#1

OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 31.10.2010 10:45
von HH aus EE (gelöscht)
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Omega: Rhapsody – Stunde in Dresden

Im Juli des Jahres 1962 hatte sich aus der Londoner Blues-Szene heraus eine Band formiert, die wenig später antrat, gemeinsam mit anderen von Musik besessenen „Wilden“ als ROLLING STONES alles bisher gewesene in Frage zu stellen und auf andere Weise kreativ und aufmüpfig zu sein.
Wenig später, im September des gleiches Jahres, gab eine Ungarische Gruppe ihr erstes Konzert und der Veranstalter kündigte sie schlicht und ungefragt als OMEGA an. –

Wir schreiben 2010 und seither sind beinahe 50 Jahre vergangen. Die Frage nach dem Alter der jeweiligen Musiker oder eines Fans der ersten Stunden stellt sich in diesem Zusammenhang nicht mehr. Beide Bands schrieben, so wie viele, viele andere auch, die Begleitmusik für meinen ganz persönlichen Lebenslauf und den unzähliger anderer. Beide Bands bereiten sich, jede auf ihre Weise, auf ihr kommendes 50. „Betriebs“-Jubiläum vor. Man darf also durchaus gespannt sein, was sich beide Giganten einfallen lassen werden und wie das jeweilige Ereignis versilbert oder gar vergoldet werden soll.

Im Hause OMEGA gibt’s erst mal ein neues Album mit alten Sachen in neu gestrickten Gewändern, vornehmlich vom Sänger JANOS „Mecky“ KABOR initiiert, mit befreundeten Musikern eingespielt und teils in London gemastert. Da drängen sich schon mal die ersten Parallelen und Erinnerungen auf, denn die allererste LP der Ungarn -Rocker entstand damals ebenfalls in London, eben nur zu einer anderen Zeit und „Omega Red Star“ wurde vollständig in englischer Sprache eingesungen. Heute ist das Vinyl eine gesuchte und kaum bezahlbare Plattenrarität.
Nun wird „Rhapsody“ in diesen Tagen vorgestellt und von der Ankündigung lasse ich mich nach Dresden in einen dieser massenkompatiblen Medien-Tempel locken. Ein gediegenes Ambiente für so ein besonderes Ereignis, zumal Franz Liszt mit auf dem Cover posiert, wäre mir natürlich lieber gewesen, aber den Liszt hat ja auch keiner nach seinen Wünschen gefragt, warum also mich. Ob nun Sonne, Mond, Sterne oder Saturn, letztlich ist der Inhalt das alles entscheidende und deshalb war ich schon ziemlich neugierig, wie denn dieses Teil klingen würde, um das hier so viel Trubel gemacht wird.

Der Konsumtempel war schon im unteren Bereich so voll, wie der Parkplatz davor. Die Rolltreppen ächzten unmerklich und in mir stieg der Puls, ebenso unmerklich, weil ich diese Warentürme und kaufwilden Menschentrauben nicht mag. Zum Glück stand die Wartetraube friedlich zwischen den CD-Regalen und mittendrin Gesichter, die mir Ruhe schenkten.
Pünktlich, wie angekündigt, erschienen MECKY, ZICKY & LASZLO, die drei Musiker sowie eher im Hintergrund TIBOR, der hiesige Manager, und ANDRAS, der Produzent der Band. Im Unterschied zu Fußballfans, Ausnahmen bestätigen die Regel, sind Rockfans meiner Coleur eine sehr ruhige, besinnliche und auch geduldige Spezies. Man steht wartend bis man langsam nach vorn geschubst wird, unterhält sich, sortiert die mitgebrachten LP-Cover, die selbst geschossenen Fotos oder die seltenen Raritäten, die man vor gefühlten 10.000 Jahren mal irgendwo aufgesammelt hatte. Nun würden all dieses „Einstäubchen und Rumstehchen“ mit den entsprechenden Unterschriften geadelt werden. Auch bei der neuen CD griff man beherzt zu und mit den Fingern in die Geldbörsen, auf dass der „Rubel rolle“.

Schneller als ich dachte, stehe ich vor Mecky, halte ihm Fotos und furchtbar seltenes Papier unter die Nase und der Frontmann der Kultband unterschreibt artig lächelnd. Auch das T-Shirt der OMEGAFREUNDE wird auf diese Weise für alle Ewigkeiten vor der Waschmaschine gerettet. Als ich an Zicky und Laszlo vorbei bin, ist der „erhabene Augenblick“ schon wieder Geschichte und die signierten CD’s und Mitbringsel werden wieder sicher verstaut. Viel später in der Nacht, nachdem ein Konzert vorüber ist und ich schon wieder heimwärts fahre, werde ich bemerken, dass genau dieser kleine Beutel an irgend einem Platz hängen oder stehen geblieben ist und sich vielleicht ein Fußballfan wundern wird, was andere so mit sich rumschleppen. Ich wünsche Dir viel Freude damit, mein unbekannter Freund, die Belege sind’s wirklich wert! Der neue Silberling lag derweil im Rucksäckchen auf der Rücksitzbank.

