Hallo Karussell-Fans,
überwältigt von den Eindrücken in Quappendorf in Märkisch-Oderland bin ich wieder zuhause und möchte euch an meiner Begeisterung teilhaben lassen.
Die Mugge war schon am Samstagabend, aber dort in MOL hatte ich im Kurzurlaub (am A...h der Welt ?!) kein Internet, deshalb mein Bericht mit einem kleinem Zeitversatz.
Das tut aber meiner Begeisterung keinen Abbruch, im Gegenteil, ich habe mir dort die neue CD „Loslassen“ gekauft und kann nun die Titel wirklich in Ruhe am geistigen Horizont vorbeiziehen lassen. Wenn die Titel auf einen richtig einwirken, kann man die wahre Grösse der Karussell-Musik erahnen.
Pünktlich um 18.30 Uhr waren wir im „Quappenhof“ in Quappendorf angekommen, wurden als eine der ersten Gäste freundlich in Empfang genommen und in den Innenhof mit Imbiss-Stand und Ausschank geleitet. Dort war die Band gerade mit dem Soundcheck durch, hat im Hof noch ein wenig mit den Fans geplaudert und hat sich dann für die Mugge vorbereitet. Ein paar bekannte Gesichter vom Fanclub waren auch da, und da man in der Mark Brandenburg immer auf unkomplizierte Menschen trifft, kommt man locker ins Gespräch.
Um 20 Uhr begann die Mugge, nicht draussen unter der berühmten Wellasbest gedeckten Bühne, sondern drin in der Scheune. Das war der Atmosphäre förderlich, denn alles war näher und intimer. Oschek, Joey, Wolf, Hans Graf, Benno Jähnert und ein junger Student (Name ist mir leider entfallen), der den erkrankten Bassmann Jan Kirsten vertrat, kamen auf die Bühne. Sie wurden begeistert empfangen, und die Begeisterung wuchs im Laufe des Abends noch stark an...
Was da an Spielfreude, Dynamik und fachlichem Können auf die Fans losgelassen wird, das ist die wahre Freude. Jungens, möchte man da sagen, macht noch „Hundert Jahre“ so weiter und beehrt uns mit eurer Musik.
Es ist ein Feuerwerk an neuem, frischem, dynamischen Sound.
Von der neuen CD wurden fast alle Titel gespielt, aber auch die Klassiker wie das „Fischlein unterm Eis“ oder „Wer die Rose ehrt“ waren zu hören. Der Ersatzbasser hat seinen Job sehr gut gemacht, könnte glatt dort einsteigen, wer es nicht wusste, dachte er gehört schon seit Jahren dazu.
Protagonisten wie Wolf-Rüdiger Raschke und Reinhard Huth sind natürlich in neuer alter Form und Sohnemann Joey Raschke gibt der Band ein frisches Feeling, ohne dass ein Stilbruch im Musikformat stattfindet. Er passt sehr gut in die Band, macht coole Einlagen wie das Malträtieren des Keyboards seines Vaters oder bei der „Assistenz“ beim Grafen, als er ihn beim Gitarrespielen „unterstützt“. Und erst seine Mundharmonika-Soli, wow...
Es gab auch Soli nur mit Drums und Bass, da hüpfte der Subwoofer nur so vor Freude.
Das Mikrofon meines Fotoapparates flog fast auseinander, und auch sonst wird eine Licht- und Bühnenshow hingelegt, die ist schon grosse Klasse.
Auf der neuen CD sind Titel wie „Wer wenn nicht wir“ oder „Habseeligkeiten“ absolute Renner, insgesamt ist es ein Sampler mit textlichem Tiefgang.
Wer sich die Zeit zum Zuhören nimmt, der kann die Wahrhaftigkeit aller Texte regelrecht „anfassen“.
Es gibt für mich persönlich von den 16 Titeln keinen extra Favoriten, es sind alles Tophits, auch die zwei, drei neu gemasterten Sachen.
Die Band hat auch das Publikum wieder mit in die Songs einbezogen, das Summen bei „Als ich fortging“ oder die „Hände“ des in die Fabrik gehenden Mädchens sind ja immer solche Gelegenheiten. Und ich muss sagen, das Publikum war gut und laut drauf, die Band war mit dem Feedback recht zufrieden. Manchmal ist das ja doch recht verhalten...
Nach der Mugge um 22.15 Uhr ohne Pause (!) und etlichen Zugaben war noch Gelegenheit für die Autogrammfans, sich CDs und Bandfotos signieren zu lassen und für das eine oder andere Gespräch mit den Musikern.
Wolf meinte noch zu uns: Ihr werdet von der neuen CD begeistert sein. Und er sollte absolut recht behalten...Die Scheibe lief in unserer FeWo gleich rauf und runter, man kann gar nicht genug davon kriegen.
Fazit des Abends: Quappendorf macht seinem Namen als Topadresse der Rockmusik alle Ehre, ich hätte es bis zum 11.06. nicht geglaubt.
Das Publikum ist willig, aufgeschlossen und fachkundig. Die Anfahrt in die tiefste Provinz wird mit bester Musik, Gastfreundschaft und Stimmung entschädigt.
Wie sagt man so schön: Gute Sache, feine Preise, gerne wieder...
Das trifft zumindest für uns 2 capris voll zu, denn am 30.07. spielt dort Transit, und ich als etwas einsamer Frontkämpfer (ich freue mich für die Leute aus dem Karussell-Fanclub, die kämpfen wenigstens in Grüppchen) dieser ebenfalls wieder auferstandenen und frisch aufspielenden „Beatformation“ möchte um zahlreiches Erscheinen bitten: Leute, ihr verpasst sonst etwas !