Berlingerode war ein Erlebnis der besonderen Art in jeglicher Hinsicht.
Wir lernten Antje und ihren Mann und viele andere Fans kennen bzw. begrüßten altbekannte wie Hessenmicha.
Ich beschreibe jetzt erstmal die Anfahrt, die vielleicht amüsant ist und ansonsten ja auch "überlesen" werden kann.
Der Weg bis zum Veranstaltungs-Festzelt war innerhalb von Berlingerode ein unvergessliches Abenteuer.
Das Zelt stand irgendwo am Rande des Ortes. Was auf der HP der Feuerwehr Festzelt am Schützenhaus Hägerburg
benannt war, erschien uns wie ein Bauernhof, altes Silo oder so was. Parkplatz war ein abgeerntetes Stoppelfeld. Die Zufahrt war ausschließlich über einen Feldweg möglich, der schwer zu finden war, weil die Beschilderung genau am Beginn dieses Weges endete und wir nicht glauben konnten, dass es das sein soll. Die Ordnungskräfte amüsierten sich, dass wir zurück kamen, um nochmal zu fragen. Teilweise mit Betonplatten ausgelegt und von den Ordnungskräften als "Plattenstraße" benannt, teilweise nur festgefahrerene Erde mit großer Staubentwicklung aufgrund der hohen Benutzerzahlen, schmal ohne Ausweichtaschen, sorgte dieser Weg wirklich für Überraschungen. Die Ordnungskräfte meinten: "Da kommt keiner entgegen." Haha! Autos, ein Traktor, .. Irgendo in einer Kurve standen dann wieder Ordner, die uns bis ans Stoppelfeld verwiesen. Einsatzkräfte waren es eigentlich reichlich, aber sie standen immer zu mehreren zusammen, so dass doch nur weinige Punkte besetzt waren.
Die Zeiten im Internet und auch die auf der Karte wurden überschritten. Zumindest, was den Einlass und die Abendkasse betraf. Aber ja, eine wartende Fangemeinde nutzt die Zeit für Gespräche, für Bekanntschaften und erste Fotos.
Die Vorband "Hurensöhne&Proft" begann pünktlich 20 Uhr und spielte bis 21.30 alle großen Ostrocktitel und kommunizierten mit dem Publikum. Sie machten ihre Sache gut. Auch Ina an den Technikreglern. Allerdings waren durch die niedrige Zelthöhe die vielen Scheinwerfer und der Nebel noch ungünstiger für Fotos als sonst.
Die Bühne war ca. 1 m hoch, so dass wir guten Augenkontakt zu den Künstlern hatten. Die Security hielt sich zurück, obwohl es "gefährlich" aussah, als sie anrückten.
Unter dem Zelt staute sich die Wärme schweißtreibend. Auf der Bühne wohl noch mehr als bei den Konzertteilnehmern. Trotzdem sangen alle mit, klatschten und hüpften im Takt.
Enrico von den Hurensöhnen sagte dem Publikum beim Abschied einen großen Dank dafür, und dass es Spaß gemacht hat. Später äußerten er und Frank Proft sich noch einmal so zu uns, dass sie mit dem Publikum sehr zufrieden sind und sich sehr freuen, dass sie so gut ankamen.
Zwischendurch ruft immermal jemand, dass er die Puhdys sehen will. Vor den Puhdys zu spielen, ist immer ein Balanceakt.
Beim Umbau für den Auftritt der Puhdys steckten sich wohl alle Raucher zugleich eine Zigarette an. Es gab kein Verbot dafür, also wurde dem Laster gefrönt. Glücklicherweise wehte ein Lüftchen durchs Zelt, weil hin- und hergegangen und Dinge getragen wurden.
Als das Konzert losging, brach ein Jubel los, den wir so nur bei Puhdyskonzerten bisher erlebt haben.
Quaster lief der Schweiß in Strömen, Bimbo erbat sich einen Ventilator, und Maschine hatte trotz der beiden Ventilatoren mit der Wärme zu kämpfen.
Aber sie leisteten einen superguten Auftritt. Die Stimmung kochte, es wurde textsicher mitgesungen, gejubelt, gekreischt und Arme/Hände geschwungen.
Das Zelt war voll besetzt. Wir standen in der ersten Reihe und konnten das Ende nicht sehen. Die Anzahl ist schwer zu schätzen. Wir denken, dass es mehr als 1000 waren.
Die Setliste war wie gewohnt und es gab eine nahtlose Reihenfolge.
Bei der Bandvorstellung sagte Maschine, Klaus hat den selben Beruf wie Ringo Starr und hat Geschichte geschrieben mit der TV-Show, Quaster hätte sich standhafter gezeigt als manche Fußballer und Abwerbungen von Dynamo Elektra und Turbine Karat ausgeschlagen und ist 41 Jahre für Deutschland dabei. Darüber schmunzelte nicht nur Quaster. Bimbo nickte Klaus zu und legte ein längeres Bass-Solo hin mit Drums-Unterstützung. Der alte Holzmeyer lebt als puhdyseigener Papst immer noch und Maschine aus der ehemaligen sowjetisch besetzten Zone ist immer noch der Liebe Gott, der zu uns hält. Dieser Titel wurde dann auch in voller Länge gespielt.
Maschine kündigte einen Titel aus dem Album "Ohrwurm" an. Der aufmerksame und belustigte Quaster gab Maschine ein Zeichen. Dann berichtigte Maschine sich schmunzelnd, dass es ja so ein Album nicht gäbe.
Gegen Mitternacht war das Konzert endgültig zu Ende, aber die Musik klingt immer weiter im Ohr und summt in den Gedanken herum.
Wir waren nach längerer Pause wiedermal bei einem Puhdyskonzert. Die Entzugerscheinungen sind geblieben, weil es uns wie immer zu kurz erschien.
Die Rückfahrt begann mit demselben irren Abenteuer auf dem Feldweg entlang. Der Vorteil: wir wussten diesesmal, wo es lang geht.
Liebe Grüße von Antje, die heute schon im Urlaub ist und erst danach ihre Eindrücke und vielleicht auch Fotos hier mitteilt und zeigt.
Sie hat es geschafft, zum dritten Male beim Ikarus auf der Bühne zu sein. Sie ist ganz stolz drauf und findet das immer wieder geil.
Da wir auch noch nicht daheim sind, muss ich erstmal sehen, ob ich hier am Ausleih-PC mit den Fotos zurecht komme. Sonst sind sie erst am Montag in der Nacht zu sehen.
Eure Sonny und Frank