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Harley Davidson & URIAH HEEP - live - 2. Teil

in Off-Topic 03.08.2008 10:14
von HH aus EE (gelöscht)
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Sonnabend,2. August in Berlin:

Würde mich jemand fragen, wer mein bester Freund gewesen wäre, dann müßte ich neben meinem Schotten DAVID meinen Vater HANS nennen.

Ich entstamme der Generation, die in den 60er Jahren jeden Sonnabend den Rias-Treffpunkt gehört und die Musik mitgeschnitten haben. Im Jahre 1968 mußte ich zur Fahne und mein Vater, der Direktor einer Sonderschule und bis Anfang der 70er auch in der Partei war, übernahm für 18 Monate meinen Job am Radio und konservierte die Musik vom Rias auf mein Tonbandgerät Marke „Qualiton“ (aus Ungarn).

Die mitgeschnittenen Songs präsentierte er mir immer voller Stolz, wenn ich zu Hause im Urlaub war. An einen solchen Urlaubssonntag kann ich mich noch heute erinnern, weil er mir der Song regelrecht in mein Ohr schoß. Ein rotziges Gitarrenriff und eine markerschütternde Stimme fraßen sich in meine Gehörgänge. Dank dieser Ohrgravierung kann ich noch heute diesen „Bird Of Prey“ von Uriah Heep singen und schreien hören.

Bands wie Heep, Purple, Sabbath und Led Zep waren damals die Spitze des Hard-Rock-Olymp. Man erzählte sich Geschichten und Mythen von Schallplatten und Konzerten, die wir alle gern gehabt und gesehen hätten……….

Inzwischen ist die neue Zeitrechnung fast 18 Jahre alt und viele meiner Idole von damals habe ich mir musikalisch gegönnt, auch wenn ich dabei immer tiefer in die Abgründe meiner Geldbörse abtauchen muß. Wohl dem, der das überhaupt noch kann!

Und dann stehe ich plötzlich diesem MICK BOX von Uriah Heep nach mehr als 40 Jahren gegenüber und auf die Frage, ob ich denn ein Bildchen mit ihm und mir machen dürfe, sagt der schlich: „Sure“. Das müsste mir mal bei manch einem Ostrock“Giganten“ passieren………!

Eine Stunde „Free Concert“ mit URIAH HEEP gestern „Am Salzufer“ zwischen den Filialen von Mercedes Benz & Harley Davidson. Locker zusammen gewürfeltes Biker-Publikum, graue Heep-Fans und jede Menge auf Hochglanz poliertes Edelmetall. Ist’n geiler Anblick, „Easy Rider“ lässt grüßen!

Die Band, deretwegen ich extra nach Berlin gefahren bin, ist der Höhepunkt eines langen Biker-Sonntags. Die Herren BOX, BOLDER & Co. kommen auf die Bühne und dann brennt dort eine Stunde lang die Berliner Luft. Auf der kleinen Bühne, kaum doppelt so groß wie mein Wohnzimmer, steht Rockhistorie pur, Mensch gebliebene Rock-Monumente!
Diese Band hat zeitlose Musik geschaffen, Alben wie „Salisbury“ oder „Demons & Wizards“ eingespielt und der Menschheit das Volkslied „Lady In Black“ geschenkt.

Gestern war die Band auch in Berlin, um nach über 10 Jahren ihr neuestes Album „Wake The Sleeper“ (etwa: Wecke den Schläfer) vorzustellen.
Zwei Tage zuvor hatte ich mir das Vinyl (!!) zugelegt. Der Sound der Scheibe erinnert erfreulicher Weise an die frühen LP-Produktionen und so ist es kein Wunder, dass sich die drei neuen Songs „Overlod“, „Tears Of The World“ und „Shadow“ sehr gut in das Gesamtkonzept einfügen. Sie erklingen neben „Free Me“, „Sunrise“ und auch „Gypsy“, die natürlich vom Publikum euphorisch begrüßt wurden. Genau deswegen sind die meisten ja auch gekommen und natürlich möchte auch ich den einen oder anderen MEINER Klassiker hören. Mit „July Morning“ und „Easy Livin’ „ werde ich denn auch allerbestens bedient.
Damit ist auch in (fast) chronologischer Abfolge die kurze Set-List abgearbeitet. Und na klar, als Zugabe gab’s die „Lady in Schwarz“ und alle haben mit eingestimmt in den Chor „Ha-Ha-Ha-Ha……..“……….

Ein paar Konzerte habe ich ja schon gesehen in meinem bescheidenen Rockerleben. Mich hat gestern die Natürlichkeit und Spielfreude der Altrocker regelrecht umgehauen.
Mal davon abgesehen, daß man nicht 40 Jahre im Rock-Business mal so nebenbei „überlebt“ und daß eine gewisse technische Perfektion wahrscheinlich unumgänglich ist - aber wenn man dann diese Urgesteine BOX an der Gitarre und BOLDER am Bass erlebt, wie sie mit ihrem Instrument und der Musik förmlich verschmelzen - da ist mir schon die Kinnlade runtergeklappt! Aber Hallo!
Nicht zu vergessen PHIL LANZON, der im Hintergrund den Heep’schen Keyboard-Teppich webt und der neue Drummer RUSSEL BILBROOK, der einem Derwisch gleich hinter seiner Schießbude förmlich tobt. Die Stimme des Sängers BERNIE SHAW schweißt diese Melange souverän zu einem einheitlichen Ganzen. DIESE Band ist mit sich eines!

Ich kann’s meinem Vater leider nicht mehr erzählen: „ Hey Paps, danke für’s Aufnehmen und schönen Gruß von Mick Box! „
Aber ich habe gestern Abend an meinen HANS gedacht, als die fünf Herren im Innenhof von Harley’s mein neues Album signierten und MIX BOX seine Unterschrift in das Cover von „Sweet Freedom“ zelebrierte. Und im Gedanken stand mein Vater neben mir, als ich mich mit einem meiner Gitarrenidole ablichten ließ.

Mir ist gestern bei HARLEY DAVIDSON ein Traum in Erfüllung gegangen!
DANK meinem Vater.
Er wäre gern dabei gewesen.

P.S.: Gute Freunde sind so etwas wie das Salz in der Suppe des Lebens, ohne die manche Momente einfach nur schal schmecken würden. DANKE Laci, es war ein toller Abend mit MICK BOX, den VIP's und mit Dir!

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 08.12.2011 13:24 | nach oben springen


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