#1

Die Mark online.de - Bericht aus Oranienburg

in Presse, Medien 03.07.2011 22:11
von Bernd (gelöscht)
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Quelle und Link: http://www.die-mark-online.de/nachrichte...ys-1307074.html

Im Spoiler Wortlaut barrierefrei für Peggy und Susi:

Oranienburg – Sicher wären noch mehr Leute gekommen, wäre der Regen nicht ohne Pause auf den Oranienburger Schlosshof geprasselt. Aber Puhdys-Fans sind zäh, so viel steht fest. Von Katja Schrader
Die Puhdys begeistern immer noch die Massen: zum Beispiel im Schlosshof Oranienburg.

© Schrader

Die Puhdys begeistern immer noch die Massen: zum Beispiel im Schlosshof Oranienburg.

Beim Konzert der DDR-Rocklegenden ist es trotz der Wetterlage erstaunlich voll. „2000 Karten sind allein über den Vorverkauf weggegangen“, sagt eine Ordnerin. So viele Gäste sind es am Sonnabend nicht, dennoch ist der Schlosshof gut gefüllt.

„Es gibt kein falsches Wetter. Es gibt nur falsche…“ Michael Stephan winkt ab. „Das passt heute nicht. Das Wetter ist bescheiden schön. Selbst das trifft es nicht. Es ist meiner Lieblingsband nicht würdig“, sagt er.

Dennoch haben sich die treuen Puhdys-Fans einiges einfallen lassen. Die Kapuzen der Regenjacken sind tief in die Gesichter gezogen, Mülltüten über einige Köpfe gestülpt. Attraktiv ist das Oranienburger Konzertpublikum am Sonnabend nicht, eher zweckmäßig und einfallsreich praktisch gekleidet.

„Hallo Oranienburg“, begrüßt Dieter Birr, genannt Maschine, die Besucher. Die schreien so laut, dass es von Weitem klingt, als sei es ein ganzes Stadion voller Menschen. Die Puhdys mischen neue Lieder mit alten Hits. Gewohnt rockig hallen die Klänge durch den Schlosshof. Bei „Alt wie ein Baum“, kreischen einige vor Freude. Die vorne Stehenden recken sich weit über die Absperrung vor der Bühne, strecken die Arme nach vorne.

„Das ist das beste Lied“, findet Siegberd Johl, der sich einige Alben auf sein Handy geladen hat. Seine Frau schüttelt energisch den Kopf. „Meins nicht. Ich liebe „Unter zwei Milliarden Augen“, erklärt sie. Die beiden sind erklärtermaßen Fans. „So ziemlich der ersten Stunde“, sagt der Mann im gelben Regencape. Mit einer Gruppe von 13 Leuten ziehen die beiden sogar von Konzert zu Konzert.

„Nur die Harten kommen in den Garten“, sagt Ingrid Johl im gleichen gelben Cape, und der Regen tropft über ihr Gesicht. Der Boden hat mehr und mehr Pfützen, einige kauern sich eng aneinander. Nur die Puhdys stehen auf ihrer großen Bühne im Trocknen, lässig in Jeans und Pulli. Maschine trägt einen locker gebundenen Schal um den Hals, Turnschuhe an den Füßen. Bei einem Lied holt er zwei Frauen auf die Bühne, die mit Gitarren ausgestattet werden. Die beiden rocken mit, es gibt Applaus. Mit dem Publikum sprechen die Rocklegenden, die seit 1969 die Konzerthallen füllen, am Sonnabend nicht viel.

„Vielleicht hetzen sie ein bisschen durch das Konzert, damit wir nicht so lange im Regen stehen müssen. Das ist doch nett“, findet eine Frau. Sie liebe die Puhdys, habe sich schon wochenlang auf das Konzert gefreut. Als sie an dem großen Tour-Truck mit dem Bild der Band vorbeigelaufen sei, habe sie eine Gänsehaut bekommen.

Der Sound ist stark, ein paar Rückkopplungen stören das Publikum nicht. Mitgeschmettert werden vor allem die alten Hits. Bei „Wenn ein Mensch lange Zeit lebt“ und „Lass deinen Drachen steigen“ kommen nostalgische Gefühle hoch.

Ein Mann im Rollstuhl mag vor allem die neueren Lieder. Ganz nach vorn vor die große Box wird er gebracht. Dort gibt er sich mit dem schon etwas verschlissenen Fan-Basecap auf dem Kopf der Show hin. Er bewegt sich beinahe ekstatisch, singt mit, schlägt den Takt. „Ist das nicht Wahnsinn?“, ruft er den Sanitätern zu. Die nicken lächelnd.

