oder war es "Hiroshima" von Wishfull Thinking?)usw.
Ja, damals war mit Eigeninitiative und Phantasie auch vieles möglich.Wir Jugendlichen nahmen vieles selbst in die Hand und nicht immer geschah das mit dem offiziellen Segen von oben und es hat uns trotzdem nicht geschadet. Was haben wir zum Beispiel für abenteuerliche Lichtorgeln zusammengebaut. Unser Schulboden war der reinste Diskoschuppen mit Rundumleuchten, Fahrradlampen, Leuchtfarbe an den Wänden usw. Wir fanden das damals urst, fetzig oder auch mächtig gewaltig.
Auch, das was Regina schrieb, kann ich aus meinem Erleben voll bestätigen.Was habe ich damals für tolle Konzerte erlebt und regelmäßige Tanzveranstaltungen gab es ja auch fast in jedem Dorfsaal.Mit 10 Mark in der Tasche gehörte Dir bei einer Disco oder einem Konzert die "ganze Welt".

Gruß Kundi

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#6

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 09.04.2009 08:40
von Bernd (gelöscht)
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Wie Regina und auch Kundi sollte es auch mir nicht schwer fallen, den Leuten DANKE zu sagen, daß wir in unserem tristen, grauen DDR-Alltag in unserer Jugend auch schöne Erlebnisse haben konnten. Dank der Diskotheken und Veranstalter, die es auch in den kleinsten Stadt- und Dorfschuppen ermöglichten, uns zu unterhalten. Und da waren Bands wie "SIMPLE-SONG" (eher Folk-Rock), "ZOE" (gutes Manfred-Mann - Cover) ,"ZOPF" (ZZ-Top-Cover) aber auch bekanntere Bands wie Engerling usw. dabei. Die "Fred-Herfter"-Diskothek aus Dresden war nahezu Stammgast in Roßwein (vielleicht habe ich da auch unseren Wodka unbekannterweise dort gesehen?) , wenn auch mit exotischer Musikauswahl (wir nannten es teilweise "Studentenmugge" - Roßwein war auch eine "Studentenstadt" - ist es übrigens auch heute noch). Kleine Jugendclubs haben auch die eine oder andere Veranstaltung organisiert. Besonders schön waren die Diskos in unseren Nachbardörfern Haßlau, Otzdorf, Berbersdorf - Etzdorf wurde auf Anweisung von "oben" (SED-BZ-Ltg. Karl Marx-Stadt) jahrzehntelang geschlossen. Auch waren wir beim letzten Auftritt von Ute Freudenberg & Elefant dabei, bevor Ute in den Westen ging.
Wenn man sich überlegt, mit welchen einfachen Mitteln versucht wurde, eine Disko aufzubauen, trotz Mangelwirtschaft gab es hier und da selbstgebautes Geblinke vom Pult aus zu sehen. Selbstgebautes, um jedes Watt mehr aus der Anlage herauszukitzeln. Und wenn mal eine Box nicht so wollte, sprangen sie mitten in der Disko mit dem Lötkolben um ihren Tisch herum... Und die 60/40 - Regel haben auch immer wieder viele clever umgehen können. 2.10 Mark war Diskoeintritt, bei einer Band waren es 3.60 Mark der DDR. Das große Bier kam 80 Pfennige, Limo /Cola 50.
Es sind Erinnerungen aus unserer Zeit, die uns keiner nehmen kann.
Wie gesagt, es gab auch viele Dinge in unserem Land, die ich heute nicht zurückwünschen würde. Aber es gibt auch heute Dinge, die wir damals nicht so kannten und ebenso nicht wünschenswert waren / sind.
Und nein, wir wurden nicht in FDJ-Hemden hingeprügelt und mussten auch am Einlaß nicht einen Parteiausweis zeigen ! Jeans, sofern vorhanden, wurden uns am Einlaß auch nicht abgenommen.
Am Großstadtleben konnten wir so gut wie nie teilnehmen. Da hatte ich nur 1979 meine Erlebnisse in Berlin, als ich als Sanitäter(!!!) zum Pfingsttreffen der FDJ eingesetzt war. Dort endlich auch mal unsere PUHDYS und die von mir heiss geliebte Schubert-Band mit K.Lindner zum ersten Mal live sehen können. Bei der Lindner-Mugge hab ich sogar ne vorgeschriebene Pflichtveranstaltung (Kränze zum Russenfriedhof schleppen) geschwänzt. Na gut, ich wurde nicht eingesperrt dafür, die Ausrede "Ort nicht gefunden" genügte an diesem Tag...
zuletzt bearbeitet 09.04.2009 08:52 | nach oben springen

