#1

Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 00:53
von Mary (gelöscht)
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"Haase singt Gundermann" stand im Programmheft des Club Passage in Dresden und dieser Liederabend, den man in der Zschoner Mühle erleben konnte, wurde für mich zum wundervollen Erlebnis... Wieder hat mich ein "Musik-Virus" erwischt, er nennt sich, Christian Haase!
Mehr geht vorerst nicht, in 2 Stunden ist meine Nacht vorbei..., aber ein paar Fotos stelle ich fix noch ein.

Angefügte Bilder:
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#2

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 08:26
von Kundi (gelöscht)
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Keine Angst, liebe Mary-der HAASE-Virus ist nix Schlimmes. Ich bin von ihm schon länger befallen
Was HAASE und sein Partner Axel Stiller gestern geboten haben, war schon ganz großes Kino.
Die beiden Musiker passen zusammen wie Bommel und Latsch. Sie hatten sichtlich Spaß am gemeinsamen Musizieren und sie haben sich geschickt die verbalen Bälle zugeworfen. Schön war auch, so viele Freunde und Bekannte bei dieser Mugge zu treffen.Jetzt gibt es erstmal auch Bilder von mir.

LG Kundi

Angefügte Bilder:
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#3

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 10:41
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Stiller, Haase und der Agapanthus
Ich konnte es gestern drehen und wenden wie ich wollte – er war immer im Bild.
Ein Blau wie ein Sommermorgen und vom Habitus kerzengerade aufrecht. Er versprühte himmelblaue Funken wie Wunderkerzen zum Rockkonzert. Und er drängelte sich dominant ins Bild - der Agapanthus von der Zschoner Mühle in Dresden.
Erst war ich ein bissel genervt – und dann begann ich als botanisch interessierter Ostrockfan zu akzeptieren, an diesem Abend gibt es drei Stars.
Haase singt Gundermann, lautete das Motto in der Zschoner Mühle in Dresden.
Vom Striegistal sind es 40 Minuten bis zu diesem tollen Veranstaltungsort und ich hatte keine Ahnung, was mir bisher entgangen war. Ohne meinen Kumpel Kundi (der Verführer!) hätte ich dieses Kleinod im Tal der Ahnungslosen nicht entdeckt.
Eine Naturbühne, umgeben von Feldsteinmauern und viel Grün und einer Feuerstelle – eine bessere Spielstätte für Gundermannlieder kann man nirgends finden.
Komplett machte das Ganze noch, dass viele liebe Freunde auch dieses verborgene Kleinod gefunden hatten. Den Irrfahrten nach zu urteilen, kannte keiner von uns diese schöne historische Mühle.
Auf Haase habe ich mich sehr gefreut, ich hatte ihn mit seinen Liedern schon erlebt, aber das Gundermannprogramm kannte ich noch nicht. Zu meiner Überraschung war noch Axel Stiller da, ihn hatte ich als Konzertbesucher bei TixiG kennen lernen gelernt– toll ihn mal in Aktion zu sehen. Beide Künster ergänzen sich und spielen Gundermann mit eigenen Akzenten. Mit den vielen schönen Liedern erreichten sie wirklich mein armes Ostrockseelchen *g*. Auch eigene Sachen waren zu hören, wie „Die Wölfe“ die lauthals vom Publikum gefordert wurden. Man spielte einfach auf Zuruf. Besonders gefallen haben mir „Der Narr“, gespielt von Axel Stiller (das nimmt man ihm irgendwie ab) und von Haase die „Schwarze Galeere“. Nicht so begeistert war ich von Haases Sicht auf Gundermanns Rattenfänger. Diese Geschichte vom „saudummen Mädchen“ gefällt mir bei der Randgruppe besser, aber vielleicht wollte er einfach keinen Wahlkampf machen.
Und nun noch einige Pflegehinweise für den dritten Star des Abends, einen üppig blühenden Agapanthus:
1. Alte, gut angewachsene Exemplare der Schmucklilien blühen zwar normalerweise besonders üppig, weil ihre fleischigen Wurzeln nicht gestört werden wollen und daher kein Umtopfen mögen, bei extremer Durchwurzelung nach vielen Jahren kommt es jedoch auch bei ihnen zur Blühfaulheit.
Schmucklilien sind vor allem im Kübel etwas empfindlich gegen Vernachlässigung, daher für möglichst optimale Pflege und Standort sorgen!
Na, wenn das keine Parallelen sind!

