#1

Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 14:30
von Mary (gelöscht)
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Nachdem ich mehrere "Flugstunden" hatte, was das I-net betrifft, komme ich endlich zum Laden erster Fotos.
Omega im "Anker", das war ein genialer Konzertabend!
Die Band empfand das ebenso, entschloss sich spontan eine ungeplante Zugabe zu geben, wofür mancher Techniker "neu einstöpseln" musste, da einige Kabel bereits gezogen waren.

Angefügte Bilder:
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#2

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 15:55
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

War eine sagenhafte Stimmung. Klickt mal hier. Das war die Zugabe. Kann hier nur sagen : Oh,..Mega!
http://www.youtube.com/watch?v=pULnIS8KG4s


Klick mal druff hier:

zuletzt bearbeitet 29.11.2009 17:28 | nach oben springen

#3

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 17:29
von HH aus EE (gelöscht)
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10.000 Schritte und noch lange nicht müde – O M E G A in Leipzig

OMEGA ist griechisch, kommt aber aus Ungarn.
OMEGA ist der letzte Buchstabe, aber die erste Wahl.
OMEGA ist eine Band, aber auch fünf Individualisten.
OMEGA ist Musik, ungarische Musik, Rockmusik und OMEGA ist Kult.
Fehlt was?
Oh Ja, OMEGA ist eine über 40jährige Erfolgsgeschichte und wird noch immer geschrieben.

Um sich davon zu überzeugen, haben gestern viele Anhänger der Ungarischen Top-Band den „Anker“ in Leipzig verstopft. Der war knüppeldicke voll, die Luft war zum Stückeschneiden und heiß, wie neben einem Gulaschkessel. So war es von Beginn an und so blieb es bis zum Schluss – heiß und scharf, wie das bekannte und beliebte ungarisches Gericht eben. Den Paprika gab die Band im Laufe des Abends Stück für Stück in den brodelnden Kessel hinzu.
Kein OMEGA-Konzert ohne den weltberühmten „Radetzky-Marsch“ als Ouvertüre („Nyitany“). Das ist inzwischen so eine Art Kult-Zeremonie, Fans und Musiker auf die kommenden zwei Stunden einzustimmen. Als die fünf Musiker nacheinander die Bühne des „Anker“ zum ersten Mal betreten und die Boxen zu dröhnen beginnen, beginnt eine Zeitreise der besonderen Art. Die Herren Kobor, Molnar, Mihaly, Benlö und Debreczeni spannen den Bogen weit, sehr weit über die Jahrzehnte ihrer eigenen Karriere, von „Gammapolis“ bis „Addig Elj“ aus dem 6. Album. Sie brettern ihren bekannten „Rock’n’Roll“ in die verschwitzten Gesichter der Tausend und nehmen sie dann mit zu „Lena“ in die Weiten des märchenhaften Russischen Winters.

Mit einem bestechendem Sound und einer sparsamen, aber beeindruckenden Licht-Show rockt die Band und die sprachkundigen hinter und neben mir singen die Texte lauthals mit. Da bin ich klar im Nachteil.
Gitarrist und Spaßmacher „Elefant“ sowie Sänger „Mecky“ sind diejenigen, die immer wieder auf die Fans zugehen, sie einbinden. Besonders „Mecky“ merkt man an, daß ihm die Bühne des „Anker“ doch ein wenig zu eng ist, denn von den Fans bis zum Schlagzeug sind es gerade mal drei oder vier Schritte. Da ist der Frontmann in seinem Aktionsradius schon etwas eingeengt und ab und zu wird’s eng zwischen ihm, der Gitarre oder dem Mann am Bass.

Das Konzert der Band wirkt als Ganzes, als Show. Solistische Einlagen, wie etwa „Elefant’s“ bewährtes Gitarren-Solo und die Synthesizer-Einlagen vom Herausgeber des „Benkö Lexikons“ sind sparsam und wie gesetzt Farbtupfer eingefügt. Über weite Strecken wirkt nur die Musik, überzeugen die eingängigen Melodiebögen mit den geschickt verpackten Einflüssen ungarischer Folklore vor allem in den früheren Songs. Am Altersdurchschnitt gemessen, scheint dies auch das Erfolgsgeheimnis zu sein. Anders kann ich mir den tausendfachen Chor im Saal, vor allem aus deutschen Kehlen, bei der „Petroleumlampe“ nicht erklären. Mich inbegriffen. Der ganze Saal scheint im Begeisterungsrausch und Euphorie.

