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Freygang am 17.10.09 Tante Ju in Dresden

in Konzertberichte Ostrock allgemein 04.11.2009 20:41
von Mary (gelöscht)
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Freygang ist für mich Andre Greiner Pol, ein Pirat mit Dreispitz, frech, provokativ, unangepasst. Sein Name stand für „Peitsche – Osten – Liebe“. Freygang ist für mich eng verbunden mit dem Motto: „Der Blues muss bewaffnet sein, sonst glaubt dir kein Schwein“. Freygang ist Widerstand, auch dann, wenn ihn keiner mehr für möglich hält. 2008 verstarb der markante Frontmann der Band. Bildlich empfand ich das etwa so, … einem Baum wurde die Krone abgeschlagen.
Wie kann eine Band nach diesem Verlust bestehen, geht das überhaupt?!
Als ich im Newsletter von „Tante Ju“ las: 17.10.09 Freygang, stand für mich sofort fest, ich bin dabei!
Das Wetter war nicht einladend, Nieselregen, etwas halsbrecherisch mein Weg durch die Dunkelheit. Der Weg, den ich immer nutzte, wurde ausgebaut, kaum Beleuchtung. Natürlich sah ich den Bauzaun…, wusste, hier sollte man eigentlich nicht entlang gehen. Doch zu Fuß, im Dunkeln noch Umwege…? Nein! Widerspenstig entschied ich mich für den Weg geradeaus - wie passend, wenn man zu Freygang geht. Ich kam heil an, auch wenn ich sicher die doppelte Zeit brauchte wie sonst.
Die „Ju“ war locker gefüllt und als Freygang die Bühne betrat, wurden die vier Musiker und eine Musikerin (muss man ja sagen) stürmisch begrüßt. Erfreut stellte ich fest, die Generation, die nach mir kommt, war reichlich vertreten. Freygang, „AGP“ wird weiter leben, auch wenn ich keine Konzerte mehr besuche!
Der Kapitän fehlte…, doch die Band dort auf der Bühne mühte sich redlich diese Lücke zu schließen. Nein, ein Boot muss nicht zwangsläufig untergehen, wenn der Kapitän von Bord gegangen ist. Das Boot wird ins Schlingern geraten, hier und da Schlagseite haben, doch wenn sich jemand findet, der das Steuer übernimmt, die Segel wieder flott macht, kann man den Kurs fortsetzen. Freygang schmetterte von der Bühne: „Das rollende Fass“, „Berlin“, „Land unter“, „Mörder“, „Rette mich“… und die die Fans tobten und tanzten vor der Bühne. Tatjana Besson, wirkte wie die „Piratenbraut“, wild und ungezähmt. Ihr Flötenspiel und Egon Kenners Gesang machten Gänsehaut bei „Elbflorenz“.
Ein Dresdner Dichter war für kurze Zeit Gast auf der Bühne, wurde von den Musikern zum Vortrag begleitet bis er seine Aufzeichnungen anzündete und die Bühne verließ.
„Mörder“…, „Keine Angst“…, Song reihte sich an Song. „Aus Liebe“ beendete den Freygang-Abend.
Freigang ein Wort aus dem Gefängnisalltag, abgewandelt durch ein „y“ wurde zu Freygang, einem Bandnamen der Geschichte schrieb und schreiben wird.
Andre Greiner Pol wird immer fehlen, aber hier steht eine Band auf der Bühne, die das Boot wieder flott gemacht hat und trotzig, widerspenstig und unangepasst den Kurs fortsetzt, den ihr Kapitän vorgegeben hat.
Freygang auf Freigang!
„Wir sind traurig ...
der Kapitän hat das Schiff verlassen und macht jetzt den Himmel unsicher ...“ steht auf der Homepage.
Und während er den Himmel unsicher macht, wird er mit Freude feststellen, Freygang tut’s ihm nach, hier unten auf der Erde.

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 04.11.2009 21:05 | nach oben springen


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