http://www.youtube.com/watch?v=DxBkwSj1TAM


Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 17.08.2009 06:00 | nach oben springen

#4

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 11:17
von Kundi (gelöscht)
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Es gibt Ereignisse auf die man sich schon Monate vorher freut. Wie ein Kind, dass auf die weihnachtliche Bescherung wartet, habe ich den gestrigen Abend mit täglich wachsender Vorfreude und Ungeduld herbeigesehnt.
Zur Pfingstsession in der Illingmühle erzählte Christian HAASE, dass er am 14.August in der Zschoner Mühle Dresden eines seiner seltenen Konzerte mit Liedern von Gerhard GUNDERMANN geben wird.Dieser Termin kam natürlich sofort dick und fett in meinen Kalender.Gestern war es endlich soweit. Wir fuhren irgendwo in den letzten Winkel von Dresden in ein malerisches Tal, dass schon ländliche Idylle verbreitete. Aus dem Internet wußten wir, dass es sich bei besagtem Tal um den Zschonergrund handelt
Dort liegt die Zschoner Mühle auf deren Hof die Mugge open air stattfinden sollte.
Der Publikumsandrang war recht groß und es fanden auch viele unserer Freunde den Weg dorthin.Lissi erzählte mir heute, dass ein Paar sogar aus Braunschweig extra wegen diesem Konzert angereist war.
Kurz nach 19.00 Uhr ging es dann endlich los. HAASE spielte zunächst Solo.Später kam dann noch der Dresdner Liedermacher Axel Stiller auf die malerische Bühne.Beide wechselten sich im Laufe des Abends ab, spielten einige Lieder jeweils solo und natürlich auch viele Lieder gemeinsam.
HAASE und STILLER passen zusammen wie Bommel und Latsch. Sie mögen sich und sie hatten sichtbar Spaß am gemeinsamen Musizieren und am gegenseitigen liebevollen „auf die Schippe nehmen“. Das Konzert war erfreulicherweise nicht durchgestylt bis ins letzte Detail und das war gut so. Die beiden Protagonisten des Abends hatten im Vorfeld auch nicht gemeinsam geprobt. Sie hatten sich zwar einen groben Fahrplan zurechtgelegt, aber es blieb noch viel Raum für Abweichungen. Natürlich lag der absolute Schwerpunkt dabei auf Liedern von Gerhard GUNDERMANN. Aber sowohl Axel als auch Christian spielten hier und da zusätzlich ein paar eigene Lieder.
Dass die beiden Musiker wirklich aus dem Bauch heraus agierten, merkte man zum Beispiel an der Stelle als Axel STILLER plötzlich ein Lied von HAASE’s aktueller CD „Nimmersatt“ spielte. Ich glaube, es war der Titel „Ganz egal“. Der Meister HAASE schaute da ganz schön überrascht aus der Wäsche und Axel spielte das Lied mit einem sympathischen, lausbübischen Grinsen.Zwischendurch erzählte HAASE auch wieder kleine Geschichten, zum Beispiel, dass er GUNDERMANN gar nicht kannte, als ihn anfangs seiner Karriere viele Leute mit GUNDI verglichen. Die ständigen Vergleiche nervten ihn sogar irgendwann und eines Tages fand er eine Musikkassette mit GUNDERMANN’schen Liedern in seinen Briefkasten. Das erste Lied, welches er von GUNDI dann je gespielt hat, war übrigens „Schwarze Galeere“. Natürlich hörten wir diesen Song auch gestern. Mann, war das schön, diese wunderbaren Perlen des singenden Baggerfahrers aus der Lausitz wieder live zu hören
Auch durch solche Abende und durch Künstler wie HAASE und STILLER lebt GUNDI’s Erbe weiter.Axel STILLER landete bei mir seinen allergrößten Treffer als er „Der Narr“ von der „KramsW-DCD spielte. Auch „Herzblatt“, „Hier bin ich geboren“, „Vögelchen“ und all die anderen Lieder gruben sich mal wieder tief in die Herzen der Zuhörer ein und es wurde je später der Abend wurde ein gemeinsames Singen von den Musikern und dem Publikum.
Irgendwie waren die Zuhörer und die beiden Akteure an den Mikrofonen /Instrumenten eine Einheit.Natürlich wollte niemand HAASE und STILLER dann einfach so von der Bühne verschwinden lassen und bei den Zugaben gab es noch eine kleine Überraschung, denn Axel schlug den Bogen zu einem anderen großen Künstler.Rio’s „Junimond“ war wirklich auch eine Perle, die genau da hin passte.
HAASE spielte dann noch etxtra für ein kleines Mädchen den Titel „Linda“.
Die Musiker versprachen dann den Leuten nach dem Abbau der Technik noch ein paar Lieder am Lagerfeuer zu spielen, was sie dann auch wirklich taten. Da war es auch kein Problem, dass HAASE 2 Gitarrensaiten gerissen sind. Kurzerhand wechselten sich die beiden Musiker an Axel’s Instrument ab. Die Veranstalter bat auf Grund der späten Stunde und aus Rücksicht auf die Anwohner darum, dass Publikum und Musiker etwas gedämpft gemeinsam musizieren. Am Lagerfeuer stellt das natürlich kein Problem dar und im Feuerschein erklang noch so manche zarte Melodie bevor wir uns auf den heimweg machten.
Das war wirklich ein phantastischer Abend und wünsche mir natürlich irgendwann eine Fortsetzung.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
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#5

