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CÄSAR - Fanclub - Treffen im "Entenfang" Torgau 2011

in Off-Topic 20.06.2011 11:50
von HH aus EE (gelöscht)
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Die Rituale vom Entenfang – CÄSAR Fanclubtreffen 2011

Kinder, wie die Zeit vergeht! Ist wirklich schon wieder ein Jahr vergangen? Im Auto sitzend geht mir die Melodie vom Wannsee-Lied durch den Kopf und wie von selbst entstehen ein paar neue Zeilen im Vorgefühl auf das Kommende:

Pack die Luftmatratze ein,
auch dein Weib und mach’ dich fein
und dann nur noch Richtung Torgau,
an den Scheiben pfeift der Wind
und ich freu’ mich wie ein Kind,
denn wir sind schon bald in Torgau.
Nur noch durch das Städtchen rollen,
denn zum Entenfang wir wollen
und dort warten Weggefährten,
ein paar Stunden Glück und Spaß…

Zwar ist es jedes Jahr irgendwie das gleiche Ritual und doch immer wieder auch anders. Einfahrt an der großen Koppel entlang, dann einbiegen zwischen die hohen Bäume und irgendwo in der Nähe der Bühnenüberdachung erst mal das Auto abstellen. Großes Hallo und laute Begrüßung. Das alles ist Ritual.

Die ersten Gepäckstücke, die dann aus dem Kofferraum geholt werden, enthalten Planen, Stangen, Stifte und Seile. Die steckt man zusammen, man faltet sie auseinander und fügt sie ineinander. Man kriecht hindurch, wenn’s sein muss hinein, richtet ein Gestell auf und spannt Leinen bis zum Boden. Wenn man Glück hat und alles zueinander findet, steht nach 20 Minuten ein Zelt an seinem Platz und ein abgekämpfter, vor Schweiß triefender, aber glücklich lächelnder zukünftiger Bewohner daneben. Auch das ist Teil des Rituals.
Ein wenig anders war es dennoch in diesem Jahr. In der Nacht hatte es geregnet und es war frisch geworden. Von Westen her wehte ein ziemlich steifes Windchen und das Ein- und Auffädeln der Zeltplanen war wie Segelsport als Trockenübung, denn so eine Zeltplane ist einem Segel im Wind nicht unähnlich. Der Wind fegte zwischen den alten Baumstämmen hindurch und die Seile der Zeltplanen strafften sich wie die Tagelage eines einen Segelbootes. Ich weiß, wovon ich rede.
Wenn dann endlich der kleine orangenfarbige Stoffiglu zwischen den Bäumen hindurch leuchtet, sich der Puls normalisiert hat und ein frisches T-Shirt am Körper klebt, bringt eine gute Fee den Kaffee und das kleine Häuflein Unentwegter nimmt an einer Tafel unter dem Blätterdach Platz. Bei Kaffee und Kuchen wird munter geplaudert, lustig gewitzelt, geblödelt und viel gelacht. Auch das gehört schon immer zum Ritual.

Als dann endlich die dunkle Wolkenwand vom Horizont direkt über uns angekommen ist, gießt es wie aus Eimern auf das riesige Dach der Bühne. Darunter hört man die Tropfen prasseln, den Wind an den Planen zerren und einem kleinen Wautsch weht es die hängenden Ohren um den Kopf. Den Regen hatten wir im Jahr zuvor auch und davor ebenfalls. Optimistisch gesehen, ein Gruß von oben, der gut geeignet ist, das Gefühl der Gemeinschaft der WEGGEFÄHRTEN zu stärken, während der Wind uns CÄSAR’s Lieder singt. Seit seinem Abtreten von der Bühne des Lebens gehören die Regentränen auch zu den Ritualen im Entenfang.

Nach diesem Gruß von oben verziehen sich die dunklen Wolken. Am Horizont versinkt eine rot glühende Sonne zwischen Bäumen. Das Fass Freibier ist angestochen und die ersten Steaks und Bratwürste brutzeln auf dem Grill. Zu dieser Stunde sind auch die Weggefährten mit den weit entfernten Autokennzeichen eingetroffen. Man versammelt sich auf der großen Wiese, um das Erinnerungsfoto für die Nachwelt einzufangen. Ein schönes Ritual, das die Ahnengalerie der WEGGEFÄHRTEN Jahr für Jahr vervollständigt.