Der Regen lässt nicht nach, die Stimmung der Konzertbesucher auch nicht. Familie Michalsky wippt im Gleichklang mit. Cathleen Michalsky trägt die Puhdys-Fan-Jacke. „Wir haben alles von den Puhdys. Zuhause haben wir eine ganze Fanwand. Da sind Bilder, Fotos, T-Shirts, CDs“, sagt ihr Mann. Sie hatten vor einigen Jahren den Puhdys-Fanclub Oranienburg gegründet. Der ist aber wieder eingeschlafen, weil die Kinder mehr Zeit brauchten. Das soll sich nun aber wieder ändern, nachdem diese inzwischen selbst zu Fans geworden seien. „Sie sind mit der Musik groß geworden, so wie wir“, erklärt der Familienvater. „Deutschland“ sei das Lieblingslied der Familie. Aber ob man sich da wirklich so festlegen könne bei der Vielzahl an Musikperlen? Cathleen Michalsky überlegt. „Die Musik ist unbeschreiblich. Es ist deutsch, es ist mit Sinn. Die Puhdys sind einfach die Puhdys“, sagt sie dann und zeigt auf die Bühne. „Muss man dazu was sagen?“

zuletzt bearbeitet 03.07.2011 22:13 | nach oben springen

#2

RE: Die Mark online.de - Bericht aus Oranienburg

in Presse, Medien 04.07.2011 09:00
von Maxi | 535 Beiträge | 800 Punkte

Danke fürs Reinstellen, Bernd. :)
Ich freue mich ja immer, wenn man über die Puhdys in Zeitungen oder auch online liest.
Ich weiß nicht, obs euch auch so geht, aber ich finde diese Berichte meistens schlecht recherchiert.
Ich finde, man könnte schon wissen, dass das Lied, bei dem Fans auf die Bühne geholt werden, der Ikarus ist. Ist ja auch kein unbekanntes Lied, wie (noch) die neueren oder so.
Und auch, wenn ein Fan ein Lied falsch benennt, würde ich es im Text nach eingehender Recherche dann richtig nennen. "Unter Zwei Milliarden Augen" habe ich bis jetzt von den Puhdys noch nicht gehört. Is das neu? ;-P Ich meine, wenn da wenigstens "Und aus 10 Milliarden Augen" stehen würde ...

Naja, is mir grad nur so aufgefallen. Und das nicht das erste Mal ;)

LG Maxi

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#3

RE: Die Mark online.de - Bericht aus Oranienburg

in Presse, Medien 04.07.2011 09:30
von Bernd (gelöscht)
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ja, ich hatte es unkommentiert gelassen, dafür seit ihr ja da...
Manchmal muss man wirklich mit dem Kopf schütteln, was da einige von sich geben. Was mögen das für Redakteure sein? Und welche "Fans" werden interviewt?'

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#4

RE: Die Mark online.de - Bericht aus Oranienburg

in Presse, Medien 04.07.2011 09:36
von Maxi | 535 Beiträge | 800 Punkte

Eben. Ich sehe mich ja auch in näherer Zukunft in der Medienbranche ;) In meinen Praktika, gerade beim Radio, habe ich gelernt, worauf es ankommt. Wir kennen uns mit den Puhdys aus und andere Fans vielleicht nicht so, weil sie nur die Klassiker kennen. Aber generell würde ich als Journalist da die Leute interviewen, die schon etwas mehr "hardcore" aussehen, sprich: die zumindest ein T-Shirt der jeweiligen Band/des jeweiligen Künstlers tragen.
Und wenn ich jetzt via Radio einen Live-Bericht von einem Scooter- oder DJ-Bobo-Konzert machen müsste, würde ich mich auch genau über die Leute auf der Bühne, Songs, etc. informieren. Job is Job ;P

So, genug geärgert ;)

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#5

RE: Die Mark online.de - Bericht aus Oranienburg

in Presse, Medien 04.07.2011 10:11
von Gelöschtes Mitglied
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Ich kann auch nur sagen, Danke Bernd, aber dieses "Interview" ist ja wirklich unter aller Sau. Außer "Alt wie ein Baum" ist kein Titel richtig benannt worden, hat also wieder jemand geschrieben, der nur diesen Titel kennt. Zum Glück gibt´s in der Medienbranche wenigstens ein paar Leute bei denen man um die Zukunft keine Angst haben muß. Maxi natürlich, aber auch der Puhdysfan Matti sind die besten Beispiele. Macht weiter so und sorgt dafür, dass solche unqualifizierten "Journalisten" wie in diesem Artikel nicht mehr auf die Menschheit losgelassen werden.
So, auch genug geärgert !

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