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 12:37
von Joli als Gast
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Vielen Dank, dass ich aufgrund der tollen Bilder und Berichte an dieser Mugge teilhaben durfte.

Ich kann mich erinnern, dass wir in der Zschoener Mühle mal Weihnachtsfeier hatten. War zwar schwer zu finden, aber total urig, so mit Feuer im Schnee. Unvergesslich.

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#6

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 13:39
von wir 2 (gelöscht)
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Ja es war ein sehr schöner Abend bei Haase und Axel!

Fotos

@ Kundi, bei Haase seiner Gitarre waren nicht nur 2 Seiten gerissen (siehe Bild)

Angefügte Bilder:
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#7

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 15:33
von HH aus EE (gelöscht)
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Ein „Haase im Rausch“ – Gundermann’s Lieder

Ein kleines Tal am Ortseingang von Dresden, wenn Du von Westen kommen solltest. Das Auto rollt den steilen Weg im Leerlauf runter in den Zschonergrund, wo die Zschonermühle steht. Drei alte Gebäude umrahmen einen stillen Innenhof mit viel Grün. Die vierte Seite begrenzt ein Hang und dort hinten, wo der Bach durchfließt, dreht sich auch das großen Mühlenrad, aber es klappert nicht mehr. Ein alter Bauwagen, bunt bemalt, ist dort als Blickfang abgestellt. Davor die Musikinstrumente sind keine Dekoration, wollen bald benutzt werden. Der Platz lädt ein zum Verweilen, zum Bier trinken und, wie in diesem Fall, zum Musik hören.

Christian Haase, der Liederschreiber und Liedersinger, der schmächtige Poet mit den langen Haaren hat sich angekündigt. Im Gepäck die Lieder von „Gundi“ Gundermann und Axel Stiller aus Dresden als Begleiter.

So langsam füllt sich der Hof mit Menschen und Bratwurstgeruch. Auf den Tischen stehen Biergläser und auf den Bänken mit Blick zum Bauwagen-Platz werden Kissen verteilt. Ich nehme mir, dem Zustand meines Rückens angemessen, einen Stuhl mit und postiere mich genau dort, wo ich dem HAASEN vermutlich genau in’s Gesicht und auf die Finger sehen kann. Noch immer diese Neugier, vielleicht ein paar Gitarrentricks abschauen zu können.