Nichts von alledem ist einstudiert, auch wenn all das seinen festen Platz an der rechten Stelle und zur rechten Zeit einnimmt. Wenn die Nacht die Regie für die verbleibenden Stunden übernommen hat, beginnt bald ein Feuer zu flackern. Das wärmt und macht die Dunkelheit etwas durchsichtiger. Man setzt sich und zu Gitarrenklängen wird gesungen.
Hartmut’s Gitarrenspiel und die warmen Töne einer Bratsche, Cäsar wäre stolz gewesen und Jana hätte sicher auch ihren Bogen geschwungen. Auch das war immer schon Tradition, als sie noch alle dabei sein konnten.

An diesem Abend war ANDREAS SCHIRNECK unser Gast, mit dessen Renft- und Neil Young – Interpretationen wir die Nacht bis zum Morgen verkürzten. Diesen Chor hat der Wind sicher bis weit in die Stadt getragen und wer weiß schon, wo wir noch überall zu hören waren. Es war auch schon spät, als wir unsere Grüße auf die Reise schicken wollten, nur hatten wir wohl für unser Shuttle den falschen Startplatz gewählt, um die Reise beobachten zu können. Dieses Zeichen der alten Linde, oder war es doch ’ne Akazie, mit ihren knorrigen Zweigen konnten wir ein paar Minuten unter ihrem nassen Blätterdach bewundern, ehe das Shuttle wieder zur Landung vor unseren Füßen ansetzte, wie einer aus der Meute lachend meinte.
Es wurde schon wieder hell, als der Wautsch zum Pinkeln auf die Wiese musste und die letzten den Weg in ihre Zelte zwischen die wärmenden Körpern fanden. Das ist zwar kein Ritual und doch wurde die Nacht schon immer bis in den Morgen gedehnt, um dem gemeinsamen Frühstück entgegen zu schnarchen.

Einer hat gefehlt in diesem Jahr. Karli gehört zum Inventar, wie die Bratwurst auf den Grill oder das Bier in das Glas. Wenn du das nächste Mal Holz sägen willst, mein Freund, sag’ uns vorher ein Wort. Vielleicht hätten wir nicht geholfen, aber beim Plausch wäre das nicht passiert. Alles Gute und baldige Genesung, Karli! Du hast uns allen sehr gefehlt, dein Lachen war nicht zu hören und dein Bartgesicht vermissen wir auch auf dem Gruppenfoto. Beim nächsten Mal bist du wieder dabei und darauf freuen wir uns.

Ich bin ein Kind der Ferienlager-Generation, habe auf Strohsäcken geschlafen, die Zähne mit kaltem Wasser im Freien geputzt, die Haare nur gekämmt und ohne Spray in irgend eine Form gebracht. Eine prägende Erfahrung, die ich manchem Balg der Handy-& Gel-Generation zur Menschwerdung gönnen würde. Hey Leute, ich hab’ die Stunden mit Euch wieder genossen! Als ich nach der Nacht wieder stehen und laufen konnte, war es schön, eure glücklich lachenden Gesichter mit den verschlafen blinzelnden Augen zu sehen. Dann weiß ich wieder, wie schön meine Kindheit doch war und was ich alles in der Jugend und mit der Musik meiner Idole erleben durfte. In Eurer Runde kann ich das alles jetzt noch einmal genießen und brauche dennoch keinen verklärenden Blick nach hinten zu haben. Die kleinen Rituale tun gut und so manche unscheinbare Geste und die Träne im Augenwinkel auch. Es ist einfach nur schön miteinander. DANKE für das Gefühl, für das Erlebnis und „was ich allein nicht sagen konnte, das sage ich mit Euch, Gefährten meiner schönsten Tage“.

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zuletzt bearbeitet 21.06.2011 08:51 | nach oben springen

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RE: CÄSAR - Fanclub - Treffen im "Entenfang" Torgau 2011

in Off-Topic 25.06.2011 10:07
von Mary (gelöscht)
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Ich bin traurig, dass ich in diesem Jahr nicht bei den Weggefährten vorbei schauen konnte. Ich war weit, weit weg..., ließ die Seele baumeln (siehe Anhang...)
Durch diese lebendigen Zeilen kann ich doch ein wenig dabei sein... und hoffe im Stillen auf 2012...

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 25.06.2011 10:11 | nach oben springen

#3

RE: CÄSAR - Fanclub - Treffen im "Entenfang" Torgau 2011

in Off-Topic 25.06.2011 18:14
von PM | 4.235 Beiträge | 5060 Punkte

Das Renft Programm von Schirneck habe ich in Mittweida leider verpasst und ich glaub im Moment spielt er es nicht. Aber das muss auch noch mal werden, hab schon viel Gutes darüber gehört.


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