Die aus Polen und der Slavakei angereisten Fans hatten Fähnchen zum Schwenken und Schals zum Hochheben mitgebracht. Irgendwo dazwischen glühten kleine Leuchtstäbe und ständig waren Hände in der Luft, wurde mitgeklatscht und gejubelt. In diesen zwei Stunden hat OMEGA ein Freudenfest der Emotionen im Saal erlebt, dessen Widerhall in den Gesichtern da oben deutlich ablesbar war.

Viel zu schnell deutete sich das Ende an als, von der 8. OMEGA-LP „Csillagok Utjan“, auch bekannt als „Skyrover“, mit weit ausufernden Keyboardklängen, wuchtigen Akkorden und Sythy-Melodien „Metamorfosis II“ und „Sülyi“ – das „Finale“ – erklangen. Danach war Schluß, die Rock-Zeremonie vorüber und ausgeklungen. Doch noch nicht ganz, denn ganz ohne Zugabe und ohne den Überhit von OMEGA ging natürlich auch in Leipzig nichts. Die Musiker ließen sich gern noch einmal auf die Bühne rufen und das Konzert klang mit der alten „Petroleumlampe“ und dem einzigartigen „Mädchen mit Perlen im Haar“ aus, das in mehreren Sprachen durch den „Anker“ zu Leipzig klang.

Die Ungarn-Rocker haben mehr als nur „10.000 Schritte“ auf der „Nächtlichen Landstraße“ hinter sich gebracht und nicht immer war eine „Petroleumlampe“ zur Hand. Sie haben ihre Musik „Auf der Staße auf dem Platz“ gespielt und eine „Reise auf dem grauen Fluß“ unternommen. Sie gründeten „Gammapolis“ und besuchten „Babylon“ und haben auch die „Schattenseite der Erde“ gesehen. Überall und immer war ein „Perlenhaaariges Mädchen“ dabei.
OMEGA gehören zum Leben vieler hier, wie etwa die Beatles, die Stones, wie Niemen, Renft, die Puhdys oder eine Moped names „Schwalbe“ und die legendäre KARO zum Rauchen. Schon allein deshalb war dieser Abend so einmalig, wie ein Zwei-Stunden-Trip durch das eigene Leben eben sein kann, voller Erinnerungen und Emotionen, ein „Best Of“ des eigenen Lebens, das jeder Angereiste mit nach Hause nehmen konnte.



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#4

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 18:11
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Oh – Mega in Leipzig
Irgend wann schafft es jeder mal bis in den Anker, so auch ich. Omega ist für mich immer noch ein Zauberwort und nur gut, dass es nicht nur eine schöne Erinnerung an die Jugendzeit ist, sondern eine Band von der man sich heute noch faszinieren lassen kann.
47 Jahre gemeinsam auf der Bühne, ich glaub es gibt wenige Bands, die das schaffen und dabei derartig fit geblieben sind.
Zum Musikalischen kann ich nicht viel beitragen, da ich mich mit den dort gespielten Omegatiteln nicht so gut auskenne. Ich hab es mir aber geleistet, vor der Bühne zu stehen, zu staunen und mich mitreißen zu lassen. Dieses kleine Klubkonzert hat mir bald besser gefallen, als das Open Air in Dresden 07- man war ganz nah dran und der Kontakt zum Publikum war noch besser.
Die Amtssprache in den ersten Reihen war Ungarisch und Polnisch, waren super nette Fans, die da angereist waren, um ihre Idole zu feiern. Das taten sie von der ersten Minute an. Stimmung von Feinsten, kein Gedränge, im Gegenteil, freundliche Rücksichtnahme.
Es waren auch einige Ostrocker aus unseren Lieblingsband eingeladen worden, die auf dem Rang saßen. Ich sag mal ganz frech: „Schön, dass sie an dieser Nachschulung teilgenommen haben.“
Omega muss man einfach erlebt haben, so urwüchsigen, ungekünstelten Rock hört man sonst kaum noch. Die Zeit verging viel zu schnell und dass sie nicht deutsch singen, machte mir dort nicht das Geringste aus.
Die Zeit bis zum Auftritt verging bei netten Gesprächen auch wie im Fluge. Zu Mary und mir hatten sich Hartmut und Heinz (Puhdysfan) gesellt.
Diesmal erwarteten mich besondere Prüfungen, ich war mit der Gilde der Autogrammsammler unterwegs. Aber ich hab es nicht bereut. Wie viele wissen, bin ich nach den Konzerten immer wie der Blitz weg – hier hab ich mal mit über eine Stunde auf die Band gewartet, die Musiker erschienen dann einzeln und wurden belagert. Ganz hartnäckig warten lassen hat uns der Schlagzeuger, er kam dann zuletzt und Hartmut und Mary erhielten dann noch ihr Autogramm und ich ein Bild mit dem Frontmann. Mary musste mich hinschieben, weil ich so schüchtern bin, aber auch das haben wir geschafft.