Meine erste Haase-CD „Bleiben“ habe ich schon ein paar Jahre. Einst aus einem Bauchgefühl heraus gekauft , bin ich für meine Neugier reich belohnt worden. Gesehen habe ich ihn zum ersten Mal beim Gundermann-Tribute 2008 in der Berliner Columbia-Halle. Dort sang und sprang er wie ein „Gundi“ barfuß über die Bühne und seine blonden Strähnen wehten dabei um seinen Kopf, wie der Zopf vom Gundermann. Vor einem Jahr ebenso wie gestern Abend kam er mir vor, wie einer der letzten „Kunden“, DDR-Tramper, nur die DDR-Jesuslatschen und der obligatorische Beutel fehlten. Ansonsten hätte der damals auch in unsere bunte Truppe gepaßt.

Natürlich konnte er, ganz im Gegensatz zu mir, Gundermann nicht wirklich kennen und die Geschichte, die er den Anwesenden erzählt, bestätigt meine Vermutung. Als junger Künstler und Musiker mit eigenen Ideen, will man nicht gleich zu Beginn seiner Laufbahn mit irgend jemandem „verwechselt“ werden. Haase wollte Haase sein und nicht Gundermann. Das änderte sich, als er die Musik von „Frühstück für immer“ hörte, wieder und wieder und letztlich Gundi’s Musik auch als die seine entdeckte.

Lieder wie „Alle oder keiner“ oder „Halte durch“ sind Momentaufnahmen und doch für die Ewigkeit tauglich. Haase singt, in sich versunken und wohl wissend, daß Songs wie „Schwarze Galeere“ und „Brundhilde“ noch immer von den Menschen aufgesogen werden, weil sie von ihnen singen, ihren Sehnsüchten, aber auch vom Leid der Seele.
Im Hintergrund sitzt Axel Stiller, ein Liedermacher, der den befreundeten Liedersinger durch den Abend begleitet und den Haase singt, wenn der den Gundermann mal ruhen läßt oder wahlweise am Rot- oder Weißwein nippt, während er sich mit seinem Stuhl drehend, die Kabel um die Füße wickelt.

Auf diese Weise singen sich beide durch das Gundermann-Repertoire und haben sichtlich Freude daran. Uns, die wir den Liedern lauschen, geht es ebenfalls so und manchmal hört man schon die ersten, die in die Strophen einsteigen und wie beim „Herzblatt“ schon mal zaghaft Textsicherheit versuchen.

Die Zeit vergeht schnell dabei und der Abend wird kälter, jedenfalls meint das mein Rücken. Als die Flammen beginnen, den aufgestapelten Holzhaufen zu fressen und Haase nach der Pause weiter singt, wird mir wärmer. Lieder wie „Keine Zeit mehr“ scheinen für mich geschrieben und wenn ich im Scheine des Lagersfeuers „Nach Haus“ höre und mitsinge, kreiseln meine Gedanken und Gefühle.
Haase beginnt das offene Ende der Lieder-Nacht, indem er nach Wünschen fragt, die er singender Weise erfüllen möchte. Aus der Dämmerung rufen Kinderstimmen nach den „Wölfen“ und „Weißen Woken“. Axel Stiller läßt die „Wölfe“ mit Haase’s Unterstützung ertönen, denn seine eigenen Lieder passen auch. Für mich singt er „Gras“, das „immer wieder wächst“ und immer wieder erinnert, weil es wächst und so viele Assoziationen erzeugt, die sich mit dem Gleichnis verbinden.

Gestern sang Haase den Gundermann, er sang stellenweise wie „ein Haase im Rausch“. Ton für Ton, Wort für Wort, Lied für Lied stiegen wir wieder ein in die Lieder des Baggerführers und Volksmund-Sängers. Im Schein des Lagerfeuers sangen wir uns gegen die aufkommende Kälte der Nacht und jeder für sich in seine eigene Nachdenklichkeit.
Es gab zwar ein Ende, aber Schluß war nicht wirklich. Für jemanden mit einem Kind auf dem Arm sang Christian Haase, in einer Menschentraube sitzend, das Lied von „Linda“ und dann das vom „Vögelchen“ und sicher haben die noch so eine Weile weiter gemacht, während ich im Auto sitzend, schon den Berg vor mir sah, hinter dem sich das nächtliche Dresden versteckte.