Der CD selbst muss man bescheinigen, dass sie sauber, druckvoll und sehr dynamisch produziert und gemischt wurde. Die teilweise historische Omega-Musik ist gekonnt ins neue Jahrtausend transportiert und durch das Einbeziehen klassischen Instrumentariums deutlich aufgewertet worden. Ein Lob den beiden Produzenten, denn das Klang- und Hörerlebnis ist schon beinahe berauschend zu nennen, wäre da nicht die Tatsache, dass einige der Stücke, als Zugeständnis an den internationalen Markt, in englisch eingesungen wurden. Einen alten Fan, in diesem Falle auch Puristen, stört das ein wenig, das Gesamterlebnis aber wird dadurch nicht wirklich geschmälert. Aufgewertet allerdings auch nicht.

Angefügte Bilder:
CIMG0104.JPG
Omega Red Star.jpg
Omega Rhapsody2.jpg
zuletzt bearbeitet 31.10.2010 17:31 | nach oben springen

#2

RE: OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 02.11.2010 23:21
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Jó estét, Hartmut,

seit ich Deinen Beitrag über die Signierstunde von OMEGA in Dresden gelesen habe, teile ich Deinen Schmerz über den Verlust der signierten Erinnerungsstücke. Ich habe die Hoffnung, dass Du alles wiederbekommst, denn es gab bestimmt einen ehrlichen Finder. Alles andere ist vielleicht nur noch 'ne Frage der Organisation ---> Fundbüro, Annonce in Dresdner Zeitungen usw.
Ich wünsche Dir - nicht nur diesbezüglich - minden jót (alles Gute).

Falk aus DD

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#3

RE: OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 03.11.2010 16:52
von Mary (gelöscht)
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Erst gestern habe ich Deinen Bericht gelesen Hartmut und für mich als Dresdnerin stand fest..., Du ahnst es...
Grad kam ich aus der City zurück und hätte Dich so gern zum Jubeln gebracht.
Aber leider, beim Personal von Saturn wurde kein Beutel abgegeben. Sie haben quer durch den Markt telefoniert - nichts.
Ich habe noch mal den Platz der AGStd. abgesucht - nix. Tut mir ehrlich leid für Dich!!!
Mit Deinem T-Shirt kann ja eigentlich keiner was anfangen, soweit ich weiß, steht bei jedem Omegafreund der Vorname hinten drauf.
Vielleicht solltest Du wirklich mal das Fundbüro anrufen...
Ich hätte Dir wirklich gern eine bessere Nachricht gebracht...

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#4

RE: OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 03.11.2010 17:29
von Sonny | 1.752 Beiträge | 2059 Punkte

Es ist also wirklich so, dass Du den Beutel stehen ließest?
Ich wollte das nicht glauben, weil Du das so relativ sanft geschrieben hast.
Wenn der Schmerz am größten ist, fehlt die Kraft zum Beklagen. Du leidest still.
Mary, ich versteh Dich, dass Du im "Saturn" nachfragen musstest. Schade, dass Du keinen Erfolg hattest. Nun bleibt nur die Hoffnung.
Hartmut, ich wünsche Dir, dass Du Deine Schätze wieder bekommst.


*
Doch die Zeiten ändern sich. Ob wirs mögen oder nicht. Alles hat seine Zeit.

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#5

RE: OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 04.11.2010 17:18
von Falk aus DD
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Inzwischen sind es nun nachweislich drei "Mitfühler" bzw. "Mitfühlerinnen". Eine gute Voraussetzung, um das Verlorene wiederzubekommen. Denn einer hält (fast) immer die schützende Hand über uns...

Auch wenn ich nur emotional betroffen bin, danke ich Mary für Ihren großartigen Einsatz. Es zeigt mir u.a., dass man sich hier im Forum wie in einer Familie fühlen kann.

Mich hat zu DDR-Zeiten Ungarn immer sehr interessiert, nicht nur, weil man es als "Schaufenster zum Westen" bezeichnen konnte. Ich mochte die Menschen, die Sprache, die (Rock-)Musik. Allein in Budapest war ich ca. 12 Mal.

Hartmut, ich drücke Dir die Daumen...

Viele Grüße

Falk aus DD

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#6

RE: OMEGA: Rhapsody - (Signier)Stunde in Dresden

in Ostrock allgemein 05.11.2010 14:20
von HH aus EE (gelöscht)
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DANKE, Ihr Lieben,

aber letztlich sprechen wir doch nur von einem Stück Papier, schön bunt bedruckt und in den 70ern in einer DDR-Zeitschrift zu finden. Das Original ist jetzt (bei mir) nicht mehr verfügbar und die Kopien mit den Unterschriften von drei OMEGA-Musikern auch nicht. Kein Grund zur Trauer!

Noch immer habe ich die Unterschriften ALLER Musiker auf mehreren LP’s, darunter auf dem Klappcover von „200 Years After The Last War“, auf „Babylon“ und auf dem Inlay der "OMEGA-Box“.
Außerdem sind noch alle meine frühen Autogrammkarten da und die Poster. Eines aus den frühen 70ern mit den Unterschriften aller. Das (mein) Teil ist sogar noch immer auf einer Musikseite im Netz zu bewundern, obwohl ich mal darum gebeten hatte, dieses und viele andere zu entfernen. So what!

DANKE vor allem MARY, die den SATURN noch mal angeflogen ist und umrundet hat. Leider vergeblich. DANKE Falk und SONNY für Eure Worte sowie allen anderen, die mitfühlen - und jetzt schauen wir mal nach vorn und freuen uns auf die nächsten tollen Ereignisse, die neuen CD’s und die neuen Autogramme. Die Sammlung wächst also weiter!

Angefügte Bilder:
Babylon_729_800.jpg
Omega.jpg
Single sign_800_785.jpg
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