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zuletzt bearbeitet 29.11.2009 22:41 | nach oben springen

#5

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 18:12
von frank
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Rockmusik und Rockmusiker zum Anfassen - nach der "großen Freiheit" in Landsberg nun in der "intimen Enge" des Anker, der, mit enger Atmosphäre; etwas mehr "Spielraum" wäre zu wünschen gewesen: Die Fangemeinde ist doch noch groß. Aber das war denn doch nicht so entscheidend. Spielfreude, augenzwinkernde Momente ohne das das der Musikalität Abbruch getan hätte. Vom Sound war ich dann nicht ganz so überzeugt, etwas mehr Druck hätte es sein können, insbesondere, als ich noch in den hinteren Reihen stand. Mit Glück schob es mich dann nach vorn an den linken Bühnenrand. Die Boxen erinnerten an schwere Zeiten. EGAL und Schluss mit Meckern - ein toller Abend und das Mädchen mit Perlen im Haar tanzte neben mir, mit mir. Das kann denn doch nur diese Band schaffen!

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#6

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 19:03
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Bei dem Licht war es nicht so einfach mit dem Knipsen, und ich hab auch immer Hände, Köppe, Leuchtstäbchen oder Kameras im Bild, aber live is live und bei der Stimmung die dort herrsche, müsst ihr das einfach mal entschuldigen.
Hier mal eine Bildfolge, in der der Gitarrist uns eine Geschichte erzählen will - schade, dass der Ton fehlt.








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#7

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 19:42
von Perlenfischer | 143 Beiträge | 152 Punkte

Ihr ahnt ja nicht wie ich Euch beneide . Hamburg ist angeblich eine so Weltoffene Stadt für Rock und Popmusik.
Tatsache ist- wirklich gute Musiker sind eher selten.Aber so ist das Leben.:-)
Kann nur hoffen daß das OMEGA Konzert gut genug besucht war das sie bald mal wieder kommen.
Bis Berlin könnte ich fahren um dabei zu sein.
Euch alles gute

LG Perlenfischer

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#8

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 20:03
von Bernd (gelöscht)
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Beeindruckt von Euren Eindrücken zur OMEGA-Mugge bin ich ebenso.
Man sieht auf den Bildern ihre ungebrochene Spielfreude. Sie sind noch (wieder) da und sollten diesen Auftrieb zum Anlaß nehmen, jetzt straff über Tourneen im Winter und Sommer nachdenken.
Danke Euch für die Bilder, Konzertberichte und geschilderten Eindrücke !

