#1

Günther Fischer mit Tochter Laura & Band 11.08.2010 Konzertplatz Weißer Hirsch

in Konzertberichte Ostrock allgemein 12.08.2010 16:18
von Mary (gelöscht)
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Nicht jedes Open Air hat ideale Bedingungen, das merken wir als "Viel-Konzert-Besucher" öfter als andere.
Dieses Konzert wurde zum Erfolg, trotz Regenschauer beim Soundcheck, wo man sich entschloss "unter das Dach" zu ziehen, was nach sich zog - 10 Meter Abstand zur ersten Reihe (der Horror für mich schlechthin!).
Günther Fischer hat hier in Dresden Fans vom "ganz alten Schlag".
Ein Konzertabend wird hier zum "Heimspiel", zur Reise in die Vergangenheit in mehrerlei Hinsicht. Fans und er erinnern sich an "wilde Zeiten" auf dem Weißen Hirsch und dann sind da noch die Songs, die auch Jahrgänge wie mich in die Vergangenheit führen.
Tochter Laura, freundlich, erfrischend, sorgte dafür, dass die "Alten" nicht zu weit abtriffteten. Sie brachte mit ihren Songs frischen Wind in die "alten Segel"...

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 12.08.2010 16:23 | nach oben springen

#2

RE: Günther Fischer mit Tochter Laura & Band 11.08.2010 Konzertplatz Weißer Hirsch

in Konzertberichte Ostrock allgemein 12.08.2010 21:15
von Mary (gelöscht)
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Ein wenig bang frage ich mich, kann ich, ein Laie, wirklich einen Bericht über ein Konzert von Günther Fischer schreiben? Günther Fischer, der in meinen Augen eine Legende ist…
Doch dann sagte ich mir, ich habe nicht vor, eine „Abhandlung“ über G. Fischers Schaffen zu schreiben, sondern einfach das, was ich empfinde, also kann eigentlich nichts schief gehen…

August, das klingt nach Sommer, Sonne und für Musikfreunde nach Open Air. Sommer haben wir, Sonne hatten wir teilweise schon satt, aber ein Open Air, das im Regen versinkt, wünscht sich keiner.

Der Konzertplatz Weißer Hirsch in Dresden erlebt in diesem Jahr eine Wiedergeburt. Die „Komödie im Park“, die bis letztes Jahr im Großen Garten ihr Domizil hatte, lädt dieses Jahr die Besucher hierher ein. Zu erleben ist nicht nur „Schauspielerei“, sondern auch verschiedene Konzert Events finden hier Platz. So trat am 07.08. die Dresdner A Cappella-Band „Medlz“ auf, „City“ spielt am 13.08. und am 11.08. klangen altbewährte „Günther Fischer Töne“ durch die Dresdner Heide. Mitten im Wald gelegen hat die „Konzertmuschel“, die den Hindergrund und das Dach der Bühne bildet etwas faszinierendes, besonders, wenn sie im bunten Licht erstrahlt.

Leider ist der Wettergott so manchem Event nicht gut gesonnen und so schaute auch ich besorgt zum Himmel, ... noch eine Stunde, dann muss ich los und es regnet in Strömen…
Petrus hatte ein Einsehen, als ich auf dem Gelände ankam, klarte der Himmel auf, es regnete nicht mehr. Wie immer war ich früh vor Ort, sicherte mir einen der „feuchten“ Stühle in der ersten Reihe und hatte noch viel, viel Zeit. Skeptisch maß ich die Entfernung von meinem Sitz bis zu den aufgebauten Mikrophonen und Instrumenten…, gut 10 Meter trennten uns trotz erster Reihe und ich wusste sofort, ein „Fotoabend“ wird es nicht. Doch Fotos sind ja nur das „Nebenprodukt“ eines Konzertes, viel wichtiger ist der gute Ton.

