Der Löwe in Landsberg, das ist eine Ostrock Legende – wer hat da nicht schon alles gespielt?
Nur ich war noch nicht dort, jedenfalls bisher.
Nun bot es sich an, Peg wohnt ganz in der Nähe und passende Bands spielten. Wie sagt der gemeine Puhdysfan so schön: Auf nach Landsberg, Hello, Hello, Hello.
Als ich Peg abholte, erkannte mich ihr Führhund Ellchen sofort wieder und sprang mich an. Bei einem anderen Hund hätte ich zu schreien angefangen, aber Ellchen darf das, sie ist der einzige Hund, den ich nett finde und ich glaub sie findet mich auch nett, jedenfalls denke ich das. Daran könnten sich die verhaltensgestörten Hunde in unserem Dorf mal ein Beispiel nehmen, die Beute wittern, wenn ich vorbei jogge.
Aber Ellchen musste leider zuhause bleiben, da bei Tranist und Jürgen Kerth zu erwarten war, dass es laut wird. Einen Hund hätten wir gebraucht, um den Löwen zu finden, mein Navi hatte da Probleme. Als Peg meinte, ich glaub es riecht nach Essen, hatten wir die Location dann gefunden.
Ich wusste, dass einige von hier schon bei City in Landsberg waren. Umso erstaunter war war ich, als ich sah, wie klein der Saal eigentlich ist. Ein schöner alter Gasthofsaal, nur leider eine Stein gewordene Bausünde. Vom Flair der vergangenen Zeit ist nur so lange was zu sehen, bis man den Saal betritt. Leider ist er ausgeschmückt im Discostil – schade drum. Aber die Konzertgänger waren noch die von früher. Alles Leute, in Ehren ergraut, aber mit einem Blick der sagt: Ich will nicht erwachsen werden. Solche Leute sind mir die liebsten.
Pünktlich wie die Maurer legte Transit los. Die Fans mussten nicht erst eingeladen werden, nach vorn zu kommen, sie waren schon da. Gut besuchte Konzerte machen doppelt Spaß – jedenfalls mir.
Irgendwann hab ich hier mal den Satz geprägt: Die Dorfmuggen sind die besten. Dies hat sich wieder mal bewahrheitet.
Mit alten und neuen Balladen und Liedern ließ Transit Stimmungen aufkommen, Gedanken auf die Reise in längst vergangene Zeiten gehen und die Zuhörer den Alltag komplett vergessen.
Neben ihren Klassikern wie „Ich fahr an die Künste“ und „Bernsteinhexe“ „Vineta“ gab es ganz viel Neues. Die Mannen um Egon Linde sprühen vor Kreativität, kaum ein neues Album raus und schon wieder so viele neue Sachen in Petto. Wenn ich es richtig registriert habe, sind waren es vier unveröffentlichte, neue Sachen, die zum Vortrag kamen. Einige davon mit maritimen Motiven, aber auch solche Probleme wie Burnout wurden musikalisch umgesetzt. Für mich war der Auftritt von Transit viel zu kurz, sie hätten noch mehr von der CD „Übers Meer“ spielen können, also muss ich demnächst wieder mal hin. Gelegenheit gibt es hoffentlich bei uns in Freiberg im Tivoli am 10.12.11.
Transit spielte nur so wenig, weil ja Jürgen Kerth auch noch zum Zuge kommen wollte.
Die Umbaupause war kurz und rasch drängten sich wieder die Besucher auf der Tanzfläche. Von Blues hab ich leider wenig Ahnung, aber Jürgen machte es uns nicht all zu schwer. Viele seiner Juwelen wurden schon im ersten Teil geschliffen, wie „Helmut“ und das Lied von der jungen Mutti, die ihr Kind schlägt. Diese Sachen waren sogar mir noch von früher bekannt und sie sorgten sofort für die entsprechende Stimmung. Jürgen Kerth ist ein Künstler, der seine zahlreichen Fans mitbringt, also eine sichere Bank für jeden Veranstalter. In den ersten Reihen schien man sich zu kennen und die Verbundenheit zu denen da oben auf der Bühne wurde sofort sichtbar.
Nach um Zwölf machten wir uns dann auf die Socken, mein Weg war ja weit und das Ellchen wartete auch schon auf die Rückkehr von Peg.
Also wenn wieder mal was ostrockmäßiges in Landsberg ist, wir sind sicher wieder dabei.