KARUSSELL beim Brunnenfest Bad Lauchstädt stand für letzten Freitag in meinem Kalender und den Termin hielt ich natürlich auch ein. Als Lissi was von KARUSSELL hörte, war sie gleich Feuer und Flamme und so machten wir uns mal wieder zu zweit auf den Weg.Ich war noch nie in Bad Lauchstädt und war ein wenig gespannt auf die Kleinstadt im Saalekreis. Das Konzert fand open air im Kurpark statt. Eintritt kostete 5 Euro. Ich war angenehm überrascht als ich mich im Park umsah. Die historischen spätbarocken Kuranlagen sind wirklich ein toller Rahmen für ein KARUSSELL – Konzert. Für das Brunnenfest hat man natürlich auch jede Menge Versorgungsstände aufgebaut.
MadDoxxx aus Leipzig enterten gegen 20.00 Uhr die Bühne und verkürzten uns die zweistündige Wartezeit bis zum Auftritt von KARUSSELL. Die 4 Musiker hatten das Privileg Vor- und Nachband von KARUSSELL zugleich zu sein. MadDoxxx ist eine reine Coverband, die viele Klassiker der Rockgeschichte von AC / DC bis U2 im Programm haben. In Bad Lauchstädt machten sich die Herren frisch ans Werk und bald tanzten die ersten Paare auf der Fläche vor der Bühne. Bei MadDoxxx ging wirklich schon von Anfang an die Post ab. Die Kapelle legte ohne langes Vorgeplänkel los und wer wollte konnte feiern, tanzen und mitsingen bis zum Abwinken. Bei Liedern wie „Johnny B.“ von den Hooters oder „Hotel California“ von den Eagles war das ja auch kein Problem, diese Hits kennt ja beinahe jeder Fan. Frontmann Peter Dreger hielt es nicht lange auf der Bühne. Ab und zu gönnte er sich einen Ausflug und spielte mit seiner Gitarre mitten im Publikum. Auf mich wirkten die Jungs von MadDoxxx insgesamt frisch und spielfreudig. „Losing My Religion“ von R.E.M haben sie unter anderem auch gespielt. Eine Country – Nummer knallten sie uns dann auch noch um die Ohren. Die ganz rockigen Nummern haben sich die Jungs an diesem Abend aber für ihren zweiten Auftritt nach dem KARUSSELL – Konzert aufgehoben.
Aber natürlich freute ich mich dann trotzdem schon auf KARUSSELL. Nach dem von Joe Raschke gespielten Intro versammelten sich alle 6 Musiker auf der Bühne und ich traute meinen Augen kaum, denn die Herren traten in weißen Bühnenklamotten auf. Mir ging da komischerweise „Ganz in weiß“ von Roy Black durch den Kopf und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Aber schick sahen Wolf – Rüdiger, Oschek, Hans, Jan, Benno und Joe so schon aus. Die derzeitige Sommer – Tour scheint der Band gut zu bekommen, denn der eine oder andere Musiker hat doch etwas Farbe im Gesicht bekommen. Besonders Herr Raschke Junior sah aus, als wenn er frisch aus dem Urlaub gekommen wäre. Dabei ist die Band zurzeit gerade auf ihrer Regenbogen – Sommer – Tour, welche sie in Freizeitparks, Camps und Zeltplätze nicht nur in Deutschland führt. Sogar in Schweden war KARUSSELL im Rahmen dieser Tournee zu Gast.
Doch konzentrieren wir uns jetzt mal auf das Wesentliche, nämlich die Mugge von KARUSSELL in Bad Lauchstädt an diesem schönen Sommerabend. Die Musiker starteten wieder freudbetont und kraftvoll durch. Bei dieser Formation ist der Lack noch lange nicht ab, das ist jede Sekunde des Konzertes zu spüren. Der Graf unter den Gitarristen, Hans Graf zog unablässig seine Kreise über die Bühne und er zauberte dabei manch schönes Solo aus dem Ärmel. Reinhard „Oschek“ Huth hatte oft ein verschmitztes Lächeln im Gesicht und mit seiner unverkennbaren Stimme verlieh er „Ehrlich will ich bleiben“ oder „Wie ein Fischlein unterm Eis“ den angestammten Glanz. Hier und da hat sich der Sound von KARUSSELL im Laufe der Zeit auch etwas gewandelt, „Doch wenn die Hähne krähn“ kommt heutzutage ja viel rockiger und etwas schneller von der Bühne runter. Aber es klingt immer noch melodiebetont und unverwechselbar nach KARUSSELL. Das musikalische KARUSSELL drehte sich auch in neuere Richtungen. Die Maxi -CD „ Habseeligkeiten“ ist ja unlängst erschienen und natürlich durfte sich das Publikum in Bad Lauchstädt an neuem Liedgut erfreuen. Die Ballade „Stern der Liebe“ schmeichelte sich ziemlich sanft in die Gehörgänge und setzte sich dort bei mir fest. Das ziemlich am Anfang des Konzertes gespielte „Habseeligkeiten“ und die a -capella-Version von „lieb ein Mädchen“( gab es als eine der Zugaben) sind den Konzertgängern ja mittlerweile schon vertraut.
Joe Raschke war der zweite Aktivposten am Gesangsmikrofon. Der Bursche ist mit KARUSSELL aufgewachsen und seit dem Comeback – Konzert für mich nicht mehr wegzudenken aus dieser Formation. Er hatte als Sänger ja mit „Mein Bruder Blues“, „Fenster zu“ oder den alte Gassenhauer vom Gauner „Whisky“ ja ein schweres Erbe anzutreten und mittlerweile ist es bei den Leuten auch angekommen, dass er das wirklich souverän und auf seine eigene Art und Weise meistert. Joe ist auch Bindeglied zwischen Publikum und Band. Er übernahm auch bei diesem Konzert den Großteil der Ansagen. Beim „Whisky“ versammelten sich die Musiker bis auf Schlagzeuger Benno wieder am Keyboard ihres Leitwolfes Wolf – Rüdiger Raschke. Joe und Wolf spielten vierhändig auf diesem Tasteninstrument. Die Solos von Benno Jähnert am Schlagzeug und von Bassist Jan Kirsten ließen auch keine Zweifel an den musikalischen Fähigkeiten der beiden aufkommen. Natürlich war das Konzert inklusive der Zugaben wieder viel zu schnell vorbei, aber so wie sich ein Kind auf den nächsten Ausflug zum Rummel und auf das Karussellfahren freut, freuen wir uns schon wieder auf die nächste musikalische Drehung mit KARUSSELL.
Gruß Kundi