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PETER GABRIEL live - das Regenkonzert von Dresden 2007

in Off-Topic 07.09.2010 18:16
von HH aus EE (gelöscht)
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Peter Gabriel – das Regenkonzert von Dresden 2007

Schon lange vorher hatten wir uns schönes Wetter gewünscht und sind dann doch bei einem von Wolken verhangenen Himmel in Richtung Dresden gefahren. Genau den Wolken entgegen in das Elbtal hinein, über dem die Wolken dann den Himmel nahezu dicht machten, als wir unser Auto auf einem Privatparkplatz nahe der JUNGEN GARDE untergebracht hatten.

Oben auf dem Rang der Spielstätte eingetroffen, sahen wir hinunter Richtung Bühne über ein Meer von Köpfen hinweg, viele Regenumhänge und haufenweise Regenschirme. Über uns immer noch bedrohlich die Wolken. In diesem düsteren Ambiente warteten wir gemeinsam mit ein paar tausend anderen auf die angekündigte Vorgruppe, während unsere Blicke immer wieder hoffend nach oben gingen.

Konzerte des ehemaligen GENESIS – Frontmannes sind wohl stets etwas Besonderes. So sollte es auch an diesem 25. Juni 2007 in Dresden sein, denn der Künstler hatte über seine Web-Site die Möglichkeit gegeben, den Sommerabend in Dresden quasi als Wunsch-Konzert zu gestalten. Im Vorfeld konnte er allerdings nicht ahnen, dass der Himmel über Dresden nichts Gutes verheißen und die Vorgruppe irgendwo im Stau auf der Autobahn zum Warten verdammt sein würde. So etwas nennt der Volksmund unglückliche Umstände, was allerdings Tausende nicht davon abhielt, aus allen Himmelsrichtungen des Landes in die JUNGE GARDE nach Dresden zu pilgern.
Der Veranstalter in Person von BERND AUST tat in Anbetracht des Wetters und des Fernbleibens der Vorgruppe das einzig Richtige und zog den Konzertbeginn von PETER GABRIEL zeitlich vor. Der Himmel hatte inzwischen ohnehin seine Schleusen geöffnet, das Bier wurde verdünnt und die Klamotten nass. Da half nur noch GABRIEL live und der war flexibel genug, aufgrund der Situation sein Hotel eher zu verlassen, um für seine Fans da zu sein. Vergleichbares habe ich auch schon anders erlebt.

Als dann PETER GABRIEL und seine Band die Bühne betraten, die ersten Klänge von „Rhythm Of The Heat“ erklangen, hörte, welch Wunder, auch der Regen auf. Von diesem Moment an waren die feuchten Klamotten Nebensache. Die Musiker unter dem weit gespannten Dach waren in bester Spiellaune und der Mann, der auch ein deutsches Album produziert hatte, gab sich Mühe, seine Songs auch in unserer Sprache zu kommentieren. Ein wenig war ich auf die in den vorderer Reihen neidisch, die GABRIEL „D.I.Y.“ und „On The Air“ singend wahrscheinlich direkt in die Augen sehen konnten, so nah kam der an die Bühnenkante.
Andererseits kann ich das wunderbare „Blood Of Eden“ am besten mit geschlossenen Augen genießen, auch wenn es nicht die Stimme von Senead O’Connor war, die mein Ohr erreichte. Das wäre auch mein Wunschsong gewesen, weil ich diesen Text und die Kombination der beiden Stimmen so sehr mag.

Seinen grossen Hit „No Self Control“ sang er zumindest teilweise in deutscher Sprache und die Sache mit dem „Familienfoto“ wohl auch, wenn mich meine Erinnerungen nicht trügen. Zum Höhepunkt, als die Massen längst die Wetterkapriolen vergessen hatten, wurde trotz des Platzmangels zu den Rhythmen von „Humdrum“ im weiten Rund getanzt. Irgendwann stand auch ein riesiger Regenbogen über der GARDE und es könnte sogar sein, dass der Regisseur da oben das alles passend zu „Steam“ eingefädelt hatte.

Von der Bühne kam ein sehr kompakter Sound von einer glänzend aufgestellten Band gespielt, die leider aus der Sicht der oben Stehenden, sehr weit im Hintergrund agierte.
Zum Abschluss des Regenkonzerts gab’s noch die beiden Überhits „Solisberry Hill“ und natürlich „Sledgehammer“. Aufgrund der früheren Anfangszeit war es leider noch nicht dunkel genug, um die Lichtshow in ihrer ganzen Pracht, so wie sie sicher gedacht war, zu bewundern.
Die Zugabe „In Your Eyes“ sang PETER GABRIEL quasi gemeinsam mit seinen Fans, die in die JUNGE GARDE gekommen waren, um in beinahe intimer Atmosphäre der Barocken Architektur der Freilichtbühne ihren Weltstar live zu erleben. Auf jeden Fall eine harmonische Zusammenstellung.

An diesem Abend fand auch mein persönliches Wunschkonzert statt und unabhängig von der Musik stellte ich mit einer gewissen inneren Befriedigung fest, dass der Mann da unten sich in seinen Bewegungen auch an mein Alter angepasst hatte – Reife braucht keinen Aktionismus mehr!
Auf dem Weg zum Parkplatz haben wir dann festgestellt, dass ein Konzert mit GENESIS nun für uns beide keine Option mehr wäre, wir aber nach Möglichkeit die Kanadier MUSICAL BOX sehen möchten, um wenigstens einen Eindruck davon zu bekommen, wie es denn damals bei einem Genesis-Konzert mit Peter Gabriel gewesen sein mag und wie es wohl nicht mehr sein wird und auch nicht muss. Die frühen Genesis mit „Nursery Cryme“ und „Foxtrot“ sind Geschichte, aber die Stimme von damals singt noch immer – und wie!

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 07.09.2010 18:17 | nach oben springen


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