Christian Haase schrieb mir gestern in der Pause auf meine CD-Hülle „So lange es schwer geht, geht’s berauf!“ Diese Worte behalte ich mir als Fazit des Abends in Erinnerung, kommentieren muß man sie nicht.


Angefügte Bilder:
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#8

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 15.08.2009 19:00
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Hier mal ein Stückchen "Herzblatt" mit Blick in die Runde und auf den wunderschönen Innenhof der Zschonermühle. Der Agapanthus spielt natürlich auch mit.

http://www.youtube.com/watch?v=DxBkwSj1TAM


Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 18.08.2009 22:34 | nach oben springen

#9

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 16.08.2009 14:09
von Mary (gelöscht)
zuletzt bearbeitet 16.08.2009 18:40 | nach oben springen

#10

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 18.08.2009 21:24
von Mary (gelöscht)
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„Haase singt Gundermann…“, so stand es im Programm des Dresdner Club Passage. Und weiter hieß es dort: „Das war mein zweitbester Sommer…, so hat „Gundi“ Gundermann gesungen und niemand weiß so Recht, welcher nun sein erstbester gewesen ist. Das soll auch so bleiben.
Machen wir unseren eigenen erstbesten Sommer, dachte sich der Leipziger Liedermacher Christian Haase, mit einem ganz besonderen Liederabend. Zwanglos mit Würstchen, einem Feuerchen und einer Gitarre. Haase singt Gundermann in der Zschoner Mühle…“


Haase, ich kannte ihn bisher nur von CD, meine Neugier war sofort geweckt. Kundi, Hans und Hartmut hatten schon soviel Gutes von diesem Haase berichtet, Gundermann mochte ich sowieso, mein Entschluss stand fest, meinen Samstagabend verbringe ich in der Zschoner Mühle in Dresden. Im Internet findet man verschiedene Wegbeschreibungen, ich wählte natürlich die „abenteuerliche“, nach Ankunft mit dem Bus, einen steilen Pfad hinab, der direkt zur Mühle führt. Mein Herz machte einen kleinen Sprung, als ich ankam. Idyllisch in herrlicher Natur (Landschaftsschutzgebiet Zschoner Grund) gelegen, die Mühle. Wasserrauschen beruhigte mein vom Stadtlärm angeheiztes Gemüt und ich wusste sofort, hier erlebe ich einen unvergesslichen Abend. Ich war früh vor Ort, hatte genügend Zeit das Grundstück zu besichtigen und fühlte mich einfach nur wohl. Das Mühlenrad dreht sich, das Wasser rauscht und gleich daneben bereitet Haase soeben seinen Auftritt vor. Besucher sind zu dieser Zeit noch dünn gesät, ich komme mit einem Paar ins Gespräch, erfahre, sie sind aus Braunschweig und lieben die Musik dieses Christian Haase. Hier in Dresden wollten sie sich das Gundermann-Programm anhören, das in ihrer Nähe bisher nicht geboten wurde. Ich verschwieg, dass ich hier und heute mein erstes „Haase-Live-Erlebnis“ habe. Irgendwie schämte ich mich plötzlich, den Liedermacher Christian Haase zum ersten Mal zu erleben. Später erinnerte ich mich an den Spruch „Irgendwann ist alles das erste Mal“ und war einfach froh hier zu sein.

