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In Erinnerung an SORAYA, Kolumbien

in Off-Topic 10.05.2010 10:19
von HH aus EE (gelöscht)
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In Memoriam - Soraya

SORAYA starb mit nur 37 Jahren und mit ihr die Hoffnung auf eine außergewöhnliche Karriere, die gerade erst begonnen hatte. Wieder mal war dieser hässliche Brustkrebs stärker als der Kampfeswille einer starken und schönen Frau.

Soraya Raquel Lamilla wurde 1969 in den USA als Kind Kolumbianischer Einwanderer geboren. Da war ich 19 und hatte das Abitur gerade hinter mir. Erst 8 Jahre alt, musste sie mit ihrer Familie die USA wieder verlassen und in ihre Heimat Kolumbien zurückkehren.
Frühzeitig lernte sie Gitarre und Geige zu spielen und ebenso früh, während ihres Studiums, schrieb sie ihre ersten eigenen Lieder.
Im Jahre 1996 erschien ihr erstes Album „On Nights Like This“ (In Nächten wie dieser), das seine Hörer sofort elektrisiert und in seinen Bann zieht. Jedenfalls erging es mir so. Dies war eine der ersten Alben, das ich mir freiwillig als CD kaufte, obwohl mir eine Scheibe aus Vinyl lieber gewesen wäre. Diese Alternative gibt es leider nicht.

Die CD ist dem Gedenken an ihre Mutter gewidmet, die an Brustkrebs starb, so wie zuvor deren Mutter auch. Die Musik hatte zur Folge, dass Musiker wie STING, ALANIS MORRISETTE und ZUCCHERO auf sie aufmerksam wurden, sie mit auf Tournee nahmen. In Amerika wurde sie zum Star und 2004 gewann sie den Latin Grammy.
Ihre Songs wie „Suddenly“, „Stay Awhile“ oder „So Far Away“ schmeicheln den Ohren, ihre Stimme gibt den Melodien einen einzigartig kraftvollen Glanz, den man nur noch selten zu hören bekommt. Bei „Ruins In My Mind“ kann ich alles um mich herum vergessen, mich ganz tief fallen lassen, dem Zauber der Stimme folgen. Die Klänge von „On Nights Like This“ entführen weit weg, in die Höhen der Anden, dorthin vielleicht, wo die Welt noch ursprünglich, sauber und ehrlich erscheint. Die ganze CD strahlt eine so eigenartig zauberhafte Sehnsucht aus, die süchtig zu machen vermag. Bei mir jedenfalls hat die Musik so gewirkt, bis heute.

SORAYA war gerade 31, als auch bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Die vererbten Gene hatten sie eingeholt und am 10. Mai 2006 konnte sie der furchtbaren Krankheit nicht mehr widerstehen. Einen Tag zuvor verabschiedete sie sich auf ihrer Homepage in bewegenden Worten von ihren Fans und den Freunden.

Die Kolumbianerin hinterlässt auf insgesamt 5 Alben ein traumhaft schönes musikalisches Vermächtnis, das hierzulande leider viel zu wenige kennen. Es muss nicht immer englischsprachiger Pop sein und auch nicht jeden Tag das, was uns aus den Medien in die Ohren gepresst wird. Auch nicht immer „Ostrock“ oder nur das, was wir zu kennen meinen!
Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die SORAYA und ihre Musik seither vermissen. In aller Bescheidenheit fühle ich mich zu ihnen gehörend.

Sich selbst mit Musik einen Moment des Verharrens und Innehaltens zu gönnen und eventuell eine Scheibe von SORAYA dabei aufzulegen, an das Schicksal einer Frau zu denken, das synonym für das vieler anderer und auch Unbekannter stehen könnte, dazu möchte ich gern anregen – „Stay Awhile“ ( Innehalten).

Angefügte Bilder:
Soraya 1.jpg
Soraya 2.jpg
Soraya sign.jpg
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