zuletzt bearbeitet 29.11.2009 20:04 | nach oben springen

#9

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 20:55
von Mary (gelöscht)
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Es war in den 70iger Jahren, als ich im Rahmen eines Schüleraustauschs, meine Schule hatte eine Partnerschule in Esztergom, in den Sommerferien nach Ungarn an den Balaton fahren konnte. Und genau hier hörte ich zum ersten Mal Omegas "Gyöngyhajú lány" und tanzte dazu. Ich war damals noch keineswegs musikinteressiert, wusste nicht, dass der Titel schon 1969 auf LP erschien. Aber ich war, wie man heute sagen würde, ein Teeny und empfänglich für sensible Musik. "Gyöngyhajú lány" traf genau diesen Nerv und wurde jeden Abend zum Schülertanz gespielt. Ich hängte mein Herz an einen ungarischen Jungen mit schwarzbraunen Augen und schwarz gelockten Haaren, mit dem ich Abend für Abend zu dieser Musik tanzte und weinte bitterlich beim Abschied. Briefe gingen lange hin und her. Ich suchte mit meinen damals bescheidenen Mitteln Musik von „Omega“. Hörte die ungarischen Titel und träumte mich zurück. Nach einigen Jahren ergab sich in Radebeul bei Dresden eine Zufallsbegegnung mit meiner Schülerliebe vom Balaton..., wir waren älter geworden. Der groß gewachsene, schlaksige junge Mann war nicht mehr der Junge von einst, an den ich mein „Jungmädchenherz“ gehängt hatte. Wir verbrachten ein paar schöne Stunden, in denen wir wohl beide erkannten, dass hier ein Traum zu Ende ging. Die Briefe wurden weniger bis sie gar nicht mehr hin und her gingen…
Das sind sehr private Zeilen und vielleicht gehören sie nicht wirklich an die Öffentlichkeit, aber so und nicht anders, mit diesem Lied zum Träumen, „Gyöngyhajú lány", begann meine Leidenschaft zu „Omega-Musik“. Die Jugendliebe ist vergangen, die Liebe zu dieser Musik blieb…

So ist es nicht verwunderlich, dass sofort nach der Info, Omega im Anker in Leipzig, feststand, dort bin ich wieder dabei, auch wenn ich schon im Vorfeld wusste, wie immer wird es für mich ein anstrengender Tag werden. Als ich meine Eintrittskarte, die schon im September per Post kam, in den Händen hielt, wusste ich nicht, dass der Tag noch stressiger werden sollte, als vorab eingeplant. Mein Pech war, noch am Vorabend des Omega-Konzertes in Leipzig unbedingt „Unlimited Blues“ besuchen zu wollen. 2 Stunden Nachtruhe, dann rief der Dienst…, 2 Stunde entspannen und dann auf nach Leipzig zu Omega… Mein Weg dahin, nicht wie gedacht, problemlos.
Ich kam am Neustädter Bahnhof in Dresden an, sah, mein Zug stand nicht auf der Anzeige. Zum Glück entschloss ich mich sofort zur Rückfrage am Service. „Nein, dieser Zug fährt nicht. Nach Leipzig heute nur ab Hauptbahnhof“. DB…, ich liebe euch! Die Abfahrt vom Hauptbahnhof verzögerte sich auch noch etwas, Dynamo Dresden hatte heute 4:3 ein Heimspiel gewonnen und die Fans befanden sich auf der Heimreise. Die Durchsage: „Die Abfahrt des Zuges verspätet sich, da Dynamo Dresden Fans die Tür nicht räumen“, begann mich zu nerven…, dann endlich Abfahrt, Umleitung über Elsterwerda, da in Coswig Bauarbeiten stattfanden. Was soll ich sagen, eine Stunde später, als ich wollte, kam ich in Leipzig an. Ich sah meine Felle, in der ersten Reihe zu stehen, davon schwimmen.

In der Straßenbahn der LVB hörte ich ungarische Laute und sprach eine junge Frau an, ob sie auch zu Omega fahren, sie sagte, ja…, übersetzte den anderen, worauf alle lächelnd zu mir sahen. Wer weiß, vielleicht haben sie auch gedacht, „die Olle will auch dahin?“ – mir war’s egal, ich lächelte zurück.
Am „Anker“ angelangt, lief ich einer Eingebung folgend, die Schlange der Wartenden ab und da hörte ich den Ruf: „Mary!“ Petra stand „gut platziert“ schon am Eingang und ich hätte sie umarmen mögen dafür. Als sich die Tür öffnete, gelangten wir noch in die ersten Reihen. Danke Petra!
Die Zeit verging wie im Fluge, da man auf fast allen Konzerten bekannte Gesichter trifft und plaudern kann. HH aus EE war da und zahlreiche Omegafreunde sowieso.