#7

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 10.04.2009 16:59
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte
Mensch Bernd, ich schlepp treu und brav die Kränze zum Sowjetischen Ehrenmal und du gehts zum Rockkonzert. Is doch nicht die Möglichkeit, mir ist leider keine Ausrede eingefallen.
Ich hatte in der Zeit aber auch andere kulturelle Interessen, so monatlich zwei erschwingliche Theateranrechte, eins in Freiberg und eins in Leipzig. Deshalb ist mein Bedarf an Oper für den Rest des Lebens gedeckt und ich kann jetzt zum Ostrock ohne als "Kulturbanause" dazustehen.
Aber im Ernst, Kultur hatte früher einen anderen Stellenwert. Vieles, was nicht so ins Weltbild passte, hatte es auch schwer, als Beispiel fällt mir da Freygang ein. Aber obwohl sie in den Ostmedien nicht vorkamen, spielten sie in vollen Sälen.
Jetzt ist das anders. Es setzt sich das durch, was die Medien wollen. Und die lassen sich viel an Brot und Spielen einfallen, um das geistige Niveau immer weiter nach unten zu treiben.
Dreiviertel der Jugendlichen, mit denen ich zu tun habe, waren noch nie in ihrem Leben zu einem Livekonzert. Das hat finanzielle Gründe, aber nicht nur, denn es gibt ja auch Rockkonzerte zu Stadtfesten, die nichts kosten. Es scheitert schon allein an der Bereitschaft, sich mal zwei Stunden auf sowas einzulassen, denn da kann man ja nicht mit der Fernbedienung weiterzappen.
Wie Hartmut schon schrieb, es gab auch von "offizieller" Seite gute Ideen, aber es waren immer die richtigen Leute an der richtigen Stelle nötig, das umzusetzen. Hartmut war einer von denen, die ihre Rockbegeisterung durch ihre berufliche Tätigkeit auch mit anderen teilen konnten und dadurch viel erreicht haben.
Auf den Dörfern waren es weniger die offiziellen Stellen, die die Bands holten, hier war es der Verdienst der rührigen Gastwirte, dass die Gruppen spielen konnten. Die Zeit der Livebands ging leider dann zuende, mit Disco konnte ich nichts mehr anfangen. Aber die Zeiten auf den Sälen in Freiberg, Berbersdorf, Rotenfurth, Reichenbach oder Schönborn bleiben mir immer in Erinnerung.Leider vergammeln diese schönen Säle heutzutage, so auch der in meinem Heimatdorf.

Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 10.04.2009 17:01 | nach oben springen

#8

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 15.04.2009 21:10
von Mary (gelöscht)
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Schon länger habe ich mir vorgenommen hierzu etwas zu schreiben. Mal war die Zeit knapp, fehlte die Lust, Zweifel kamen auch, ob es gut ist, sein Inneres nach außen zu kehren, sich sozusagen „nackig“ zu machen…
Nun überwiegt doch der Gedanke, Du musst etwas schreiben, „ziehst Dich aber nicht ganz aus“…, behältst einiges für Dich.
Die Hintergründe, wie schwer es teilweise in unserem „damaligen“ Ländle war, Konzerte und Tanzveranstaltungen zu organisieren, kenne ich nicht. Ich war nur „Nutzer“ dieser Veranstaltungen. Aber ich weiß, es hat Spaß gemacht zu Live-Musik z.B. von Karat, damals noch mit Neumi in Dresden Hellerau oder von Lift mit Stephan Trepte in der Dresdner Bergwirtschaft zu tanzen. Mein Herz flog den Musikern der Band, besonders dem Sänger von Lift, damals noch mit langer Haarlockenpracht, zu , wie es den jungen Mädchen von heute beim Hören und Sehen ihrer Musikerhelden, z.B. Tokio Hotel, geht.
Ich kann nicht verstehen und nachvollziehen, warum ich auf einmal meine Jugendzeit als schlecht empfinden soll, wenn dem nicht so war. Wenn ich ehrlich bin, Politik ging mir am „A....“ vorbei. Ich war jung und wollte leben!
So konnte ich auch nicht so recht verstehen, warum mein Vater meiner Delegierung zu den 10. Weltfestspielen nach Berlin widersprach. Ich hatte mich so darauf gefreut, Live-Musik mal anders zu erleben... Ich durfte nicht und war wütend auf meinen Vater!
Ohne mich selbst als „verklärt“ zu sehn (von verklärter Ostalgie halte ich auch nichts, aber was wahr ist, soll wahr bleiben), tun wir doch nicht so, als hätten wir tagein, tagaus nur Frust geschoben. Wir haben aus dem, was vorhanden war, das Beste gemacht. Der Zusammenhalt untereinander war bedeutend stärker als heute, einfach, weil man den anderen brauchte. Weil man sich miteinander wohl fühlte. Man war erfinderisch, um Mangel zu überbrücken.
Sicher, man sehnte sich nach vielem, wollte seine Westmusiker vor sich sehen, wollte deren Musik im Rundfunk hören, im Fernsehen sehen (für mich im Tal der Ahnungslosen unmöglich), deren LP’s besitzen, die Charts mitbestimmen...
Inzwischen weiß ich, man kann nie alles haben, übrigens auch heute nicht.
Nein, ich wünsche mir die DDR nicht zurück!!! Aber ich weigere mich dagegen, schlecht zu sehen, was ich nicht als schlecht empfand.
Danke Hartmut, dass es Menschen wie Dich gab, die wunderschöne Tanz- und Konzertabende ermöglichten, die einfach Musik unter das junge Volk brachten. Auch wenn ich nicht in Deinem Einzugsgebiet lebte, hier in Dresden muss es ebenfalls solche rührigen Seelen gegeben haben.
Nein, ich lasse mir nicht einen großen Teil meines Lebens nehmen und ich schäme mich auch nicht dafür!

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#9

RE: Kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten ....

in Ostrock allgemein 17.04.2009 08:47
von HH aus EE (gelöscht)
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Hallo, mein lieber Hans-Georg,

heute ist Dein 60. Geburtstag und ich weiß, daß Du hier im Forum mitliest. Deshalb auch auf diesem Wege: DANKE für die schöne gemeinsame Zeit bis hierher, ich freue mich auf die nächsten Jahrzehnte, auf einen kalten Wodka und eine schöne Feier mit Dir.

ALLES GUTE, "alter" Freund ....."The Show Must Go On!"

Angefügte Bilder:
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