Irgendwie verging die Wartezeit, ich saß auf meinem harten Plastikstuhl und begrüßte mit all den anderen Günther Fischer und Band mit stürmischem Applaus. Fast „kumpelhaft“ begrüßte er die Dresdner in diesem, wie er sagte, „gemütlichen Adlernest von Dresden…“ und sprach vom Weißen Hirsch, der berühmt und berüchtigt ist. Günther Fischer muss es wissen, schließlich spielte er schon als Student hier in Dresden/Bühlau im „Parkhotel“. Auf die Frage, ob jemand von „damals“ da wäre…, war Applaus Antwort genug. Fischer bedauerte, dass er mit seiner Band vor dem Regen unter das Dach flüchten musste, die Entfernung zu den Stuhlreihen dadurch sehr groß wäre. Nicht nur er bedauerte das, wir auch.
Über all die Jahre haben ihm zahlreiche Fans die Treue gehalten und saßen nun hier mit mir, einer „Später-Dazu-Gekommenen“ und freuten sich auf einen hoffentlich trockenen Konzertabend. Die Bandmitglieder wurden vorgestellt, der erste Titel erklang: „Puma“… und ich versank in einer Welt aus Tönen, einer Welt zum Träumen, einer Welt zum Staunen…
Ich kann nicht beurteilen, ob jeder Ton sitzt, ich bin weder Musiker noch Musikkritiker, aber wenn Töne vor meinem inneren Auge Bilder zaubern, weiß ich, sie tun mir gut. Nur das zählt in solchen Augenblicken für mich. „Puma“ verklang und ich dachte kurz, was ich über diese Tiere las: „Die Tiere geben ein großes Spektrum unterschiedlicher Laute von sich…“. Ich musste lächeln, Günther Fischer tut das auch…
Schlagzeug-, Gitarren-, Bass- und Pianosoli zeigten, hier sind Meister ihres Faches am Werk. Und die Töne, die aus Günther Fischers Instrumenten kamen, machten Gänsehaut, wieder einmal. Er wechselte, in manchmal kurzen Zeitabständen, von seinen Blasinstrumenten zum Keyboard und meinte nach geraumer Zeit, er habe sich da wohl zuviel zugemutet.
Vermutlich störten ihn hier die kurzen Wartezeiten, in denen er Einstellungen vornehmen musste. Ich kann allerdings mit ruhigem Gewissen sagen, das Publikum empfand es mit Sicherheit nicht als störend.
Sein Konzertabend wird hier zum regelrechten "Heimspiel", zur Reise in die Vergangenheit in mehrerlei Hinsicht. Günther Fischer erinnert immer wieder an "wilde Zeiten" auf dem Weißen Hirsch, erzählt von seiner feuchten, ersten Berliner Wohnung in der so mancher Titel entstand. Die Vergangenheit holte an jenem Abend irgendwie alle ein.
Zum Glück war da noch Tochter Laura, jung, schön und erfrischend sang sie als erstes „Come Between The Lights“ aus dem Film „Solo Sunny“ und sorgte dafür, dass die "Alten" nicht zu tief versanken in ihrer Vergangenheit. Sie brachte mit den von ihr vorgetragenen Songs frischen Wind in die "alten Segel"..., sang auf ihre Weise die Hits von Günther Fischer, die wir alle, von Manfred Krug gesungen, kennen. Ein Song von Laura erklang. Zu einem Film (es tut nichts zur Sache, dass „Papa“ lächelnd Rosamunde Pilcher erwähnte…), hat sie für diesen Titel Musik und Text geschrieben und eingesungen.
Nochmaliger Regen blieb aus an diesem Konzertabend, aber trotzdem kroch die Feuchtigkeit durch die Bekleidung und ließ uns frösteln. Ein lauer Sommerabend war es keinesfalls.
„Für Achim“…, machte in mir tiefer Besinnlichkeit Platz. Wieder einmal dachte ich daran, wie viele schon gegangen sind…
Nach der Pause bekam Laura „Stimmverstärkung“ einer Dresdnerin (leider ist mir der Name entfallen).
G. Fischer meinte, aus Dresden kommen die besten Musiker. Man möchte ihm diesen Spruch glauben, Bass- und Gitarrensaiten wurden hier auch von Dresdnern gezupft.

Die Musik klang durch die Dresdner Heide und kaum einer saß still auf seinem Stuhl, als „Sonntag“ erklang. Obwohl wir erst Mittwoch hatten, machte sich hier in der puren Natur ein entspanntes Gefühl breit.
Das Zirpen der Grillen störte den Konzertabend nicht. Aber manchmal, wenn die Musik sanft durch die Baumwipfel klang, schien sich der Grillenchor zu freuen, denn er gewann die Oberhand.
„Du bist heute wie neu“, der Titel ließ Günther Fischer einen kurzen Augenblick nach Worten suchen…: „Na sagt doch ihr mal was…“, warf er ein.
Und dann kam, was kommen musste, „Solo Sunny“, der "Kultsong", der mir heute noch unter die Haut geht. Gefühlvoll gesungen von Laura, erklang der Titel, den im gleichnamigen Film Regine Dobberschütz sang.
Einmal noch erklangen die Instrumente von Günther Fischer und Band…, die Zuhörer dankten mit Applaus für den Konzertabend, der wieder einmal zu großen Teilen eine Erinnerungsreise war.

Der Wald gehörte wieder den Grillen und Vögeln, die allerdings zu dieser späten Stunde auch schwiegen. Fast schien es, als müssten sie wie ich, den Abend erst „verdauen“.

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#3

RE: Günther Fischer mit Tochter Laura & Band 11.08.2010 Konzertplatz Weißer Hirsch

in Konzertberichte Ostrock allgemein 12.08.2010 22:54
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Danke Mary, hatte auch schon zwei mal Günther Fischer erlebt und kann das nachvollziehen, was du hier so nett geschrieben hast. Und da hat sich der neue Konzertplatz in DD, von dem du schon berichtet hast, doch gleich mal bewährt.


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