Der Hof füllte sich langsam mit Besuchern, auch die „Musikweltreisenden“ waren wie immer vor Ort, Kundi, Lissi, Tina, Melli, Petra, Hartmut…, nah am Geschehen belegten wir die vorderen Reihen der Bänke. Nicht nah genug für diesen Liedermacher! Haase rief alle näher zu sich heran. Bänke und Stühle wurden weit nach vorn geschoben.
Haase hatte sich Verstärkung mitgebracht, Axel Stiller einen Liedermacher aus Dresden. Die Beweggründe, dass Axel hier mit auf der Bühne saß, waren mehr als menschlich, machten mir diesen Haase schon vor dem ersten Ton unwahrscheinlich sympathisch. Haase meinte, er habe nicht vergessen, wie gut es für ihn früher war, wenn er mit „bekannteren“ Musikern auf der Bühne steh’n durfte, war bereit seinen Applaus zu teilen.
Als die ersten Töne erklangen, ließ ich mich treiben, lauschte den Liedern, die an einen Musiker erinnerten, der, wie schon so viele, viel zu früh gehen musste, Gerhard Rüdiger Gundermann. Haase interpretiert die Titel auf seine Weise und trotzdem nimmt man ihm jeden Ton, jede Textzeile ab. Es ist gerade, als wären die Stücke für ihn geschrieben. Axel Stiller begleitet ihn auf der Gitarre, wird zeitweise zu Haase, indem er Haase-Titel singt, so wie Haase an jenem Abend zu Gundermann wurde. Das klingt ziemlich verworren, ist eigentlich ganz einfach - die beiden ergänzen sich prächtig. Kundi sprach von „Latsch und Bommel“, ich sage „Topf und Deckel“…
Haase fesselte mich vom ersten Ton bis zum letzten, seine Art Musik zu machen, dem Publikum nah sein zu wollen, sein Wortwitz, sein „Normalität“ im heutigen, harten Musikgeschäft. Ich weiß nicht mehr, wo ich gelesen habe, „wer einmal bei Haase im Konzert war, kommt wieder“. Ich weiß nur, der Schreiber dieser Zeilen hat Recht. Ich habe mir schon 2 Termine in meiner Nähe notiert, die ich unbedingt wahrnehmen will.

Das Ende des Konzertes war nicht wirklich das Ende des Konzertabends. Nachdem Haase und Axel zusammengepackt hatten, begann der gemütliche Teil, Singen am Feuer. Es war kühl hier an der Mühle, die Feuchtigkeit kroch in die Sachen und ließ manchen frösteln. Doch die Freude darüber, dass es so etwas noch gibt, die Wärme, die von innen herausstrahlte, ließ viele bleiben. Unermüdlich sangen Axel und Haase abwechselnd Wunschlieder, schienen einfach nur für ihre Musik und ihre Fans da zu sein. So etwas habe ich bisher nicht erlebt.
Schade nur, dass man den beiden nicht den verdienten Beifall schenken durfte, wir wurden gebeten nach 22:00 Uhr Applaus zu unterlassen. Beschwerden der Anwohner würden umgehend die Polizei erscheinen lassen. Unverständnis bei allen Besuchern, aber Ärger wollten wir weder dem „Mühlenwirt“ noch den Musiker bescheren. Dabei hätte ich mir liebend gern die Hände wund „geklatscht“. Sie haben es verdient, Haase und auch Axel.

Bis zum „bitter-süßen“ Ende blieben wir nicht, mein Frühdienst steckte noch in den Knochen, Kundi und Lissi hatten noch ein Stück Weg vor sich, wir verabschiedeten uns, ich mit dem Versprechen in Dresden wieder dabei zu sein.
Nein, mit der asketischen Lebensweise eines Gundermann hat er es nicht, der Haase. Fast möchte man meinen, zum Glück. Haase ist Haase, auch wenn er Gundermann singt, aber man kann ihn mindestens ebenso mögen wie „Gundi“.
Was das Programm des Club Passage versprach, ist für mich eingetroffen. Ich hatte meinen erstbesten Sommer bei einem besonderen Liederabend, mit sogar zwei Gitarren, mit Feuerchen und Würstchen gab es auch. Danke Christian Haase, Danke Axel Stiller!

http://www.zschoner-muehle.de/video.html

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 18.08.2009 21:46 | nach oben springen

#11

RE: Christian Haase in der Zschoner Mühle in Dresden 14.08.09

in Konzertberichte Ostrock allgemein 03.09.2009 22:22
von Mary (gelöscht)
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Hier noch mal Haase... mit "Schwarze Galeere"

http://www.youtube.com/watch?v=BqsTTerp7AI

zuletzt bearbeitet 03.09.2009 22:24 | nach oben springen


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