Als die ersten Töne erklangen, und die „ungarischen-Old-Rockklassiker“ die Bühne betraten, vergaß ich sofort, wie müde ich eigentlich war.
“Addig élj”, “Tízezer lépés“…, „Életfogytig rock and roll”, “Léna”..., Omega führte uns durch die LP’s der früheren Jahre und heizte das Publikum mächtig an. Man rückte zusammen, wollte nah am Geschehen sein, die Körper heizten sich auf, der Schweiß floss in Strömen und trotzdem, kaum einer stand still. Alle waren in Bewegung, sprangen, tanzten, tobten, schrien mit. Wohl dem, der der ungarischen Sprache mächtig war und die Texte fehlerfrei mitsingen konnte. Meine „Textweisheiten“ reichten nur für einige Brocken und die schrie und grölte ich in die „Omega-Anker-Nacht“, egal, ob sie nun richtig waren oder nicht. „Idõrabló“, „Nem tudom a neved“, herrlich klang die ungarische Sprache in meinen Ohren, wunderbar füllte die Musik meine Seele!
Eine Pause gab es nicht. Die Band spielte ihr Programm, rockte, ohne, dass man ihnen die „Jahresringe“, die sich schon unter diesem und jenem Auge fanden, körperlich anmerkte. Mecky (János Kóbor), der Sänger und Frontmann maß die kleine Bühne mit wenigen Schritten, seine langen Beine waren für größere Entfernungen gemacht. Er erschien ein klein wenig wie ein Löwe im Käfig.
Immer wieder hielt er das Mikrophon in die erste Reihe der Bühne, genau dorthin, wo die am weitesten gereisten Fans standen, die Fans aus Ungarn.
„Babylon“…, „Metmorfózis“…, es könnte noch Stunden dauern.
György "Elefánt" Molnár ließ seine Gitarre schreien, zirpen, manchmal fragen…, seine „Verkleidungen“ sind altbewährt, sein Spiel macht gute Laune… und trotzdem, jedes Konzert geht einmal zu Ende.
Als Zugabe wurde die Petroleumlampe „angezündet“… und dann kam, was kommen musste, "Gyöngyhajú lány"… - mein Herz machte einen Sprung, die Gedanken gingen weit, weit, weit zurück…, der Kreis schloss sich, ein wenig Wehmut blieb.
Womit meine Omega-Liebe begann endete der Konzertabend.

Sollte er enden…, das Leipziger Publikum war unersättlich, die Band kam zurück auf die Bühne, spielte eine Zugabe, die nicht geplant war. Da ich in der ersten Reihe stand, sah ich, wie Techniker eilfertig Stecker in Buchsen steckten, die sie bereits gezogen hatten. „Régi csibészek" hieß es… bis das Licht auf der Bühne tatsächlich erlosch. Ein herrlicher Konzertabend war zu Ende.

Doch für eingefleischte Fans beginnt nun das Warten auf die Band, zum Plaudern, Signieren, Fotografieren. Ich hatte mir geschworen, ich bleibe heute hier stehen und wenn ich umfalle vor Müdigkeit… Zum Glück stand ich nicht allein…, ein besonderer Dank an Petra, die sonst immer eiligst verschwand, aber heute geduldig auf mich wartete, bis ich die letzte Unterschrift bekam, das letzte Foto im Kasten hatte.
Ein anstrengender , aber grandioser Tag ging zu Ende. Doch ich weiß, wenn die fünf noch mal auf einer Bühne in meiner Nähe stehen, bin ich wieder dabei!

János "Mecky" Kóbor und László "Laci" Benkõ sind Gründungsmitgliedern der 1962 gegründeten Band Omega. Die Band hat wie alle die Besetzung gewechselt. 1967 kam Tamás "Misi" Mihály dazu, 1968 folgt György "Elefánt" Molnár. Der letzte im Bund der glorreichen 5 war Ferenc "Ciki" Debreceni, der sich 1971 an die Omega-Drums setzte. In dieser Besetzung spielt Omega, hier und da mit „etwas Verstärkung“, noch heute.
Und für mich hoffe ich ganz im Stillen, noch lange, lange, lange...

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 08.12.2009 10:08 | nach oben springen

#10

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 21:11
von Mary (gelöscht)
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@HH
Ich will Deine Freude nicht trüben, aber sieh Dir mal meine Autogrammkarte genau an...
(Ich bin nicht mehr ganz so glücklich... - obwohl wir beide schon Glück hatten)

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#11

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 29.11.2009 21:42
von Mary (gelöscht)
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Und hier ist er, der Titel zum Träumen...

Leipzig 2009

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#12

RE: Omega 28.11.09 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte Ostrock allgemein 03.12.2009 13:52
von Mary (gelöscht)
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Nicht ganz so gut (rotes Licht ist nun mal "tödlich"), aber doch ein weiterer Konzerteinblick...
"Tízezer lépés " ebenfalls von der LP "10 000 Lepes" erschienen 1969

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